[Auf dem Weg…] Abschied.

4 Jahre habe ich sie aufgehoben, in einem Zeitschriftenständer gesammelt und konnte mich nicht von ihnen trennen.
Viele stammen aus der Kinderwunschzeit, andere aus der Schwangerschaft und ganz wenige aus der ersten Zeit nach Bambinas Geburt. Verletzlich standen sie in der Ecke und wurden nur mal wehmütig betrachtet, wenn mir danach war, oder ich so oder so daran vorbei kam. Zeugen einer Zeit, an die ich mich selbst nicht erinnern kann, Zeugen eines großen Kinderwunsches und der Sehnsucht nach dem Gefühl der Schwangerschaft.
Zwischenzeitlich habe ich ein paar aussortierte Zeitschriften meiner Besten geliehen und mit der Zeit wurde es besser und einfacher, doch da ich sie nun wieder hier stehen hatte musste sich etwas ändern. In einem Anfall von depressiver innerer Aggression nahm ich mir den Stapel und nur ein paar wenige Zeitschriften wurden begnadigt. Eigentlich hatte ich vor meiner Bestern wieder welche zu schicken, doch dann wäre sie immer noch in erreichbarer Nähe und es könnte niemals besser werden.

Es war an der Zeit, eigentlich schon viel zu lange überfällig, doch erst jetzt fand ich den Mut und die notwendige Kraft. Ich saß zitternd auf dem Boden, Tränen liefen über meine Wangen und in mir tobte ein Sturm aus Aggression, Zerstörungswut und unendlicher Trauer – viel zu große Schmerzen für meine kleinen Seele.
Doch irgendwann kam der Punkt, an dem jeder Riss etwas gutes auslöste… es waren schon so viele Zeitschriften zerstört, unmöglich es rückgängig zu machen und dann konnte ich über dem Schmerz eine Erlösung spüren. Jedes weitere Heft befreite etwas in mir, zu wissen es ist endgültig und kommt nicht wieder. Genau wie die damalige Zeit – es ist vorbei und wird nie wieder so kommen, es ist Zeit Abschied zu nehmen!

dprfb

Mehrere Tage hatte ich noch daran zu knabbern, bis es für meinen Kopf so wurde, als hätte es die Zeitschriften niemals gegeben.
Es ist wichtig sein eigenes Leben zu sortieren und nach und nach angesammelten Ballast zu entsorgen. Mein Leben ist kompliziert, momentan sehr dunkel und doch ist es eine Erleichterung zu wissen, dass man einen weiteren Schritt gegangen ist. Schritt für Schritt dem Ziel entgegen und wenn es nur Babyschritte sind… manchmal wollen wir auch auf der Stelle tanzen, oder noch ein Weilchen stehen bleiben. All das ist vollkommen okay und gut, so lange man das Ziel nicht aus den Augen verliert und immer wieder versucht ein paar Schritte in die richtige Richtung zu gehen.
Das heißt noch lange nicht, dass man ohne Umwege ankommt… vielleicht läuft man auch eine Schleife, oder dreht sich so oft auf der Stelle, dass man den Rückweg antritt. Doch gebt nicht auf, auch so erreicht man irgendwann das Ziel – der eine einfacher, der andere härter. Ich glaube an Euch und an mich selbst 🙂

Auch wenn es nur Zeitschriften sind, die einen Schritt bedeuten – es ist wertvoll und wichtig auch diese Schritte zu gehen und zu schätzen!

4 comments

  1. Meinen grossen Respekt!! Du bist einen grossen schritt damit gegangen und kannst stolz auf dich sein!!! Ich wünsche dir das es bald hell und bunt wird in deinem leben!!

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