Auf dem Weg zur PEG – Tag 1

Vor 3 Wochen bekamen wir den neuen Termin für die Anlage der PEG Sonde des Elfen auf dem Postweg mitgeteilt und nun sollte es tatsächlich, wirklich und echt so weit sein.
Ich hätte niemals damit gerechnet, dass es bei dem Termin bleiben wird, nachdem wir bisher alle vorherigen verschieben mussten. Dementsprechend geschockt war ich Freitag, als die Kollegin unserer wunderbaren Kinderärztin uns nach 1,5 Wochen Virusinfektion grünes Licht gab und meinte, dass der Moment geradezu ideal wäre.
Eine Mischung aus „ich möchte nicht in die Klinik“-Jammermodus und „bitte bitte lass das Niesen nicht zum nächsten akuten Infekt werden“ war bis Sonntag mein steter Begleiter, bevor mir einfach nur noch zum weinen war.
Mein kleiner armer Junge… Krankenhaus, Zugang legen, Blut abnehmen, intubieren, Narkose, Verletzung am Bauch, Schmerzen… Es brach mir regelrecht das Herz 🙁

 

Wenige Tage vs. Geburtstagself vor 2 Monaten – vorgezogener #Minimonday sozusagen. Mir bricht allein beim Gedanken daran das Herz, dass wir morgen nach meinem Knie MRT vermutlich stationär aufgenommen werde. Nach etlichen Verschiebungen und langer Wartezeit, soll #unserElfenkind nun tasächlich seine #PEG Sonde bekommen und ist ausnahmsweise mal nicht akut krank. Da ich bis vorhin nicht daran geglaubt habe, dass es womöglich wirklich klappen könnte, habe ich eben erst Bambina Bescheid gesagt und nun ist mir einfach nur noch zum weinen. Allein der Gedanke daran, dass er wieder gestochen und geärgert wird, die Bedingungen auf #Intensivstation, die Schmerzen die er eventuell haben wird und der Schlauch, von dem er vorher nichts wusste 🙁 Bambina hat es erstaunlich gut aufgefasst und beschlossen, dass sie uns ja jederzeit besuchen könne. Außerdem schaut sie ihren Bruder in alter Erinnerung schwelgen wieder durch das „Schaufenster“ an, während er auf its liegt und hofft auf viel Fernsehen, Eis und Schokolade bei der Oma. Hach, mein großes Mädchen <3 Leider ist der #Student so sehr in der Hochschule eingespannt, dass er uns kaum bis gar keine Gesellschaft leisten kann, was mich noch wehmütig werden lässt. Wir werden das schaffen, darüber bin ich mir bewusst und bald sind wir alle wieder zu Hause vereint; doch nun muss ich erst mal packen, Bonuszeit mit der Großen verbringen und dafür sorgen, dass unsere Mägen heute noch etwas warmes abbekommen. #extremfrühchen #frühgeburt #frühchenmama #lebenmitfrühchen #lebenmitkindern #frühchen #Sondenkind #besonderekinder

Ein von Glückskind Lena 🌻 (@elfenhimmel) gepostetes Foto am

 

Wegen einer akuten Knieverletzung, musste ich Montag früh spontan noch vor der stationären Aufnahme zum MRT. Da ich um 8.30 Uhr aber eh im Patientenmanagment anrufen sollte, um zu erfahren, ob unser reservierter Platz auf Intensivstation auch wirklich frei ist, nahm ich mir vor, es direkt bei dieser Gelegenheit mitzuteilen.
Ich telefonierte also während der Fahrt (als Beifahrer) mit der Uniklinik und war anschließend leider nicht wirklich schlauer als zuvor. Die nette Dame am anderen Ende der Leitung, konnte mir nur sagen, dass es noch nicht sicher sei und sie um halb 10 erneut auf ITS nachfragen könne. Sie würde mich also anrufen wollen, sobald es sicher ist.
Da macht man sich das ganze Wochenende Gedanken um den Eingriff und dann das. Natürlich wussten wir schon zuvor, dass es sein kann, dass die Station voll ist, doch wenn man nach Monaten endlich mal zum richtigen Zeitpunkt einen Stand erreicht hat, mit dem eine Narkose möglich ist, kann man Fall X nicht gebrauchen.
Gegen 10.30 Uhr dann der auf mehreren Ebenen erlösende und gleichzeitig beängstigende Anruf, dass wir uns auf den Weg machen können. Obwohl meine Vernunft die ganze Zeit an mein Herz appellierte, dass ich auf die „OP“ hoffen müsse, tat ich mir bis zum Zeitpunkt des Anrufs wirklich schwer damit.

Gegen 12 Uhr erreichten wir die Klinik und befanden uns natürlich direkt in der Mittagspausenzeit, sowie der Mittagsbesprechung der Ärzte.
Immerhin durften wir direkt unser Zimmer auf meiner absoluten Lieblingsstation beziehen und ihr könnt Euch nicht vorstellen wie sehr ich mich darüber freute, dass es so klein ist, dass unmöglich ein weiteres Kind zu uns gelegt werden kann. Einzelzimmer – Tschakka! So lässt es sich besonders auf dieser Station sehr gut aushalten 😉
Im Laufe des Nachmittags wurde unser Elfenjunge von meinem Lieblingsoberarzt untersucht, bekam einen Zugang gelegt, darüber Blut abgenommen, wurde gemessen (68,5 cm) und gewogen (6800 g), meisterte ein EKG sowie ein Herzecho (geringere Rechtsherzbelastung als bei der letzten Kontrolle *yaaaaay*)und machte irgendwann deutlich, dass es ihm nun so langsam reicht.
Gegen Abend brachten wir auch noch die Aufklärung hinter uns und erfuhren, dass wir eventuell überhaupt keine Nacht auf Intensivstation verbringen müssen. Natürlich stellte seine Lunge weiterhin ein Risiko dar und es wäre nicht verwunderlich, wenn er erst mal eine Atemhilfe brauchen würde, sollte dies jedoch nicht der Fall sein, dürften wir auch die Nacht nach dem Eingriff zusammen in unserem Zimmer verbringen.
Oh wie ich mich über diese Neuigkeiten freute, auch wenn er natürlich nichts versprechen konnte.

13 Stunden nüchtern…

Im Laufe der Aufklärung erfuhr ich auch den weiteren Ablauf und musste schlucken. Da die Gastroenterologin zuerst sämtliche Spiegelungen im OP-Zentrum machen und ganz am Ende die PEG direkt auf der Intensivstation legen würde, könnte es auch 14 Uhr werden. Da der Oberarzt dies aber nicht wusste, legte er fest, dass unser kleiner Minizwerg ab 1 Uhr am kommenden Morgen keine Nahrung mehr zu sich nehmen darf.
Mit Pech müsste ich unseren armen kleinen Jungen also 13 Stunden nüchtern bei Laune halten… dreizehn STUNDEN! =O
Natürlich verstand ich das Argument, dass die OP im Ernstfall nicht stattfinden könnte, wenn er zuvor nicht lange genug nüchtern war, doch wie soll man es einem Baby begreiflich machen, ohne dass es sich allein gelassen fühlt?
Genau. Gar nicht. Tschüß bedürfnisorientiert 🙁

Am Abend legte ich ihm die hoffentlich letzte Nasensonde, um ihm den Rest seiner nächsten Mahlzeit aufsondieren und die letzte Mahlzeit um kurz vor 1 Uhr im Schlaf vollkommen sondieren zu können.
Befestigt wurde sie mit 3 Herzpflastern, die vom Nasenflügel bis zum Ohr reichten und das Ende der Sonde steckte letztendlich in seinem Body; immerhin sollte er sie sich möglichst nicht vorzeitig ziehen.
Kurz darauf schlief er auch schon selig in meinen Armen ein <3

Die Sache mit der Freundschaft

Manch einer meiner Leser erinnert sich sicherlich noch an Elijha und ganz wenige vielleicht sogar daran, dass durch ihn die meisten meiner Freundschaften in die Brüche gingen.
Besonders getroffen hatte es mich damals (& auch noch heute) bei Tamara, einer langjährigen Freundin, die mich damals Woche für Woche in der Klinik besucht hatte. Unsere Freundschaft befand sich sicherlich nicht am Höhepunkt, denn ich habe große Schwierigkeiten mich alleine mit jemandem zu treffen und bin auch für großartige Action eher weniger zu haben. Dennoch war sie das, was man eine sehr gute Freundin nennt.

Das letzte Treffen vor der Geburt.

So lange, bis Elijha in unser beider Leben trat und die Bekanntschaft der beiden im Januar 2012 eine neue Ebene erreichte.
Ich wollte Tamara gerne für ein Treffen zusagen, obwohl Elijha zu diesem Zeitpunkt hier war und so beschloss ich, ihn trotz des mulmigen Gefühls mitzunehmen. Wir verstanden uns gut, hatten eine lustige Zeit und verabschiedeten uns mit dem Wissen, dass wir uns vor Bambinas Geburt wohl nicht mehr sehen würden.
Später am Abend hielt Elijha mir sein Handy vor´s Gesicht, um mir zu zeigen, dass Tamara ihm via facebook geschrieben hatte, wie schön es war ihn mal wieder gesehen zu haben. Ob er sie zuvor angeschrieben und seinen Text wieder gelöscht hatte, kann ich bis heute nicht sagen.
Mit diesen wenigen, harmlosen Worten begann etwas, das unsere Freundschaft bis heute zerstören sollte.

Elijha wusste von Anfang an, dass ich in Panik ausbreche, wenn meine Freunde beginnen sich untereinander anzufreunden. Zu groß war die auf Erfahrung beruhende Angst, am Ende keinen der beiden Parteien mehr als richtigen Freund an meiner Seite zu haben. Dementsprechend begeistert war ich von der ganzen Sache… was ihn weiter und weiter dazu animierte, mich zu provozieren.
Selbstverständlich wusste ich nicht, auf welcher Ebene sich die Kommunikation der beiden befand, bekam von Elijha aber regelmäßig Gesprächsfetzen vor die Füße geworfen.
Hätte ich damals nur schon verstanden, wie manipulativ er war, wäre ich nicht nur misstrauisch gewesen, sondern hätte ihm schlicht einfach nichts davon geglaubt.
Eines Tages laß er mir seine komplette, vermeintliche Konversation mit ihr vor und machte danach ganz bewusst auf „ich hätte es Dir nicht vorlesen sollen“. Da ich aber überhaupt nicht hören wollte, was die beiden schrieben, schaltete ich vollkommen ab und war in meiner eigenen kleinen Welt gefangen.

„Ich fühlte mich in meiner großen Angst bestätigt“

Es dauerte nicht lange, bis er anfing mir zu erzählen, dass Tamara ihn so sehr nerve. Er fragte mich, wie man ihr denn klar machen könne, dass sie ihn in Ruhe lassen soll und drückte mir sein Handy für die Formulierung der Worte in die Hand. Am kommenden Abend hatte er schon wieder „Mitleid mit ihr“ und nahm den Kontakt wieder auf, da sie sich schließlich doch immer ratsuchend an ihn gewendet hatte.
Zwischen ihr und mir bestand kaum noch persönlicher Kontakt und ich fühlte mich in meiner großen Angst bestätigt. Sie fragte ihn, wie es mir geht und er richtete die Frage an mich weiter. Ich dagegen fand das so überhaupt gar nicht gut und meinte, sie solle mich gefälligst persönlich fragen.
Ohne zu wissen, dass er ihr erklärt hatte, wie schlecht es mir doch gehe und wie sehr mich der Kontakt stressen würde, weshalb sie mir doch bitte nicht mehr schreiben sollte, nahmen die Dinge also ihren Lauf.

Inzwischen war der Zeitpunkt der Geburt gekommen und sie lies über ihn fragen, wie es mir denn gehe und ob sie uns besuchen kommen könne. Obwohl ich enttäuscht war, dass sie mir wieder nicht selbst geschrieben hatte, freute ich mich auf ihren Besuch und wartete sehnsüchtig. Über Elijha lies ich ihr ausrichten, zu welcher Zeit ich nicht im Zimmer anzutreffen war und wurde von Stunde zu Stunde enttäuschter, weil sie einfach nicht kam. Irgendwann konnte ich das Abpumpen einfach nicht weiter nach hinten schieben und machte mich auf den Weg ins Kinderzimmer der Wöchnerinnenstation.
Genau in dieser Zeit kam sie in unser leeres Zimmer und hinterließ mir wohl ähnlich traurig Erdbeerschokolade, sowie eine SMS in der stand, wie schade es sei, dass wir uns wohl verfehlt hatten.

„Vielleicht ging meine SMS nicht durch… vielleicht hatte sie es übersehen… ich weiß es nicht…“

Als Bambina gerade eine Woche alt war, mussten wir unter großer Aufregung und Sorge in der Kinderklinik aufgenommen werden, weil das Mädchen einfach immer wieder aufhörte zu atmen.
Ich schrieb Tamara, dass wir zwar schon entlassen waren, nun aber in der Kinderklinik sind und nicht wissen, wie lange wir bleiben müssen. Abgesehen davon, dass Elijha mir diese Zeit eh schon zur Hölle machte, spitzte sich die ganze Lage zu, indem der Kontakt weiterhin fast ausschließlich über ihn bestand und sie mir letztendlich vorwarf, dass sie die stationäre Aufnahme über ihn erfahren musste.
Vielleicht ging meine SMS nicht durch… vielleicht hatte sie es übersehen… ich weiß es nicht… es machte das Ganze nur einfach nicht leichter.
Eines Abends als Bambina friedlich in ihrem Wärmebettchen schlief, machten wir uns auf den Weg um eine Kleinigkeitessen zu gehen. Wir nutzten die Gelegenheit auch direkt, um uns mit Elijha zu treffen und natürlich ging es mal wieder nur um sie.
So lange und so weit, bis ich ihm erklärte, dass er sich entscheiden müsse…. entweder Tamara, die nun ja scheinbar nichts mehr von mir wissen wollte, oder Bambina und wir. Niemals hätte ich diesen Satz gesagt, wenn ich gewusst hätte, dass er ihr davon erzählt und behauptet, ich hätte gesagt er dürfe sein „Patenkind“ nicht mehr sehen, so lange er noch Kontakt zu ihr hat.

Nach unserer Entlassung erzählte er mir wieder, wie sehr sie ihn doch nerve und teilte ihr gleichzeitig mit, dass der Kontakt nun nur noch heimlich stattfinden dürfe.
Eines Abends schrieb er mir mal wieder, er würde sie nicht losbekommen und nun frage sie auch noch, ob er denn immer noch Kontakt zu mir hätte. Ich hatte auf meine SMS keine Antworten von ihr erhalten und so ließ ich mich doch darauf ein, ihr wegen ihm zu schreiben. Sie antwortete nur, dass ich meinen „besten Freund“ ruhig behalten dürfe und wir setzten die Funkstille weiter fort.
Nachdem zwei oder drei weitere Tage verstrichen waren, telefonierte ich mit einem verzweifelten Elijha, der Tamara einfach nicht loswurde und mich erneut fragte, ob ich ihm nicht helfen könne. Also schrieb ich ihr ein weiteres Mal, natürlich ohne zu wissen, dass er ihr im selben Atemzug mitteilte, dass sie mich doch bitte nicht ernst nehmen solle.

Tamara und ich tauschten ein paar böse Worte und das Ende unserer Freundschaft war besiegelt.

Verzweifelt versuchte ich herauszubekommen was sie damit meinte, dass sie es satt hat der Spielball unserer kranken Spielchen zu sein. Elijha bestritt vehement etwas zu wissen, Tamara sprach nicht mehr mit mir und ich fühlte mich als Opfer von allen.
Dass er mich instrumentalisiert hatte, um zu erreichen was er sich in seinem kranken Kopf zurecht gesponnen hatte, konnte ich lange nicht sehen. Ich glaubte nicht mehr daran, dass er keine Ahnung hatte, von was Tamara sprach, konnte aber auch nicht das Gegenteil beweisen.
Erst heute weiß und sehe ich, dass er mich vollkommen isolieren und somit für sich ganz alleine in seinen Fängen haben wollte. Ich sollte meine Freunde, meine Familie und meinen Mann verlieren, um ganz alleine für ihn und das Kind zu leben, von dem er so gerne der Vater gewesen wäre.
Heute weiß ich es, doch heute ist es zu spät.


Gestern begegnete ich Tamara zum zweiten Mal, seit unsere Freundschaft in die Brüche ging.
Wie jedes mal, wenn ich an sie denke, durchfuhr auch heute ein kalter Blitz mein kleines, verletztes Herz.
Auch heute, bald 5 Jahre später tut es noch unglaublich weh, unter welchen Umständen alles endete. Denn heute weiß ich, dass Tamara aus Sorge um mich, den Kontakt zu ihm gehalten hat.
Heute weiß ich, dass sie hoffte, dass sie mir gemeinsam helfen können und sie ihm glaubte, dass es besser sei, mir nicht selbst zu schreiben. Ich weiß, dass das was ich als Ignoration aufgefasst hatte in Wahrheit unnötige Rücksichtnahme war.

„Heute weiß ich es besser!“

Genau aus diesem Grund ging ich heute auf sie zu, um mich bei ihr dafür zu entschuldigen, wie wenig ich ihr vertraut hatte.
Dafür, dass ich einem anderen Glauben schenkte, ohne sie einfach mal direkt anzusprechen und zu fragen, was denn eigentlich los ist. Heute würde ich so vieles anders machen, denn heute weiß ich es besser.
Tamara freute sich über die Entschuldigung und sagte es sei okay, doch in meinem Kopf brodelt die Suppe unaufhörlich weiter. Auch ich bin enttäuscht, dass sie einem Fremden einfach so geglaubt hat, anstatt mich einfach anzusprechen. Auch ich bin das Opfer…. ganz besonders ich bin das Opfer.
Natürlich kann sie das nicht wissen, natürlich sieht die Geschichte aus ihrer Sicht ganz anders aus… habe ich doch selbst viel zu lange an eine Lüge geglaubt. Und doch treibt es mir die Depressionstränen in den Brustkorb, dass sie nun zwar meine Entschuldigung hat, letztendlich aber überhaupt nicht weiß, was eigentlich wirklich vorgefallen war.
Nicht weiß, wie meine damalige Situation war, warum ich gehandelt habe, wie ich gehandelt habe und warum alles so kam, wie es kam.

Hallo Bloggerwelt, ich bin zurück.

Was würdest Du anders machen?

Ich wurde bei Instagram gefragt, was ich bei meinen Kindern anders mach würde, wenn ich nochmal die Gelegenheit dazu hätte.
Im ersten Moment überforderte mich diese Frage ein wenig, kurz darauf fiel mir allerdings doch so einiges ein. Anfangen möchte ich bei Bambina, unserem ersten, so sehr gewünschten Kind <3

Bei klein Bambi würde ich…

  • …alles versuchen, um den Kaiserschnitt zu vermeiden
  • …mir mit der Entscheidung der Taufpaten sehr viel Zeit lassen
  • …nicht so viel auf schlechte Ratgeber hören und so viel wie möglich gebraucht kaufen – denn das ist gut (!) und NICHT asozial
  • …sie im Kreißsaal nicht einfach den Ärzten überlassen, ohne regelmäßig informiert zu werden
  • …meine ehemals beste Freundin keine Bindung zu ihr aufbauen lassen, da Bambina nach ihrem plötzlichen Verschwinden noch heute ständig nach ihr fragt
  • …keine Bilder, auf denen man ihr Gesicht sieht online stellen
  • …mich nicht mehr verrückt machen, weil sie doch schließlich schon durchschlafen und vor allem in ihrem Bett liegen muss.
  • …eine Trageberatung in Anspruch nehmen, anstatt es so hinzunehmen, dass sie in der doofen Manduca nur schreit und daher scheinbar einfach nicht getragen werden will
  • …meiner Schwiegermutter früher sagen, was ich davon halte, dass sie sich scheinbar nicht großartig für ihre Enkelin interessiert
  • …mir nicht so viel reinreden lassen und ganz allein nach meinem Bauchgefühl handeln
  • …alternativer und ökologischer handeln
  • …weniger Zeit am Handy verbringen
  • …meinem Helden VIEL früher von E. erzählen und somit die damalige Gewaltsituation durchbrechen

3,5 Jahre später kam unser zweites Wunschkind viel zu früh zur Welt und ließ unsere kleine Familie noch perfekter werden.
Im Großen und Ganzen habe ich bei beiden Kindern meinen Frieden und leide, abgesehen von ein paar wenigen Punkten, nicht darunter, etwas großartig zu bereuen. Ich habe bei unseren Minizwergen mein Bestes gegeben und tue es heute noch; bei Bambina anders als bei unserem Elfen, doch das Leben steht nicht still und ich habe mich weiterentwickelt.
Manches konnte ich mit meinen jungen Jahren noch nicht besser wissen und anderes war ein Prozess, der auch heute noch nicht beendet ist.
Auch bei unserem Elfen gibt es somit den ein oder anderen Punkt, den ich kein zweites mal so geschehen lassen würde. Allerdings muss da auch so manches noch verarbeitet werden.

Bei unserem Minizwergi würde ich…

  • …nicht noch mal so viel Zeit verstreichen lassen, bis ich ihn zum ersten Mal sehen kan
  • …mich im Perinatalzentrum nicht mehr ständig wegschicken lassen und würde darauf bestehen, so viel wie möglich bei meinem Kind zu sein!
  • …mir grundsätzlich nicht mehr so viel von der Klinik gefallen lassen
  • …früher auf mein Gefühl hören, was seine Ernährung betrifft
  • …mir das Stillen nicht verbieten lassen!
  • …in der Schwangerschaft auf eine ordentliche Behandlung bestehen – durchgehende Vorsorge, zweite Meinung wegen dem Verlust von Fruchtwasser, Lungenreife nach Anordnung der leitenden Oberärztin
  • …die Nottaufe heimlich filmen!
  • …mich grundsätzlich nicht so sehr verunsichern lassen.
  • …darauf bestehen ALLES gesagt zu bekommen
  • …mehr dokumentieren, um nicht so viel aus der Neozeit zu vergessen
  • …würde ich noch vor Entlassung ein Gespräch mit einem Facharzt bezüglich seiner Fehlbildungen verlangen
  • …früher mit Stoffwindeln beginnen 🙂

Abgesehen von den genannten Punkten, würde ich im großen und ganzen genauso handeln, wie ich es bisher getan habe.
Wahrscheinlich würde ich mich im Nachhinein betrachtet schon früher mit Stoffwindeln, Attachment Parenting, unerzogen, bindungsorientiert, windelfrei etc. beschäftigen, doch das ist oben genannter Prozess, der leider seine Zeit braucht.
Als Bambina zur Welt kam, waren wir relativ junge Eltern, die noch nicht wirklich viel mit ökologischen Gedanken am Hut hatten. Im Gegenteil, frisch verheiratet in der ersten eigenen Wohnung, haben wir erst mal unsere neugewonnene Freiheit genutzt & all das konsumiert, das unsere Eltern zuvor nicht unterstützt hatten. Begriffe wie BLW, Familienbett, unerzogen, Barfußschuhe, Mei Tai o.ä. waren mir fremd und ich lernte sie erst nach und nach kennen und schätzen.
Noch dazu gab es zu dieser Zeit leider Elijha in unserem Leben, der alles verurteilte, das nicht neu und super gut war.
Wir waren also ständig damit konfrontiert, schlechte Eltern zu sein, wenn wir Erbstücke meiner Familie für unser „neues“ Kind benutzen, oder meine Familie mal aufpassen lassen würden.

Inzwischen weiß ich, welch unglaublicher Unsinn das doch ist und kaufe kaum noch etwas neu. Abgesehen vom finanziellen Aspekt, ist es einfach eine unnötige Ressourcenverschwendung und die Müllberge wachsen nebenbei minütlich.
Kleidung kauften wir damals großteils schon gebraucht, den Kinderwagen ebenso, doch der Rest war neu. Da wir nach einer langen Zeit die ersten unserer Familie waren, die ein Kind bekommen haben, war zwar eh nicht viel da, doch gerade diese Teile haben wir nun beim Elfen benutzt. Unter anderem ein antiker Stubenwagen, in dem meine Oma schon lag 😉

Und was würdest Du anders machen, wenn Du die Gelegenheit dazu hättest?

#OffTopic Juni – Kraftquellen

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Oooooh ich freue mich,  dass ich das Gemeinschaftsprojekt #OffTopic in diesem Monat zum ersten Mal auf meinem Blog willkommen heißen darf.
Hinter #OffTopic verstecken sich verschiedene Blogger, die einmal im Monat zu einem bestimmten Thema schreiben, das nichts mit den Kindern zu tun hat. Für den Monat Juni habe ich das Thema Kraftquellen gewählt und freue mich, dass ich so schöne Worte geschickt bekommen habe, doch lest selbst.

Für mich hing meinen Kraft sehr lange von Menschen, Gegenständen und Orten ab. Das tobende Meer war und ist beispielsweise so ein Ort. Wenn der Wind peitscht und die Wellen nur so mit einer Wucht hereinbrechen, die  ich nicht zu beschreiben weiß, fühlt es sich an, als würden meine Speicher aufgeladen. Diese Wucht der Naturgewalten, die unglaublichen Kräfte, die dabei wirken… das war meine absolute Nummer 1 der Kraftquellen.
Doch von Süddeutschland aus betrachtet, ist die Nordseeküste eine gefühlte Ewigkeit entfernt und der gefüllte innere Krafttank hält nicht unbegrenzt.

Vor 3 Jahren noch, war das ein richtiges, unlösbares Problem für mich. Inzwischen hat sich aber viel getan und ich brauche keine klassischen Kraftquellen mehr um aufzutanken. Heute kann ich in vielen Kleinigkeiten und mir selbst die Kraft finden, die ich brauche. Gerade die Situation mit unserem Elfen fordert viel von mir, doch ein einziges Lachen von ihm,  oder ein „Mama“ von Bambina reichen aus, um diese Leichtigkeit zu spüren, die man zum weiter machen braucht.
Warmer Regen, eine hübsche Blume, das zwitschern der Vögel, Musik, eine Melodie im Kopf, Kommentare meiner Leser, ein „Hallo“ meiner Freunde, das Heimkommen des Studenten am Abend, der seltene Gottesdienstbesuch an einem Sonntag, ein guter Tee, eine Fassbrause, mein singendes Bambikind, der plappernde Elf und vieles mehr. All das sind Dinge, aus denen ich Kraft schöpfen & durch die ich weiter machen kann.
Und ganz tief in mir drin, kann ich trotz Depression, Flashbacks und anderen Schwierigkeiten die Gewissheit spüren, dass ich gut so bin wie ich bin und das Leben liebe, das ich fühle. Ich lebe Tag für Tag mit dem Gefühl der Dankbarkeit, für all das was ich habe und allein das, hilft mir schon sehr.
Am meisten Kraft geben mir aber jeden Tag aufs Neue unsere Kinder, für die sich einfach jede Anstrengung lohnt <3

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Wochenrückblick – 24/2016

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KW 24 in einem Bild: Krankenhaus

Daumen hoch für: sehr sehr sehr sehr sehr liebe Krankenschwestern und klasse Oberärzte der Uniklinik!
Daumen runter für: hohes Fieber, Lungenentzündung, Krankenhaus…
Hörenswert: Etwas in mir – Albert Frey
Sehenswert: Game of Thrones S06E08
Gegessen: Brot mit Avocado, Schokolade, Kekse, Krankenhausessen
Getrunken: Stilltee, Wasser, alkoholfreies Weißbier
Geärgert: unser Elf muss erst 100 g/Tag zunehmen und eine katastrophale Einfuhr-/Ausfuhrbillanz haben, bevor ernst genommen wird, dass er wieder einlagert :-/
Gefreut: Das Antibiotikum wirkt!!!!
Gestaunt: Bambina zählt Nacht für Nacht die Tage mit, bis wir wieder nach Hause kommen und der Elf ist so unglaublich lang geworden =O
Gelesen: Lied von Eis und Feuer – Die Herren von Winterfell
Bewundert: richtig schön angemalte Malbuchseiten des Bambikinds.
Vorfreude auf: Zu HAUSE <3
Auf der Skala von 1-10: 5
Gut zitiert: „Sonnenscheinkind passt wirklich perfekt zu Ihrem Sohn!“ 🙂 *.*

#NationalBestFriendsDay

Am 8. JUNI wird in Amerika der Tag der besten Freunde gefeiert und für mich gibt es momentan allen Grund, darüber zu schreiben.

Im Januar endete die langjährige „auf und ab“-Freundschaft mit meiner ehemals besten Freundin offiziell.
Eigentlich gab es dieses „uns“ schon lange nicht mehr und obwohl ich eine Zeit lang fast krampfhaft versucht habe, das „alte“ aufrecht zu erhalten, verlor unsere Freundschaft immer mehr an Substanz, bis am Ende nichts mehr davon übrig war. Den Schlussstrich zog sie dann letztendlich stillschweigend, indem sie auf nichts mehr reagierte und mich überall blockierte.
Nach anfänglichen Sorgen um sie, merkte ich an meiner inneren Reaktion eindrücklich, dass es eigentlich schon viel früher zu Ende war. Unsere Leben haben sich einfach in vollkommen andere Richtungen entwickelt, größere Themen standen zwischen uns und die  ehemalige „Teenie“-Freundschaft überstand  den Weg ins Erwachsenenalter einfach nicht.

Ich möchte nicht, dass es durch diesen Artikel so wirkt, als hätte ich meine Freunde so ausgetauscht. Nein, meine Herzdame lernte ich vor 3 Jahren über meinen ersten deutschen Blog kennen, Ende 2013 trafen wir uns zum ersten Mal und auch wenn zwei emotional mitgenommene Menschen nicht immer gut harmonieren, entwickelte sich eine feste, ernste, richtige Freundschaft.  Eine, auf die ich nun ohne das Gefühl, im jugendlichen „beste beste beste Freundin“-Zeitalter festzuhängen, blicken kann; so, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben nicht mehr ständig die  Bestätigung brauche, gemocht zu sein, denn es fühlt sich einfach danach an.
Ich kann mit einer unglaublichen inneren Ruhe an unsere Freundschaft denken und sehe all die schönen Momente, Gespräche und Bilder der letzten Jahre vor meinen Augen.

Anfang 2015 ließen wir uns gemeinsam ein Tattoo stechen, mit ihrer Familie war ich zum ersten Mal in einem Toy’r’us, wir waren gemeinsam im Wildpark, shoppen, sie war hier,  als meine Oma starb, stand mir immer zur Seite, egal wie groß meine Dummheiten auch waren, versteht vieles wie eine andere und wenn mich mal wieder mein schlechtes Gewissen plagt, weil ich sinnlos Geld ausgegeben habe, relativiert sie es für mich.
Letztes Jahr durfte ich ihre Trauzeugin sein und habe in einer Kirche, gefüllt mit fremden Menschen, aus der Bibel vorgelesen. ICH!
Nach anfänglicher Panik, hat es sich sogar einfach nur noch richtig angefühlt. Anfang Mai las sie dafür einen Teil der Fürbitten bei Bambinas Taufe und fuhr trotz vorzeitiger Wehen den weiten Weg zu uns.

Vor 8 Monaten brachte ich schließlich ihr Patenkind – unseren Elfen – viel zu früh zur Welt, woraufhin eine harte Zeit begann, die unsere Beziehung ordentlich auf die Probe stellte. Ich, eifersüchtig auf ihre neuen Freunde und gleichzeitig ohne Zeit und Nerven, für ordentliche Kommunikation.
Oft hörte sie den lieben langen Tag nichts von mir, machte sich Sorgen um uns und begrüßte mich dennoch jeden Morgen mit einem Herzchen. Wie oft musste sie sich mit den wenigen Informationen zufriedengeben, die ich ihr oder Instagram mitteilte und obwohl es mir wirklich leid tat, konnte ich einfach nicht anders. Doch genau diese Zeit hat uns nur noch mehr zusammengeschweißt.
Ich bin unendlich dankbar dafür, sie in meinem Leben haben zu dürfen, weshalb ich ihr diese Zeilen mit großer Freude widme <3

Doch die Geburt unseres Wunderkindes,  brachte nicht nur die Herzdame und mich näher zusammen, sondern auch eine neue Familie in unser Leben.
Eine Woche nach der (für mich schockierenden) Isolation unseres Elfen, stand plötzlich ein zweiter Inkubator in unserem Zimmer. Darin lag ein klitzekleines Wesen,  das noch keine 1000 g wog und mir immer wieder verdeutlichte, wie sehr unser Junge schon gewachsen war. Lag der Kleine auf Anikas oder Toms Brust, hatte ich jedes Mal das Gefühl, eine Kopie vom Minielfen und mir zu sehen. Denn vorher war mir nie so bewusst, wie klein unser Kämpfer eigentlich wirklich war…
Mit den Eltern des Zwergen verstanden wir uns von Anfang an und ich merkte schnell, dass die beiden ebenfalls recht alternativ eingestellt sind. Doch genauso schnell kam auch die Angst, dass der Elf auf Normalstation umzieht, bevor wir uns richtig kennengelernt haben. Tagelang hatte ich deshalb einen kleinen Zettel mit meiner Handynummer bei mir und traute mich einfach nicht,  ihn Anika zu geben.
Ich neige nun mal dazu, viel zu schnell große Sympathie zu empfinden, wenn es für andere nur ein kleiner Plausch unter Fremden ist. Also wartete ich und stellte mit der Zeit fest, dass sie ihrem Sohn auch noch die selben Lieder vorsang, wie ich unserem.
Das mussten einfach genug Gemeinsamkeiten für einen länger währenden Kontakt sein und so sammelte ich irgendwann meinen ganzen Mut und gab Anika den Zettel, den ich inzwischen schon unzählige Mal neu geschrieben hatte.

2 Monate lang teilten wir uns ein Isolationszimmer und saßen den halben Tag zusammen bei unseren Frühchen. Schnell spürte ich eine gewisse Vorfreude am Morgen, wenn ich an die nachmittäglichen Gespräche mit ihr und/oder ihrem Mann dachte und schloss die komplette Familie in mein Herz.
Wir freuten uns gemeinsam über die Fortschritte der Minis, lästerten über all die seltsamen, stationären Umstände und regten uns über so manche ärztliche Aussage auf.
Anika lauschte den Geschichten, die ich dem Elfen vorlas, ich erfreute mich am klang ihrer wunderschönen Singstimme und unsere Söhne unterhielten sich über das Klingeln der Monitore. Immer wieder hörten wir die Schwestern witzelnd fluchen, dass die beiden sich einfach immer absprechen und unterhalten müssen… zum Leid des zuständigen Pflegepersonals 😀
Wir wurden so gute Freunde, dass es die Runde machte und eine Frühchenmama, die uns kaum kannte zu uns sagte, dass wir am Ende doch gar nicht mehr ohne einander können. Wie recht sie damit doch hatte! Wir gewöhnten uns so sehr aneinander, dass der Abschied bei unserer Entlassung tränenreich war und ich mich kaum darüber freuen konnte, unser Elfenbaby endlich mit nach Hause nehmen zu dürfen.
Anika, die erste Person neben meinem Mann, mit der ich Tag für Tag reden konnte, ohne in alte Angstmuster zu fallen. Obwohl wir uns jeden Tag gesehen haben, hatte ich keine Angst davor,  mich mit ihr unterhalten zu „müssen“ & keine Panik, weil sie mich so regelmäßig sie sah.
Ich freue mich jedes mal sehr darauf, sie zu treffen und kann die kleine Familie vollkommen problemlos besuchen, was seit Elijha normal nur noch sehr schwer möglich ist. Ende März/Anfang April waren wir sogar gemeinsam auf einer Kurzfreizeit im Kloster und haben die Zeit sehr genossen.

Momentan könnte ich mit meinen Freunden nicht glücklicher sein und bin so unendlich froh und dankbar, meinen Platz bei und mit ihnen gefunden zu haben <3

Der Sieg nach langem Kampf

Es gibt so unfassbar viel zu erzählen und ich komme einfach zu nichts. Wobei das nun auch nicht ganz der Wahrheit entspricht, denn anstatt nebenbei sinnlos durchs Netz zu surfen, könnte ich auch meinen Kopf ein wenig anstrengen und schreiben – wenn mir nicht jedes mal die fehlende Motivation dazwischen käme.
Beginnen wir am besten mit dem aktuellsten Thema und arbeiten uns nach und nach vor, ähm… zurück 😉

12 Mahlzeiten am Tag.

Fast 4 Monate ist unser Elf nun schon zu Hause und genauso lange kämpfen wir um jedes Gramm. Zuerst konnte er nicht genug Milch zu sich nehmen, da er noch keine Sonde hatte,  dann kam die fiese RSV-Infektion und mit ihr eine Wochen lang belegte Lunge. Während der akuten Infektion hatte er sämtliche Nahrung verweigert und auch danach ging es nur schleppend voran. Er vertrug seine Milch unheimlich schlecht, weshalb wir seine Tagesmenge auf 12 Mahlzeiten aufgeteilt hatten, welche wir mit Hilfe der Schwerkraft haben einlaufen lassen. So vertrug er seine Nahrung zumindest so lange einigermaßen gut,  bis die Sonden-/Trinknahrung Infatrini auf den Tisch kam.

Da unser Zwergi durch die ganzen Umstände zwischenzeitlich ziemlich wenig zugenommen hat, bekamen wir einen Termin bei der Ernährungsberaterin der Kinderklinik. Sie hatte jahrelang mit unserer Kinderärztin zusammen gearbeitet, die beiden hatten sich auch schon besprochen und so hatten wir bei der recht dominanten Frau kaum eine Wahl; Infatrini muss her!
Ihre Argumente waren unter anderem, dass Muttermilch nach 6 Monaten überhaupt keinen Sinn mehr hätte, geschweige denn etwas nützliches enthalten würde und man durch Anreichern niemals auf die 1kcal/ml von der Sondennahrung kommen könne. Sämtliche Einwände meinerseits,  dass ich aber überhaupt nicht vorhabe abzustillen, wurden abgeschmettert und so willigte ich ein, zumindest mal darüber nachzudenken. Ich hatte auch vor es auszuprobieren, doch das Ersetzen der Muttermilch kam für mich überhaupt nicht in Frage.

Muttermilch behält seine Zusammensetzung

Da ich allerdings sehr verunsichert war und auch kein Risiko eingehen wollte, dass unser Elfchen Mangelerscheinungen bekommt, wendete ich mich online hilfesuchend an verschiedene Stillberater. So stieß ich auf Magdalene Stosik, die Ansprechpartnerin der Afs für das Stillen von herzkranken Kindern. Der Elf ist zwar grundsätzlich ein Lungenkind, was im Endeffekt aber ähnliche Auswirkungen und Bedingungen auf/für seine Ernährung hat. Sie bestätigte meine Vermutung, dass Muttermilch natürlich auch weiterhin seine Zusammensetzung behält und Kliniken dennoch sehr gerne schnell auf Infatrini umstellen möchten.

Wir probierten es also aus, einzelne Mahlzeiten durch Infatrini zu ersetzen und ich pumpte weiterhin genauso regelmäßig ab wie zuvor. Zum Glück, denn der Elf reagierte mit starken Bauchkrämpfen und erbrechen auf die künstliche Milch.
Da ich als Teenager selbst mal 14 Wochen lang Sondennahrung bekommen habe, die ich nicht vertragen hatte, konnte ich ihn direkt verstehen und beendete den Versuch. Kam mir ja gerade recht, dass er so darauf reagierte, auch wenn ich es ihm gerne erspart hätte.

Dummerweise war das Thema damit aber noch lange nicht vom Tisch, denn  da gäbe es noch die leichter verträgliche Version, bei der die Sondennahrung in kleinste Teile aufgespalten ist – Infatrini Peptisorb. Wir bekamen probeweise 8 Flaschen davon zugeschickt und merkten schnell, dass unser kleiner Zwerg diese Nahrung zwar deutlich besser verträgt, doch längst nicht gut. Die Krämpfe waren weiterhin vorhanden, nur das Erbrechen blieb in dieser Form aus. Dafür kam ihm auch 2-3 Stunden später noch, immer wieder geflockte Nahrung und am Ende eine klare, übel riechende Flüssigkeit hoch.

100 ml am Tag

Nach und nach bekamen wir raus, dass er insgesamt ca. 100 ml Infatrini Peptisorb verträgt, wenn wir sie nicht auf einmal geben, sondern auf 5 Mahlzeiten verteilen.
Auch wenn ich nicht vor hatte abzustillen, sollte mir dieser Umstand den Kampf vereinfachen; dachte ich zumindest.

Aufgrund der stagnierenden Gewichtszunahme, der anhaltenden Lungenproblematik, des vielen spuckens/aufstoßens und der Krämpfe, wurde es unserer Kinderärztin zu riskant  und sie schickte uns zur Abklärung in die hiesige Uniklinik. Dort sollten organische Gründe der Verdauungssymptome ausgeschlossen, sowie über eine PEG-Sonde und die Lunge beratschlagt werden. Dass all das im direkten zeitlichen Zusammenhang mit der Sondennahrung deutlich schlimmer ist, wollte zu diesem Zeitpunkt noch keiner hören,  auch nicht, dass seine Trinkprobleme durch die Lunge bedingt sind. Dementsprechend begeistert  machten wir uns am Mittwoch auf den Weg und hatten – kaum waren wir auf Station – auch schon erneut mit der Ernährungsberaterin zu tun.

Wenn Sie das Beste für Ihr Kind wollen, dann…

Sie wollte erneut, dass wir die Muttermilch durch Infatrini ersetzen und erklärte uns, dass unser Kind mit 600 ml Milch und Zusätzen gerade mal 60 kcal/kg bekommen würde. Das wäre also eine vollkommene Mangelernährung und nicht gut für den kleinen Herrn. Außerdem enthalte die Muttermilch, sowie die u.a. zugefügten Mandeln kein Eisen, Calcium etc. wodurch wir ihm im Grunde lediglich Fett und Eiweiß zusetzen würden. Ich hatte in dem Moment natürlich keine Zahlen zur Hand und war vollkommen sprachlos. Gerade bei Ernährungsberatern für Babys erwarte ich korrekte Informationen,  im Gespräch mit den Eltern.
Wir sollen doch bitte mit ihr gemeinsam schrittweise das Infatrini erhöhen und schauen, wie viel er tatsächlich verträgt, immerhin müssten wir ihm die Sondennahrung geben, wenn wir das Beste für unser Kind möchten. Wenigstens die Hälfte der Tagesmenge… oder zumindest 2/3, da er es braucht, müsse er dann sozusagen durch die starken Bauchkrämpfe durch. Punkt.

Ich versuchte ihr zu erklären, dass wir das zu Hause selbst schon zur Genüge getestet haben und ich meinem Kind mit Sicherheit nichts geben werde,  von dem ich weiß, dass er es nicht verträgt. Meine Mandelmusmethode empfand sie als unkonventionell und das Muttermilchthema sei ja sehr umstritten und jeder hätte eine eigene Auffassung davon. Daraufhin erklärten wir ihr nur noch, dass wir in diesem Punkt eben auch einen unterschiedlichen Standpunkt haben, er aber unser Kind ist und wir somit darüber entscheiden, wie er ernährt wird. Daraufhin verließ sie recht beleidigt das Zimmer und sagte dann nur noch,  dass sie es dann eben so weiter geben müsse.

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Nachdem es am Abend ein erneutes Gespräch über die Ernährung gab und der Professor am folgenden Nachmittag ebenfalls gegen die Muttermilch war, verbrachte ich die halbe Nacht mit Berechnungen. Wie viele kcal der kleine Elfenmann nun tatsächlich zu sich nimmt (nämlich 139 kcal/kg), der Vergleich der Inhaltsstoffe von 100 ml Infatrini Peptisorb zu 30 mg Mandeln und wie viel ich von was in die Muttermilch rühren muss, um ihn vollkommen ausgewogen zu ernähren.
Ich war also bestens auf die Visite am nächsten Morgen vorbereitet und dann erklärt mir der Professor, dass er am vergangenen Abend noch lange über unseren Jungen nachgedacht hatte und zu dem Schluss kam, dass seine Schwierigkeiten tatsächlich alle irgendwie mit der Lunge zusammen hängen – inklusive der schleppenden Gewichtszunahme.
Er verdeutlichte mir erneut, wie wichtig es gerade für den Elfen ist, zu gedeihen, passte die Therapie der Lunge an und setzte letzendlich fest, dass es vollkommen egal ist, wie wir den Kleinen ernähren; hauptsache er kommt auf 140 kcal/kg und nimmt ca. 100 Gramm pro Woche zu. Muttermilch sei natürlich das Beste und ich müsse eben einfach nur sicherstellen, dass wir ihm dennoch die notwendigen Kalorien zuführen.
Der Urintest zeigte wenige Stunden später auch, dass kein Calziummangel vorliegt und Eisen bekommt er so oder so seit der Geburt supplementiert.

Doppelt gemoppelt hält besser.

Es fühlte sich wie ein großer Sieg nach langem Kampf an und doch kam schnell Unsicherheit auf, da ich mich im Bereich der Osmolalität einfach überhaupt nicht auskenne. Also fragte ich nach einer anderen Ernährungsberaterin, woraufhin unsere Nachsorgeschwester vom bunten Kreis noch mal eine allgemeingültige Aussage des Oberarztes einholte, um den erneuten Start des Infatrinikampfs direkt zu vermeiden.  Wir dürfen nun also ganz offiziell weiterhin Muttermilch geben und die Uniklinik spricht sich dafür aus, dass diese Ernährung für unseren Jungen vollkommen in Ordnung ist.

Wir müssen also nur sehen, wie wir die 140 kcal/kg Körpergewicht auch weiterhin in den 600 ml Milch unterbringen. Mehr Flüssigkeit darf der kleine Herr nicht bekommen, womit er uns ab und an doch vor eine gewisse Herausforderung stellt… doch vielleicht klappt es ja bald mit der Beikost 😉