365 Tage Veränderung

Bildschirmfoto 2014-12-11 um 09.08.58

Vor einem Jahr, saß ich vollkommen verzweifelt mit einem Notfalltermin bei meinem Arzt. Damals dachte ich, ich könne dieses Leben nicht ertragen, müsse es mit Benzos betäuben und hatte kaum einen Moment in dem ich ohne diese kleinen „alles wird gut“-Pillen lebensfähig war.
Damals, als ich mehr über Suizid, als über das Leben nachgedacht habe und mir nicht vorstellen konnte,  dass es jemals wieder besser wird und ich mein Leben eigenständig führen kann. Meine Oma lag im sterben, ich hatte viele Nachtwachen übernommen und ich wusste, dass mein Therapeut 4 Wochen nicht erreichbar sein wird. Absolute Horrorvorstellung, denn wie soll ich die Zeit nur ohne ihn überstehen?

Mein Arzt stellte mich auf sehr gute Medikamente ein, ich setzte die Benzos ab und war froh, dass es nach 4 Wochen Dauereinnahme ohne jeglichen Entzug möglich war.
Heute, ein Jahr später bin ich in einer ähnlichen Situation. Ich weiß, dass mein Therapeut nach meinem letzten Termin in einer Woche, wieder für eine so lange Zeit nicht erreichbar sein wird. Doch dieses Jahr, macht es mir zum ersten Mal kaum Angst. Ich weiß, dass ich es überstehen und nach seinem Urlaub erneut lebend vor ihm stehen bzw. sitzen werde. Heute ist mir auch bewusst, dass er sich nicht darüber ärgern wird, mich wieder sehen zu müssen.
Es ist unglaublich, was ein Jahr verändern kann, doch ich habe in diesen 365 Tagen tatsächlich große Fortschritte gemacht. Ohne die unterstützende Wirkung meiner Medikamente wäre es sicher nicht möglich gewesen, doch so kann ich der Zukunft zumindest etwas gelassener entgegen blicken.

Nach fast 7 Jahren Beziehung und 2 Jahren ohne Elijha aktiv in unserem Leben zu haben, fühle ich mich endlich sicher und angekommen. Wir haben viel hinter uns, die Beziehung ist geprägt von Vertrauensbrüchen, Lügen, Todesfällen und Elijha, doch das spielt keine Rolle mehr. Heute weiß ich, dass mein Held mich wirklich liebt und nicht nur so tut. Dass er vollkommen hinter uns steht und ich keine Angst haben muss, er könnte mich für die nächst beste verlassen, weil er mich eigentlich gar nicht will. Gestern überkam mich das Gefühl der vollkommenen Geborgenheit und ich weiß einfach, dass es genau so richtig ist, wie es ist. Er gehört zu mir und das ist gut so. Ich möchte dieses Leben mit meinem Helden und brauche nur ihn und unsere kleine Familie um wirklich glücklich zu sein. Keinen Elijha, der immer wieder versucht sich in unser Leben zu drängen, keine demütigenden One Night Stands um den Schmerz zu spüren und keine Trennung, um eine Illusion zu leben.
In den letzten Jahren hat mein Held unglaublich viel mit mir mitgemacht und ich bin ihm von Herzen dankbar dafür, dass ich ihn weiterhin an meiner Seite wissen darf. Elijha hat so viel zum Einsturz gebracht, Kindheitstraumata wieder aufleben lassen und so vieles verändert, dass ich fast 3 Jahre damit zu kämpfen hatte mich nicht von meinem Helden zu trennen. So viele verschiedene innere Dränge, vom fremdgehen über Domina oder Prostituierte werden, Aufmerksamkeit suchen bei anderen Männern und vielen tiefen Verletzungen. Ich wusste immer, dass mein Held das beste für mich ist, doch in mir stand alles Kopf. Ich war überzeugt davon, ohne Elijha nicht leben zu können, da er für mich mein Retter war. Auch heute habe ich noch Kontakt zu ihm, doch der Drang mich weiter zerstören zu lassen kommt nicht mehr sofort auf und wird auch direkt meinem Helden oder meinen drei besten Freunden und Herzensschwestern erzählt. So habe ich ihm einen großen Teil seiner Macht genommen und kann es immer noch kaum glauben, dass ich das geschafft habe. Er wird noch sehr lange einen Platz in meinem Leben haben, ich warte immer noch auf Nachrichten von ihm und bis ich ihn vergessen kann, wird es noch lange dauern… doch er bestimmt nicht mehr meine Gedanken oder Taten.
Ich möchte meinen Helden, ganz alleine ihn und wenn regelmäßig meine „Anwandlungen“ kommen, wissen wir dass es wieder vorbei geht, sobald ich wieder ich selbst bin. Ich bin viele, doch mein momentanes Haupt-Ich ist sich da ganz sicher Auch was klein Bambi betrifft, hat sich viel verändert. Sie ist nun bald 3 Jahre alt und ich kann sie endlich annehmen. Uns wird unsere Geschichte immer verbinden und sie wird immer ein Teil der schlimmen Zeit bleiben, doch sie ist alles für mich.

Ich fühle mich weiterhin nicht wie ihre Mama und sie nennt mich von sich aus bei meinem Namen, doch das ändert nichts daran, wie ich mit ihr umgehe. Spüren lassen habe ich es sie nie, doch die meiste Zeit ihres bisherigen Lebens kam ich innerlich nicht damit klar. Sie war alles was ich mir jahrelang gewünscht hatte und dann wollte ich über 2 Jahre lang so oft gerne alles zurück lassen. Mehrere Therapiestunden hatte ich damit verbracht ihm zu erklären, dass ich als Mutter ungeeignet bin, keine Liebe empfinden kann und sie (so hart es klingt) austauschbar ist. Heute sehe ich sie an und würde mein Leben mit ihr für nichts auf der Welt eintauschen. Sie gehört zu mir, ist innerlich mit mir verwachsen und der Grund weshalb ich immer wieder aufstehe um zu kämpfen.
Auch wenn ich nicht das Gefühl habe eine richtige Mama zu sein, weiß ich doch, dass ich nicht ungeeignet bin. Klein Bambi hat es gut bei uns, ich kümmere mich um sie, so wie es eine richtige Mama macht und ich es bei jedem anderen Kind auch tun würde. Im Grunde ist es egal wie man es nennt, denn eigentlich ist es nur eine Frage der Definition, wenn der Umgang mit dem Kind der selbe ist 🙂

Klein Bambi ist ein Wunder – mein Wunder und das zeige ich ihr Tag für Tag.

In mir ist es ruhiger geworden und ich vertraue darauf, dass ich mental stark genug bin es zu schaffen. Es ist weiterhin ein auf & ab der Gefühle und weil ich es heute so sehe, muss es morgen nicht genauso sein. Doch ich bin mir sicher, dass ich eine gute Mutter für unsere Kinder sein kann und in der Lage bin sie zu eigenständigen Erwachsenen zu erziehen. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass ich den Sinn meines Lebens darin gefunden habe Kindern die Welt zu zeigen & sie auf ihrem Weg zu begleiten. Vielleicht ist es nur eine Phase, ein Moment… doch ganz egal wie es ist, ich bin froh, dankbar & stolz, dass ich es so weit geschafft habe! 🙂

3 comments

  1. Ja, in einem Jahr kann viel passieren … auch sehr Positives. Ich habe es selbst erlebt und bin ebenso dankbar dafür. Ich wünsche dir noch viel mehr positive Erlebnisse.
    LG Natti

Sag mir Deine Meinung :)

%d Bloggern gefällt das: