Auf dem Weg zur PEG – Teil 2

(Teil 1)

15.11.2016

Vermutlich merkte der kleine Elf, dass etwas anders war als sonst, denn die Sonde lag tatsächlich auch am späten Vormittag noch.
Nachdem er um 11 Uhr ganze 10 Stunden nüchtern war, konnte über die Nasensonde sogar noch der Magenrest überprüft werden, bevor er langsam auf die Operation vorbereitet wurde.
Obwohl er so lange ohne Nahrung war, lachte er immer noch jeden freudig zappelnd an und ließ sich vollkommen problemlos ablenken.

Gemeinsam mit seiner Spieluhr trug ich ihn auf Intensivstation, wo dann auch der Eingriff stattfinden sollte. Die Schwestern schoben sein Bett neben uns her und wir gingen direkt ins erste Zimmer auf Station, wo uns meine absolute Lieblingsschwester aus Frühchenzeiten freudig begrüßte <3
Nun legte ich ihn in sein Bettchen, um ihn an die dortigen Monitore und den Sauerstoff aus dem Wandanschluss anzuschließen. Bis die Ärzte kamen, nahm ich ihn erneut auf den Arm, wobei ich damit wohl mehr mich als ihn beruhigte.
Es dauerte nicht mehr lange, bis letztendlich alle wichtigen Personen anwesend waren und es losgehen konnte. Während er die Sedierung gespritzt bekam, lag er weiter in meinen Armen; das Zimmer verließ ich erst, als er schon so gut wie im Lala-Land war und seinen Tubus gelegt bekommen sollte.

Die Wartezeit verbrachte ich mit einem Buch im Elternzimmer vor der Station. Ursprünglich sollte der Eingriff 30 Minuten dauern, ich wartete und wartete… 40 Minuten.. 50 Minuten… 1 Stunde… irgendwann wurde mir mulmig und ganz flau in der Magengegend. Wieso dauerte das nur so lange?
Nach ganzen 1,5 Stunden verließ die Gastroenterologin endlich die Intensivstation und teilte mir mit, dass die PEG Sonde ohne Bauchschnitt gelegt werden konnte.
Es war nur etwas problematischer, da seine Speißeröhre sowie der Mageneingang sehr klein waren, wodurcch sie mit der Halteplatte nur schwer durchkamen und die Sonde zusätzlich noch an einer ungewöhnlichen Stelle im Magen angelegt werden musste. Davon abgesehen verlief allerdings alles nach Plan, er war stabil und musste sich nur noch etwas ausschlafen.
Gegen 14 Uhr konnte er auch schon extubiert werden und weinte anschließend bitterlich, auch ich konnte ihn kaum beruhigen, so durcheinander war er noch von der Narkose.
Etwa 2 Stunden später war er deutlich klarer und konnte entgegen aller Erwartungen schon wieder auf Normalstation verlegt werden.
Vor der Operation war die größte Sorge, dass wir ihn anschließend nicht so schnell von der Beatmung bekommen, oder seine Lunge den Eingriff nicht gut verkraften würde.
Doch es kam ganz anders – einfach gesagt hat die kurze Beatmung seine Lungenbläschen sozusagen „aufgepustet“, wodurch er fast eine Woche lang kaum Sauerstoff benötigte.

16./17.11.2016

Da wegen der Vollnarkose zu erwarten war, dass der Verdauungstrakt noch ein Weilchen träge ist, sollte unser Elfenkind weitere 48 Stunden nüchtern bleiben. Die Gefahr war einfach zu groß, dass sich Nahrung im Magen staut und dann durch das Stoma nach außen gedrückt würde.
Doch der kleine Kämpfer meisterte auch das super und hielt die Zeit vorbildlich durch; besser als ich, denn ich konnte ja schlecht vor seinen Augen essen 😉
Nach etwa 44 Stunden machte er deutlich, dass er nun doch ganz gerne wieder etwas trinken möchte und musste aktiver abgelenkt werden.
Da die Wunde aber sehr schön aussah, er das eingelagerte Wasser langsam ausschied und bei der Visite auch wieder schöne Darmgeräusche zu hören waren, wurden die letzten 2 Stunden gestrichen. Er durfte also nach ganzen 56 Stunden ohne Nahrung endlich die ersten 60 ml Milch bekommen.
Ab diesem Zeitpunkt wurde die Menge langsam gesteigert; anfangs nur wenige kleine Mahlzeiten, die nach und nach regelmäßiger wurden und ab dem 19.11.2016 pro Mahlzeit um je 10 ml erhöht wurden.

Nach genau 7 Tagen durften wir schließlich die Klinik mit einem PEG-Baby verlassen 🙂

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