Momente #37


#1

„Oh neeeeeeein“, ertönt es hinter mir, als ich gerade dabei bin, meine Stoffe zu sortieren.
„Meine anderen Puppen sind weg! Jetzt sind die beiden Frauen ganz alleine im Haus, da haben die doch ohne den Papa ANGST!“, geht es wimmernd und mit weinerlicher Stimme weiter.
Ich versichere ihr, dass wir ihre anderen Püppchen sicherlich bald finden würden und die beiden Frauen auch ohne Mann im Haus ganz stark sind und keine Angst haben müssen.
Kurz darauf steht ein fröhlich quiekendes und strahlendes Mädchen vor mir.
„Da ist der Papa ja! Jetzt haben die Frauen keine Angst mehr!“, sagt es und bittet den Papa darum, die Puppen doch bitte anzuziehen.

#2

Wir sind im Wohnzimmer und ich bin gerade dabei unsere DVD-Sammlung auszusortieren, als sie ihre Papa-Puppe in den Händen hält und sie nicht alleine angezogen bekommt (ist auch wirklich schwer!).
Da ich gerade beschäftigt bin, ruft klein Bambi ihren Papa herbei und fragt, ob er ihr Püppchen wohl für sie anziehen würde?
Dieser nimmt Oberteil, Hose und Puppe Nackedei und frag, „Wieso sind die Puppen eigentlich immer nackt wenn ich komme?“
Bambina schaut ihn an und antwortet leicht irritiert „Na weil die sich doch nackt ins Bett legen, bevor sie schlafen!“
Der Student und ich blicken uns an und denken wohl beide das Selbe… also von UNS hat sie das schon mal nicht 😉

Was würdest Du anders machen?

Ich wurde bei Instagram gefragt, was ich bei meinen Kindern anders mach würde, wenn ich nochmal die Gelegenheit dazu hätte.
Im ersten Moment überforderte mich diese Frage ein wenig, kurz darauf fiel mir allerdings doch so einiges ein. Anfangen möchte ich bei Bambina, unserem ersten, so sehr gewünschten Kind <3

Bei klein Bambi würde ich…

  • …alles versuchen, um den Kaiserschnitt zu vermeiden
  • …mir mit der Entscheidung der Taufpaten sehr viel Zeit lassen
  • …nicht so viel auf schlechte Ratgeber hören und so viel wie möglich gebraucht kaufen – denn das ist gut (!) und NICHT asozial
  • …sie im Kreißsaal nicht einfach den Ärzten überlassen, ohne regelmäßig informiert zu werden
  • …meine ehemals beste Freundin keine Bindung zu ihr aufbauen lassen, da Bambina nach ihrem plötzlichen Verschwinden noch heute ständig nach ihr fragt
  • …keine Bilder, auf denen man ihr Gesicht sieht online stellen
  • …mich nicht mehr verrückt machen, weil sie doch schließlich schon durchschlafen und vor allem in ihrem Bett liegen muss.
  • …eine Trageberatung in Anspruch nehmen, anstatt es so hinzunehmen, dass sie in der doofen Manduca nur schreit und daher scheinbar einfach nicht getragen werden will
  • …meiner Schwiegermutter früher sagen, was ich davon halte, dass sie sich scheinbar nicht großartig für ihre Enkelin interessiert
  • …mir nicht so viel reinreden lassen und ganz allein nach meinem Bauchgefühl handeln
  • …alternativer und ökologischer handeln
  • …weniger Zeit am Handy verbringen
  • …meinem Helden VIEL früher von E. erzählen und somit die damalige Gewaltsituation durchbrechen

3,5 Jahre später kam unser zweites Wunschkind viel zu früh zur Welt und ließ unsere kleine Familie noch perfekter werden.
Im Großen und Ganzen habe ich bei beiden Kindern meinen Frieden und leide, abgesehen von ein paar wenigen Punkten, nicht darunter, etwas großartig zu bereuen. Ich habe bei unseren Minizwergen mein Bestes gegeben und tue es heute noch; bei Bambina anders als bei unserem Elfen, doch das Leben steht nicht still und ich habe mich weiterentwickelt.
Manches konnte ich mit meinen jungen Jahren noch nicht besser wissen und anderes war ein Prozess, der auch heute noch nicht beendet ist.
Auch bei unserem Elfen gibt es somit den ein oder anderen Punkt, den ich kein zweites mal so geschehen lassen würde. Allerdings muss da auch so manches noch verarbeitet werden.

Bei unserem Minizwergi würde ich…

  • …nicht noch mal so viel Zeit verstreichen lassen, bis ich ihn zum ersten Mal sehen kan
  • …mich im Perinatalzentrum nicht mehr ständig wegschicken lassen und würde darauf bestehen, so viel wie möglich bei meinem Kind zu sein!
  • …mir grundsätzlich nicht mehr so viel von der Klinik gefallen lassen
  • …früher auf mein Gefühl hören, was seine Ernährung betrifft
  • …mir das Stillen nicht verbieten lassen!
  • …in der Schwangerschaft auf eine ordentliche Behandlung bestehen – durchgehende Vorsorge, zweite Meinung wegen dem Verlust von Fruchtwasser, Lungenreife nach Anordnung der leitenden Oberärztin
  • …die Nottaufe heimlich filmen!
  • …mich grundsätzlich nicht so sehr verunsichern lassen.
  • …darauf bestehen ALLES gesagt zu bekommen
  • …mehr dokumentieren, um nicht so viel aus der Neozeit zu vergessen
  • …würde ich noch vor Entlassung ein Gespräch mit einem Facharzt bezüglich seiner Fehlbildungen verlangen
  • …früher mit Stoffwindeln beginnen 🙂

Abgesehen von den genannten Punkten, würde ich im großen und ganzen genauso handeln, wie ich es bisher getan habe.
Wahrscheinlich würde ich mich im Nachhinein betrachtet schon früher mit Stoffwindeln, Attachment Parenting, unerzogen, bindungsorientiert, windelfrei etc. beschäftigen, doch das ist oben genannter Prozess, der leider seine Zeit braucht.
Als Bambina zur Welt kam, waren wir relativ junge Eltern, die noch nicht wirklich viel mit ökologischen Gedanken am Hut hatten. Im Gegenteil, frisch verheiratet in der ersten eigenen Wohnung, haben wir erst mal unsere neugewonnene Freiheit genutzt & all das konsumiert, das unsere Eltern zuvor nicht unterstützt hatten. Begriffe wie BLW, Familienbett, unerzogen, Barfußschuhe, Mei Tai o.ä. waren mir fremd und ich lernte sie erst nach und nach kennen und schätzen.
Noch dazu gab es zu dieser Zeit leider Elijha in unserem Leben, der alles verurteilte, das nicht neu und super gut war.
Wir waren also ständig damit konfrontiert, schlechte Eltern zu sein, wenn wir Erbstücke meiner Familie für unser „neues“ Kind benutzen, oder meine Familie mal aufpassen lassen würden.

Inzwischen weiß ich, welch unglaublicher Unsinn das doch ist und kaufe kaum noch etwas neu. Abgesehen vom finanziellen Aspekt, ist es einfach eine unnötige Ressourcenverschwendung und die Müllberge wachsen nebenbei minütlich.
Kleidung kauften wir damals großteils schon gebraucht, den Kinderwagen ebenso, doch der Rest war neu. Da wir nach einer langen Zeit die ersten unserer Familie waren, die ein Kind bekommen haben, war zwar eh nicht viel da, doch gerade diese Teile haben wir nun beim Elfen benutzt. Unter anderem ein antiker Stubenwagen, in dem meine Oma schon lag 😉

Und was würdest Du anders machen, wenn Du die Gelegenheit dazu hättest?

Hand in Hand durch den Regen

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Heutiges Highlight – frische Luft und ein klein wenig Bewegung. 

Da ich seit Mittwoch erneut wegen einer Lungenentzündung mit unserem Elfen in der Kinderklinik bin & es ihm anfangs wirklich schlecht ging, waren wir zu weit in unserem Krankenzimmer gefangen. Im Gegensatz zu mir, interessiert es den keinen Knopf allerdings relativ wenig, wo genau er sich befindet; hauptsache die Mama ist da. Ich finde es immer wieder faszinierend, mit welchen Kleinigkeiten man so ein Kind vollkommen zufrieden stellen kann <3

Gestern erst, war Bambina sichtlich glücklich darüber, dass sie mit mir in der Klinik duschen durfte. Auch wenn es für viele nichts besonderes ist, war dieser Moment wichtig für unsere, durch die Umstände sehr strapazierte Mutter-Tochter-Beziehung und wir genossen es beide sehr. Mir wurde unbeschreiblich warm ums Herz, als sie mich ansah und sagte, dass es sooooo schön sei.
Heute sprach sie dann zu Hause den ganzen Tag freudig davon, dass ich ihr versprochen hatte mit ihr auf den Klinikspielplatz zu gehen. Morgen malen wir gemeinsam ein Bild in ihrem Malbuch an und übermorgen darf sie uns hoffentlich abholen.

Vorhin haben wir dann direkt die Gelegenheit genutzt und gefragt, ob wir den Elfen mit nach draußen nehmen dürfen. Andernfalls wäre sein Papa bei ihm geblieben, während ich mit unserer Großen alleine draußen gewesen wäre. Doch da es ihm nun wieder besser geht, war es überhaupt kein Problem und so haben wir die halbe Stunde, bis es zu regnen begann, als Familie auf dem Klinikgelände verbracht.
Es tat unheimlich gut mal wieder ein paar Schritte im Freien zu laufen, die Luft einzuatmen und den Wind zu spüren. Aktuell sind wir auf Infektstation und da nicht ganz klar ist,  was unser Zwerg genau hat, darf ich das Zimmer sonst nur ohne ihn und im blauen Kittel verlassen. Praktisch sitze ich also den ganzen Tag in dem kleinen Einzelzimmer mit Flachbild-TV, der mir mit 2€/Tag aber eindeutig zu teuer ist.
Purer Luxus also, bei schlechtem Wetter kurz vor die Tür zu können.

In der Cafeteria gab es ein Eis für jeden, das wir auf Bambinas Wunsch hin,auf einer Bank gegessen haben und dann fielen leider auch schon die ersten Tropfen vom Himmel.
Zurück liefen mein Mädchen und ich gut gelaunt Hand in Hand durch den Regen <3

Die Prinzessin weint

Kennst Du die goldigen Kinderbücher von Ikea? Ich habe sie lange ignoriert, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass Bücher des Möbelschweden wirklich gut sein könnten. Leider, denn seit wir ganz spontan unser erstes Buch gekauft haben, sind wir verliebt und zwar so richtig und vollkommen bis zu den Ohren. Die Geschichten sind einfach so schön geschrieben und die Bilder mindestens genauso toll illustriert; daher lesen wir uns nach und nach durch das Sortiment und haben heute das neueste Buch gekauft.
Voller Vorfreude gehen wir also mit geputzten Zähnen zu unserem noch nicht verräumten Einkauf und stellen entsetzt fest, dass weit und breit kein Buch zu sehen ist. Im Auto ist ebenfalls keine Spur davon und auch die Oma hat es bei den Selbstzahlkassen zuletzt gesehen…. doof aber auch, da habe ich es wohl eingescannt, bezahlt und dann einfach liegen lassen.
Der Elf hatte Hunger, Bambina der kleine Wirbelwind hatte sich an einem Regal verletzt und mein Kopf war mit allem beschäftigt, nur nicht mit unserem Einkauf.

Alles kein Drama, denkst Du Dir nun bestimmt, dann kauft ihr eben beim nächsten Mal ein neues. Genau das war zumindest mein unschlagbar genialer Notfallplan, der leider so gar nicht super beim Kind ankam. Im Gegenteil, sie weinte und weinte und weinte und konnte sich so gar nicht mehr beruhigen. Immerhin liegt ihr Buch noch bei IKEA und was, wenn es nun schon jemand mitgenommen hat? Neu kaufen findet sie nicht gut, denn das wäre dann ja nicht IHR Buch und ich soll doch bitte morgen beim Möbelschweden anrufen und den Laden fragen, was die mit ihrem Buch gemacht haben.
Letztendlich einigten wir uns auf das Buch vom Foto und in den 3 Stunden, die es dauerte bis sie eingeschlafen war, kullerten immer wieder die Tränen über ihre Wangen.

So ein doofer Tag für unsere Prinzessin und leider hat sie davon gerade eine ganze Serie. Ständig fällt sie irgendwo hin, stößt sich den Kopf, fällt von der Couch und verliert etwas oder ihr geht etwas kaputt. Jedes mal endet es in einem Tränenmeer und da sie mit ihrer kaum zu bändigenden Energie ein kleines wildes Mädchen ist, das klettert, hüpft und sich am Lebem erfreut, bleiben solche Unfälle leider nicht aus. Das überfordert sie dann selbst, weshalb sie immer weinerlicher wird und Mamas Herz zum weinen bringt.

Seit einigen Wochen kamen nun noch sturzunabhängige Schmerzen in den Beinen, Knien und Füßen dazu, durch die sie immer häufiger nicht auftreten kann.  Ich hoffe es sind „Wachstumsschmerzen“, werde aber dennoch mit ihr zum Kinderarzt gehen.  Da ich eine chronische Neuroborreliose habe, mache ich mir etwas Sorgen, dass es ihr da so gehen wird wie mir. Zecken und Stechmücken lauern überall und gerade auf dem Land im Hochrisikogebiet, gibt es kaum einen Schutz davor 🙁
Man möchte doch immer nur das Beste für seine Kinder und Krankheiten und Schmerzen gehören da nun wirklich nicht dazu…

Trauben und Skates – unser Ostern 2016


„Ooooooh, eine neue Packung Trauben!
Und eine Orange und noch eine Orange.
UND eine Apfelsine!!!!“

– Bambina beim auspacken ihres Nestchens –

Ja… halb daneben ist auch vorbei, denn eigentlich handelte es sich wie man sieht um Heidelbeeren, Mandarinen und einen Granatapfel. Eigentlich weiß sie das auch und isst alles sehr gerne, doch heute muss durch die Suche der ganzen Nestchen schon vollkommen durcheinander gewesen sein.
Müde war sie noch dazu, immerhin stand sie am Morgen ganz tapfer um 6.30 Uhr zum Auferstehungsgottesdienst mit anschließendem Osterfrühstück, auf dem Friedhof.
Gründonnerstag gab es eben so ein Frühstück im Kindergarten, welches ihr so gut gefallen hat, dass sie die vergangene Nacht freiwillig und von sich aus bei der Oma schlafen wollte, um das heutige Spektakel auf keinen Fall zu verpassen.
Wieder zu Hause, kam sie zu uns ins Bett gekrabbelt und genoss es sichtlich mit uns alleine zu kuscheln, bevor ihr Bruder endgültig wach wurde. Sie liebt den kleinen Zwergen unheimlich und geht freiwillig Kompromisse ein, wenn es ihm dadurch besser geht, doch Exklusivzeit mit Papa und/oder Mama ist dennoch etwas ganz besonderes.

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Am Mittag waren wir bei der Uroma zum Essen eingeladen und da das Wetter heute nicht so schön war, wurden auch direkt in ihrem Haus die Osterhasen versteckt. Neben dem Obst und der hasenkerze vom Foto, bekam sie noch ein paar Inline Skates, die ich inklusive Schoner für 10 € bei den Kleinanzeigen ergattert habe.
Obwohl wir uns anfangs unsicher waren, ob sie tatsächlich schon alt genug ist, konnte sie auf Anhieb problemlos und ganz alleine darauf stehen. Leider war es draußen nass und wir hatten keinen Helm dabei, doch im Haus konnte sie es dennoch kurz ausprobieren. Da ich den Elfen in der Trage hatte, nahm mein Held sie an der einen Hand und die Vorlesetante an der Anderen. Nachdem die beiden ihr gezeigt hatten wie das Ganze funktioniert, dauerte es keine 10 Minuten, bis sie nur noch ganz leicht gehalten werden musste. Noch dazu bereitet es ihr großen Spaß & wir warten nur noch auf den richtigen Frühling. Volltreffer also! 🙂

Und wie war Euer Ostern?

Momente #36

Moment #36

Bambi: Ich red mal mit Siri! Siri, ich will Sushi und Pizza!
Siri: Ich verstehe blabla nicht. Soll ich im internet danach suchen?
Bambi: Nein, nicht in die Internet suchen, ich will JETZT Sushi und Pizza!!!

2 Stunden später:

Vorlesetante: Bambi, was magst Du heute zu Abend essen?
Bambi: Sushi und Pizza ich doch sagt hab ich esse!
Vorlesetante: und was magst Du sonst essen?
Bambi: Sushi und Pizza. Sushi und Pizza. SUSHI UND PIZZA!!!

Unser Kind weiß was es will 😀

#12von12 – Unser 12. März 2016 in Bildern

Aktuell befinden wir uns wegen dem heimtückischen und fiesen RS-Virus auf der Intensivstation einer Kinderklinik. Da wir dieses mal nicht die Uniklinik gewählt haben, konnte ich als Begleitperson aufgenommen werden und schlafe nun auf dem Mamabett in Elfchens Zimmer. Dank Isolation leben wir im 3 Sterne Luxus Einzelappartment mit eigenem Bad, Fernseher, Tisch, Stühlen und W-Lan. Mega, oder?
Und da unser Elf in seinem Bettchen ohne Ende weint (eher ein kraftloses Babykatzenjaulen) & dann erst recht schlecht sättigt, schläft er auch hier im Krankenhaus in meinem Armen, ohne dass jemand etwas dagegen haben könnte. Hach <3

In der Nacht stieg sein Sauerstoffbedarf stetig an und ich schrieb 2x besorgt unserer neuen Schwester vom bunten Kreis. Um 4 Uhr morgens versicherte sie mir, dass sie mich im Laufe des Tages anrufen wird und so versuchte ich erst mal noch ein wenig zu schlafen. Denn Schlaf wird definitiv überbewertet, wenn das Kind alle 3 Stunden inhalieren muss.

Da diese Milch die aktuellen Vormittagsmedikamemte unseres Elfen enthält, muss er sie leider zu sich nehmen, ob er will oder nicht. Möchte er gleich also mal wieder nicht trinken, müsste ich sie ihm auf jeden Fall sondieren…
Enthalten ist/sind Coffeincitrat, Cortison, ein Medikament für die Lunge, Vigantoletten, Sab Simplex und (nicht in der Flasche) Eisentropfen.
Gleich dürfte auch die Visite kommen, dann sortiere ich die Sachen, die mir gestern mitgebracht wurden und warte auf klein Bambi und den Helden, um duschen zu können – so ist der Plan!

Doch da Plan und Realität sich häufig unterscheiden, lief es ein wenig anders.
Zuerst musste der Elf schon wieder inhaliert werden und ich habe tatsächlich das Gefühl, dass ich den ganzen Tag kaum etwas anderes tue.
Anschließend habe ich ihn gewaschen, gewickelt und umgezogen, da ich ihn ungern lange Tag & Nacht in der selben Kleidung sehe. Das erinnert immer an stark depressive Phasen, wenn man es tagelang nicht schafft aufzustehen oder sich für den Tag zu richten.

Als das Mittagessen kam, war ich gerade dabei ihn zum schlafen zu bringen und von der Visite war noch nichts in Sicht. Während er dann so schlafend in seinem Bettchen lag, konnte ich schnell das Essen essen, das ich sicherlich nicht bestellt hatte und zum ersten mal ins Bad huschen. Währenddessen wachte er selbstverständlich auf, doch eine der lieben Schwestern kümmerte sich so lange um ihn, bis ich mich fertig gemacht hatte.
Wieder bei mir, beruhigte er sich kurz und wie ich so dabei war, mich von den Stoppeln meiner Beinhaare nerven zu lassen, kam der Arzt mit ein paar Studenten (?) zur Visite zur Tür herein.

Er hörte den Elfen ab und erklärte mir, dass unser Elf nach dieser Infektion immun gegenüber dem RS-Virus sei und er vielleicht noch Schnupfen, oder etwas Husten auslösen wird, aber definitiv nicht mehr in diesem Ausmaß wie jetzt. Obwohl der kleine Zwerg im Verhältnis zu seiner Grundsituation bisher eh mit einem blauen Auge davon kam.
Die restliche Zeit bis zum Besuch unserer Liebsten, verbrachte ich schließlich großteils mit dem jämmerlichen Kind schaukelnd auf dem wirklich bequemen roten Stillstuhl.

Dazwischen musste ich wie jeden Tag regelmäßig abpumpen, um den Elfen weiterhin mit Milch versorgen zu können. Manchmal geht es mir unheimlich auf die Nerven und ich schaue beängstigt auf den vor mir liegenden Tag, doch eigentlich ist es mit 15 Minuten reiner Pumpzeit schnell erledigt. Hier bekomme ich ja sogar saubere Pumpsets und Flaschen und spare somit auch noch Zeit und Arbeit. Dennoch strengt es mich hier mehr an als zu Hause.

Am späääääten Nachmittag kamen dann endlich Bambina und der Held durch die Zimmertür und unser großes Mädchen stürmte direkt freudig auf uns zu. Ganz besonders ihr, zu dem Zeitpunkt wacher, Bruder musste begrüßt werden und da seine Sauerstoffbrille gerade falsch hing, richtete sie den Schlauch wieder gerade. Sie war schon immer ein sehr fürsorglicher Mensch, doch bei ihrem Bruder spürt man es noch mal so richtig. Wie ein kleines verantwortungsbewusstes Mütterchen 🙂

Hach was habe ich mich gefreut sie zu sehen <3

Da er alle 3 Stunden inhalieren muss, war natürlich auch das wieder dran und ich fürchte, dass ich es nicht mehr sehen und hören kann, wenn wir hier raus sind. Inhalieren, pumpen, inhalieren, pumpen, sondieren und immer so weiter…

Eigentlich wollte ich meinen Abend letztendlich noch kreativ ausklingen lassen, bin dann aber doch viel zu schnell vollkommen erschöpft eingeschlafen 😉