Hand in Hand durch den Regen

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Heutiges Highlight – frische Luft und ein klein wenig Bewegung. 

Da ich seit Mittwoch erneut wegen einer Lungenentzündung mit unserem Elfen in der Kinderklinik bin & es ihm anfangs wirklich schlecht ging, waren wir zu weit in unserem Krankenzimmer gefangen. Im Gegensatz zu mir, interessiert es den keinen Knopf allerdings relativ wenig, wo genau er sich befindet; hauptsache die Mama ist da. Ich finde es immer wieder faszinierend, mit welchen Kleinigkeiten man so ein Kind vollkommen zufrieden stellen kann <3

Gestern erst, war Bambina sichtlich glücklich darüber, dass sie mit mir in der Klinik duschen durfte. Auch wenn es für viele nichts besonderes ist, war dieser Moment wichtig für unsere, durch die Umstände sehr strapazierte Mutter-Tochter-Beziehung und wir genossen es beide sehr. Mir wurde unbeschreiblich warm ums Herz, als sie mich ansah und sagte, dass es sooooo schön sei.
Heute sprach sie dann zu Hause den ganzen Tag freudig davon, dass ich ihr versprochen hatte mit ihr auf den Klinikspielplatz zu gehen. Morgen malen wir gemeinsam ein Bild in ihrem Malbuch an und übermorgen darf sie uns hoffentlich abholen.

Vorhin haben wir dann direkt die Gelegenheit genutzt und gefragt, ob wir den Elfen mit nach draußen nehmen dürfen. Andernfalls wäre sein Papa bei ihm geblieben, während ich mit unserer Großen alleine draußen gewesen wäre. Doch da es ihm nun wieder besser geht, war es überhaupt kein Problem und so haben wir die halbe Stunde, bis es zu regnen begann, als Familie auf dem Klinikgelände verbracht.
Es tat unheimlich gut mal wieder ein paar Schritte im Freien zu laufen, die Luft einzuatmen und den Wind zu spüren. Aktuell sind wir auf Infektstation und da nicht ganz klar ist,  was unser Zwerg genau hat, darf ich das Zimmer sonst nur ohne ihn und im blauen Kittel verlassen. Praktisch sitze ich also den ganzen Tag in dem kleinen Einzelzimmer mit Flachbild-TV, der mir mit 2€/Tag aber eindeutig zu teuer ist.
Purer Luxus also, bei schlechtem Wetter kurz vor die Tür zu können.

In der Cafeteria gab es ein Eis für jeden, das wir auf Bambinas Wunsch hin,auf einer Bank gegessen haben und dann fielen leider auch schon die ersten Tropfen vom Himmel.
Zurück liefen mein Mädchen und ich gut gelaunt Hand in Hand durch den Regen <3

#NationalBestFriendsDay

Am 8. JUNI wird in Amerika der Tag der besten Freunde gefeiert und für mich gibt es momentan allen Grund, darüber zu schreiben.

Im Januar endete die langjährige „auf und ab“-Freundschaft mit meiner ehemals besten Freundin offiziell.
Eigentlich gab es dieses „uns“ schon lange nicht mehr und obwohl ich eine Zeit lang fast krampfhaft versucht habe, das „alte“ aufrecht zu erhalten, verlor unsere Freundschaft immer mehr an Substanz, bis am Ende nichts mehr davon übrig war. Den Schlussstrich zog sie dann letztendlich stillschweigend, indem sie auf nichts mehr reagierte und mich überall blockierte.
Nach anfänglichen Sorgen um sie, merkte ich an meiner inneren Reaktion eindrücklich, dass es eigentlich schon viel früher zu Ende war. Unsere Leben haben sich einfach in vollkommen andere Richtungen entwickelt, größere Themen standen zwischen uns und die  ehemalige „Teenie“-Freundschaft überstand  den Weg ins Erwachsenenalter einfach nicht.

Ich möchte nicht, dass es durch diesen Artikel so wirkt, als hätte ich meine Freunde so ausgetauscht. Nein, meine Herzdame lernte ich vor 3 Jahren über meinen ersten deutschen Blog kennen, Ende 2013 trafen wir uns zum ersten Mal und auch wenn zwei emotional mitgenommene Menschen nicht immer gut harmonieren, entwickelte sich eine feste, ernste, richtige Freundschaft.  Eine, auf die ich nun ohne das Gefühl, im jugendlichen „beste beste beste Freundin“-Zeitalter festzuhängen, blicken kann; so, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben nicht mehr ständig die  Bestätigung brauche, gemocht zu sein, denn es fühlt sich einfach danach an.
Ich kann mit einer unglaublichen inneren Ruhe an unsere Freundschaft denken und sehe all die schönen Momente, Gespräche und Bilder der letzten Jahre vor meinen Augen.

Anfang 2015 ließen wir uns gemeinsam ein Tattoo stechen, mit ihrer Familie war ich zum ersten Mal in einem Toy’r’us, wir waren gemeinsam im Wildpark, shoppen, sie war hier,  als meine Oma starb, stand mir immer zur Seite, egal wie groß meine Dummheiten auch waren, versteht vieles wie eine andere und wenn mich mal wieder mein schlechtes Gewissen plagt, weil ich sinnlos Geld ausgegeben habe, relativiert sie es für mich.
Letztes Jahr durfte ich ihre Trauzeugin sein und habe in einer Kirche, gefüllt mit fremden Menschen, aus der Bibel vorgelesen. ICH!
Nach anfänglicher Panik, hat es sich sogar einfach nur noch richtig angefühlt. Anfang Mai las sie dafür einen Teil der Fürbitten bei Bambinas Taufe und fuhr trotz vorzeitiger Wehen den weiten Weg zu uns.

Vor 8 Monaten brachte ich schließlich ihr Patenkind – unseren Elfen – viel zu früh zur Welt, woraufhin eine harte Zeit begann, die unsere Beziehung ordentlich auf die Probe stellte. Ich, eifersüchtig auf ihre neuen Freunde und gleichzeitig ohne Zeit und Nerven, für ordentliche Kommunikation.
Oft hörte sie den lieben langen Tag nichts von mir, machte sich Sorgen um uns und begrüßte mich dennoch jeden Morgen mit einem Herzchen. Wie oft musste sie sich mit den wenigen Informationen zufriedengeben, die ich ihr oder Instagram mitteilte und obwohl es mir wirklich leid tat, konnte ich einfach nicht anders. Doch genau diese Zeit hat uns nur noch mehr zusammengeschweißt.
Ich bin unendlich dankbar dafür, sie in meinem Leben haben zu dürfen, weshalb ich ihr diese Zeilen mit großer Freude widme <3

Doch die Geburt unseres Wunderkindes,  brachte nicht nur die Herzdame und mich näher zusammen, sondern auch eine neue Familie in unser Leben.
Eine Woche nach der (für mich schockierenden) Isolation unseres Elfen, stand plötzlich ein zweiter Inkubator in unserem Zimmer. Darin lag ein klitzekleines Wesen,  das noch keine 1000 g wog und mir immer wieder verdeutlichte, wie sehr unser Junge schon gewachsen war. Lag der Kleine auf Anikas oder Toms Brust, hatte ich jedes Mal das Gefühl, eine Kopie vom Minielfen und mir zu sehen. Denn vorher war mir nie so bewusst, wie klein unser Kämpfer eigentlich wirklich war…
Mit den Eltern des Zwergen verstanden wir uns von Anfang an und ich merkte schnell, dass die beiden ebenfalls recht alternativ eingestellt sind. Doch genauso schnell kam auch die Angst, dass der Elf auf Normalstation umzieht, bevor wir uns richtig kennengelernt haben. Tagelang hatte ich deshalb einen kleinen Zettel mit meiner Handynummer bei mir und traute mich einfach nicht,  ihn Anika zu geben.
Ich neige nun mal dazu, viel zu schnell große Sympathie zu empfinden, wenn es für andere nur ein kleiner Plausch unter Fremden ist. Also wartete ich und stellte mit der Zeit fest, dass sie ihrem Sohn auch noch die selben Lieder vorsang, wie ich unserem.
Das mussten einfach genug Gemeinsamkeiten für einen länger währenden Kontakt sein und so sammelte ich irgendwann meinen ganzen Mut und gab Anika den Zettel, den ich inzwischen schon unzählige Mal neu geschrieben hatte.

2 Monate lang teilten wir uns ein Isolationszimmer und saßen den halben Tag zusammen bei unseren Frühchen. Schnell spürte ich eine gewisse Vorfreude am Morgen, wenn ich an die nachmittäglichen Gespräche mit ihr und/oder ihrem Mann dachte und schloss die komplette Familie in mein Herz.
Wir freuten uns gemeinsam über die Fortschritte der Minis, lästerten über all die seltsamen, stationären Umstände und regten uns über so manche ärztliche Aussage auf.
Anika lauschte den Geschichten, die ich dem Elfen vorlas, ich erfreute mich am klang ihrer wunderschönen Singstimme und unsere Söhne unterhielten sich über das Klingeln der Monitore. Immer wieder hörten wir die Schwestern witzelnd fluchen, dass die beiden sich einfach immer absprechen und unterhalten müssen… zum Leid des zuständigen Pflegepersonals 😀
Wir wurden so gute Freunde, dass es die Runde machte und eine Frühchenmama, die uns kaum kannte zu uns sagte, dass wir am Ende doch gar nicht mehr ohne einander können. Wie recht sie damit doch hatte! Wir gewöhnten uns so sehr aneinander, dass der Abschied bei unserer Entlassung tränenreich war und ich mich kaum darüber freuen konnte, unser Elfenbaby endlich mit nach Hause nehmen zu dürfen.
Anika, die erste Person neben meinem Mann, mit der ich Tag für Tag reden konnte, ohne in alte Angstmuster zu fallen. Obwohl wir uns jeden Tag gesehen haben, hatte ich keine Angst davor,  mich mit ihr unterhalten zu „müssen“ & keine Panik, weil sie mich so regelmäßig sie sah.
Ich freue mich jedes mal sehr darauf, sie zu treffen und kann die kleine Familie vollkommen problemlos besuchen, was seit Elijha normal nur noch sehr schwer möglich ist. Ende März/Anfang April waren wir sogar gemeinsam auf einer Kurzfreizeit im Kloster und haben die Zeit sehr genossen.

Momentan könnte ich mit meinen Freunden nicht glücklicher sein und bin so unendlich froh und dankbar, meinen Platz bei und mit ihnen gefunden zu haben <3

Wir gehen nach Hause!

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Wir sind nach über 4 Monaten Klinik tatsächlich endlich zu Hause.
Nachdem Elfchens zweite Leistenoperation nach mehrmaligem Verschieben am 19.1. stattfand und der leitende Oberarzt noch meinte, dass eine Entlassung VOR dem Wochenende auf keinen Fall in Frage kommt, wurden wir ganz spontan am Freitag den 22.1. entlassen.
Da wartet man monatelang Woche für Woche auf diesen Tag und dann steht er wie Weihnachten plötzlich und vollkommen unerwartet vor der Tür. So unvorbereitet, dass es unsagbar hektisch wurde – babyone, IKEA, Rossmann… was braucht man denn nun alles für so ein kleines Kind?
Mit einer langen Liste im Kopf, irrten wir planlos durch die Geschäfte und fühlten uns von all den Eindrücken und Angeboten erschlagen. Vor allem aber die Preise…die machten uns wirklich fertig =O

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Letztendlich wurde es nichts davon... 😉

Matratze, Stillkissen, Flaschen, Sauger, Kinder- & Stubenwagenmatratze, Wanne, Mülleimer, Wickelunterlage, neue Schläuche für die Luftreifen… und dann wären da noch so gewisse Luxuswünsche, von denen man sich schweren Herzens verabschieden muss. Dennoch waren wir eine ganze Stange Geld los, was unser Konto böse in die roten Zahlen kapituliert hat. Doch wenn so ganz spontan ein kleines empfindliches Baby einziehen soll, bleibt einem nichts anderes, als schnell noch alles im örtlichen Babygeschäft zu besorgen. Ich hatte einfach mit Februar gerechnet und nie nie niemals, dass es letztendlich der 22.1.2016 sein würde.

Nach Hause… heim… nicht mehr täglich in die Klinik fahren… keine täglichen herzensbrechenden Abschiedsmomente mehr am Abend… Tag für Tag alleine ohne unsere Isolationsparter, die mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen waren… auf uns gestellt… keiner schreibt mehr etwas vor…. hach <3
Doch die Freude wollte sich nicht so recht einstellen, denn die Entlassung bedeutete gleichzeig auch, Abschied zu nehmen. Abschied von einer Frau, mit der ich wochenlang durch dick und dünn gegangen bin… Wochen, in denen wir mehr Zeit miteinander verbrachten, als mit unseren Männern… Monate, Wochen, Tage, Stunden, Minuten, Sekunden, die wir isoliert von allen anderen mehr und mehr mit Gesprächen füllten und feststellten, wie ähnlich wir uns doch sind. Aus anfänglichem stundenlangem vorsingen, lesen und erzählen wurden so tiefgründige Unterhaltungen, dass kaum noch Zeit zum singen blieb. Von einem Thema zum nächsten, nie entstand eine peinliche Stille und das Band zwischen uns wuchs von Tag zu Tag mehr. So, dass mir ständig die Tränen kamen, wenn ich an die bevorstehende Entlassung dachte.
Auf der einen Seite wollte ich unseren Elfen so unbedingt bei uns zu Hause haben, doch nach über 4 Monaten Klinik fahren die Gefühle einfach Achterbahn und für mich war die Umstellung schwer zu verstehen. Dazu der Abschiedsschmerz und das Gefühl, wieder einen Abschnitt hinter uns zu lassen.
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Donnerstag hatten wir dann also das Wichtigste zusammen, das Schlafzimmer war fertig gestrichen, der Stubenwagen vom Speicher geholt, die Wohnung halbwegs aufgeräumt und grundsätzlich stand einem heim kommen nichts mehr im Weg.
In der Klinik gab es noch schnell die Einweisung in den Monitor, der noch 24 Stunden mit dem Klinikmonitor mit laufen musste und ein Reanimationstrainung, das wir hoffentlich niemals bei unseren Kindern brauchen werden.

„heim kommen“, „ankommen“, „nach Hause“… all diese Worte bekommen in so einer Situation noch mal eine vollkommen andere Bedetung.
Bambina konnte es kaum noch erwarten und auch wieder wurden langsam aber sicher ein klein wenig nervös. Am kommenden Tag sollten wir also so richtig voll und ganz Zweifacheltern sein, mit allem was dazu gehört. Zwei Kinder… die KindER… Tochter und Sohn… ZWEI Kinder… egal wie oft wir es sagten, begreifen konnten wir es nicht. Schlafen konnte in der Nacht natürlich auch kaum und am kommenden Morgen, startete direkt unser strammes Programm.

8.30/8.45 Uhr – Kinderarzt, Rezepte abholen
9.00 Uhr (theoretisch) – in der Klinik ankommen
vor 12.00 Uhr – Kinderchirurgie
11 Uhr – Arztgespräch
12.30/13.30 Uhr – Milchküche – Einweisung in Zusätze
Schwesterngespräch
Hautarzt
Bunter Kreis
Medikamente bestellen & Zusätze besorgen

Natürlich lief nichts nach Plan, denn der Professor der Dermatologie hatte doch keine Zeit und beim Kinderarzt dauerte es länger, weshalb wir erst um 10 Uhr in der Uniklinik ankamen. Also wurde ich direkt in die Milchküche geschickt, welche ich wegen der Isolation allerdings nicht betreten durfte. Die gute Frau wollte also auf Station kommen, auch wenn es ihr zeitlich eigentlich gar nicht passte. In der Zwischenzeit pumpte ich schnell ab und ließ mir anschließend zeigen, was ich wie in die Muttermilch zu mischen habe. 4,4 % FMS, 5x 1g Proteinpulver und 1 ml Öl in jede Flasche, da man das Liquigen außerhalb der Klinik nur schlecht bekommt. Jede Flasche muss frisch zubereitet werden und überhaupt klang alles ziemlich einfach.
Kaum war die Milchdame weg, kam auch schon die Sozialarbeiterin vom Bunten Kreis mit einer Menge Papierkram, während ich dem Elfen gerade sein „Nach Hause“-Outfit anzog. Nachdem sie uns darüber aufgeklärt hatte, für was es die Stiftung gibt, entschlossen wir uns dazu, das Angebot für den Anfang erst mal anzunehmen. Zumal der Elf mit Sauerstoff nach Hause kommen sollte und man ja nie weiß, ob man dann nicht doch mal Hilfe braucht.
Gegen 11.20 Uhr ging es dann mit dem Taxi in die Chirurgie, wo noch mal auf die Leiste geschaut und das weitere Vorgehen bei einer Fehlbildung des Elfen besprochen wurde. Wie es aussieht, muss unser Junge im Herbst erneut unters Messer 🙁

Zurück in der Kinderklinik, klärte uns die zuständige Schwester darüber auf, dass das Arztgespräch auch 14 Uhr gelegt worden war und wir beschlossen ganz spontan, die verbleibenden 40 Minuten zu nutzen, um noch schnell die fehlenden Waschlappen beim Möbelschweden zu besorgen. Unsere Zimmernachbarin (Anika) brauchte auch noch 2 Packungen und da gerade so ein Holzhaus, durch dessen Dach man Formen stecken kann, reduziert war, brachten wir ihr eins für ihre beiden Kinder mit – natürlich bekam unser Elf auch eins 😉

Beim Entlassgespräch wurden uns erst mal sämtliche Diagnosen sowie deren Behandlungen in der Vergangenheit genannt und erklärt. Das meiste wusste ich zwar schon, doch allgemein bekommt man in dieser Klinik nur sehr wenige Auskünfte, so lange man noch stationär ist. Wie kommen wir als Eltern denn auch nur darauf, etwas genaues über unser Kind wissen zu wollen? Ein wenig mehr Transparenz würde der Eltern-Klinik-Bildung gut tun.
Außerdem sahen wir zum ersten mal die Termine, die die Ärzte untereinander für uns vereinbart hatten. Katastrophe, aber sowas von :-/
Zu guter Letzt stand noch das Schwesterngespräch an, bei dem uns genauestens erklärt wurde, wie wir wann welche Medikamente geben sollen. 3 x/Tag Eisen, 2x/Tag das eine Medikament, 1x/Tag das Andere, Coffeincitrat am Morgen, Vigantoletten, 1 ml Sab Simplex in jede Flasche + bei Bedarf… zusätze noch FMS, Eiweis und Fett in die Milch dazu und schon ist der Punkt abgehakt. Auf den ersten Blick wirkte es unheimlich kompliziert, obwohl sie schon extra Medikamente gestrichen hatten, um es uns zu vereinfachen.

Nun mussten wir nur noch auf meine Mama warten, da ich unerwartet noch 2 Schubkästen gefrorene Milch im Gefrierschrank hatte und meine eine Kühltasche niemals gereicht hätte. In dieser Zeit pumpte ich erneut ab und malte die neue Meilensteinkarte.
Noch bevor sie mit Bambina in der Klinik ankam, stand noch mal der leitende Oberarzt bei uns im Zimmer und verstellte nach einem kurzen Gespräch die Grezen des Heimmonitors. Ihn würde ich auch vermissen, ganz wirklich und echt.
Und irgenwann war es so weit, der Moment des tränenreichen Abschieds war gekommen und wir lagen uns in den Armen. Keiner wollte gehen, niemand wollte die letzten Worte ausprechen und doch musste es getan werden, denn nun war der Punkt gekommen, an dem sich unsere Wege in der Klinik trennten. Kaum war die kleine Familie gegangen, fiel ich meinem Helden schluchzend in die Arme – es war wundervoll, dass wir gehen durften und doch tat es so unglaublich weh, diese intensive Zeit hinter mir zu lassen.
Da Bambina aber schon ganz ungeduldig und hibbelig vor Freude wartete, riss ich mich zusammen, packte alles ein und ließ mich von ihr anstecken <3

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Dieser Moment war einfach unbeschreiblich magisch!
Das erste zusammentreffen der beiden, nach mehr als 4 langen langen Monaten. Wie vorsichtig sie seine Hand berührte und liebevoll „Brüderchen“ sagte. Wie sie fragte, ob sie ihm denn einen Kuss geben dürfe und wie zaghaft sie ihm ihn dann auf die Stirn hauchte. Ooooooh wie gerne würde ich diese Gefühle noch einmal spüren, die in diesem Moment durch meinen Körper strömten. Das pure unbeschreiblich tolle Glück!

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Wir machten noch erste Familienfotos vor der Stationstür und dann ging es auch schon zur Apotheke, denn die Medikamente mussten in seiner Dosis erst hergestellt werden. FMS hatten sie zum Glück allerdings vorrätig und schwups waren wir 23 € los. Das Proteinpulver würde wohl auch noch mal zwischen 25 – 30 € kosten und die Kassen übernehmen natürlich nichts davon, wieso auch :-/
Und dann… dann kam die mega Premiere! Nicht nur, dass wir zum ersten Mal zu viert im Auto gefahren sind, oder ihn mit nach Hause nehmen durften… nein, wir waren auch direkt das erste Mal mit ihm einkaufen! Für sein Bettchen, mussten wir dringend noch etwas aus dem Baumarkt besorgen und ich war sooooo stolz, dass ich meinen Helden einfach nicht alleine gehen lassen konnte *.*
Alles lief vollkommen problemlos, er brauchte zwar etwas mehr Sauerstoff, lag aber noch vollkommen im Rahmen dessen, was er bekomen darf.

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Zu Hause wartete schon eine Überraschung in Form eines Elefanten mit Herz an unserer Tür an uns, alle die im Hausflur waren, wollten ihn kurz sehen und dann kuschelten wir uns zu viert in unser Bett. Wir vier, als vollständige Familie!
Bambina durfte bei der Gelegenheit auch zum ersten Mal ihren Bruder in ihre Arme schließen und befand sich in einer Art Glücksrausch. Einfach unbezahlbar <3
Am späteren Abend, versuchte ich auch direkt mein Glück mit meinem elastischen Tragetuch und im Gegenzug zu Bambina damals, verwehrte er das tragen im Tuch nicht direkt. Ooooooh bin ich gespannt, ob er noch zum Tragebaby werden wird. Dann, wenn die meisten Kabel mehr verschwunden sind und wir nicht mehr 2 Geräte mit herum schleppen müssen. Ganz bestimmt! 🙂

Der goldigste Kämpfer der Welt

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Dieses kleine Wesen, so zart und wunderschön. Ist der Kleinste von uns allen und kämpft mehr, als viele große es je könnten. Vom Tag seiner Entstehung hat er sich bis hierhin durchgekämpft – war der schnellste Schwimmer an „seiner“ Eizelle, eine der beiden schönsten Blastozysten, hat sich festgebissen und nicht losgelassen. 9+6 wurde uns prophezeit, dass er wohl auch abgehen und das sich im Ultraschall zeigende Bild schwer nach falscher Zellteilung aussehen würde. Hoffnung durfte ich noch haben, doch lieber nicht zu viel. Aber Du hast gekämpft und gezeigt, dass Du Leben willst. Wochenlang lagst Du unter der 3. Perzentile, ohne dass jemand wusste, ob Du es schaffen wirst. Eigentlich, ja eigentlich sind Kinder, die so früh schon so viel zu klein sind schwerkrank und nicht selten weder lebens-, noch entwicklungsfähig – eines von vier Babys kommt erst gar nicht lebend zur Welt.

Und Du hast gekämpft, Tag um Tag, Woche für Woche. Bis 24+0 sollten wir hoffen, denn vorher hätte man nichts für Dich tun können & doch war ich mir sicher, dass wir es bis zum Schluss schaffen könnten. Ich hatte Angst, große Angst sogar, doch tief in mir wusste ich, dass Du es schaffen wirst. Deine Kraft war so stark spürbar, dass ich nichts anderes konnte, als an Dich zu glauben. Du hast Dich tapfer bis in die 28. SSW gekämpft und auch nach Deiner Geburt alles gegeben. Nicht selten stand es nicht so gut um Dich, doch Du hast es allen gezeigt. Lange, sehr lange warst Du das kränkeste Kind auf Intensivstation, warst lange intensiv beatmet und musstest letztendlich am Herz operiert werden.
Du musstest schon so viel ertragen, mitmachen und um Dein Leben kämpfen & hast all das so unglaublich tapfer gemeistert. Mehr als einmal hast Du den Ärzten schon gezeigt, dass mehr in Dir steckt als sie dachten. Mehrmals hast Du uns alle überrascht und wirst zurecht „Wunderbaby“ genannt. Niemand weiß, was noch kommen wird… welche Langzeitfolgen Du davon tragen wirst & ob nicht doch eine Grunderkrankung vorliegt. Doch eins wissen wir alle – Du kämpfst und wirst all das meistern, mit uns an Deiner Seite.

Vor Deinem Geburtsgewicht steht inzwischen eine 1 & Du hast es bald verdreifacht. 1000 g in 10 Wochen!
Du warst intubiert, unter Rüttelbeatmung, am cpap, wieder intubiert und immer so weiter… nun kamst Du 1 Monat lang durchgehend mit Deinem cpap zurecht und bist tatsächlich zum zweiten mal versuchsweise am High Flow. Fast 4 Tage hast Du nun schon geschafft und machst es super, vielleicht sogar länger als beim letzten mal und ganz vielleicht sogar so lange, bis Du gar nichts mehr brauchst.
Nach 10 Wochen durfte ich Dich somit zum ersten mal wickeln und mit 11 Wochen wirst Du vielleicht endlich endlich von der Intensivstation auf die normale Neo umziehen. Du brauchst noch Zeit, viel Zeit… Sauerstoff und Geduld, doch aus dem kleinen beweglosen Miniminiwesen der ersten Tage, ist ein 39 cm großes, starkes und aktives Baby geworden. Ich erkenne Dich kaum wieder und verliebe mich tagtäglich neu in Dich und Deine Transformation. Inzwischen kann ich es kaum erwarten, wie Du später wohl aussehen wirst… was Du am liebsten isst und in welchen Schuhen Du das Laufen lernst. Plötzlich scheint all das zum greifen nah, denn zog es sich am Anfang zäh wie Gummi, düst Du nun mit Raketenpower Richtung Leben <3

Glücksmomente 45/2015

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1. Bambinchen hat sich über das Moosgummi-Klebebild sehr gefreut und auch direkt damit begonnen, es zu basteln

2. Unser Elf hat seine ersten richtigen kurzen CPAP-Pausen mit Sauerstoff im Inkubator gemacht

3. Ich habe ganz tolle Post bekommen

4. Ganz ganz liebe Instamädels haben angeboten mir Jungskleidung zu schenken & eine sehr liebe Freundin hat ein Paket Frühchenkleidung für uns gesammelt

5. Meine Milchmenge steigert sich und Bambina hat einen ganz normalen Bezug zum Thema stillen

6. Meine Herzdame plant einen Besuch bei uns, vielleicht verbunden mit einem Ausflug auf den Weihnachtsmarkt

7. Ein Paket mit einer selbst genähten Cape und kleiner Überraschung hat sich auf den Weg zum Empfänger gemacht und dort Freude ausgelöst

8. ganz viel reduzierte Kinderkleidung für beide Kinder (wie das klingt <3) bei Aldi

9. Ganz viel Kuschelzeit mit klein Bambi und unserem Elfen

Montagszauber #15

Beim Basteln der Namenskärtchen für die Konfirmation der Quatschmachertante, habe ich etwas von meinem silbernen Embossingpulver verschüttet und wie es der Zufall so will, wurde ein Herzchen daraus 🙂


Glücksmomente:

  1. Die Konfirmation meiner Schwester war trotz der sehr gemischten Gäste wunderschön und sehr harmonisch.
  2. Bambinchen war sofort auf´s Neue in den Herzbuben verliebt und möchte nun wieder täglich zu ihm, der Herzdame und dem Herzkönig fahren <3
  3. Wir haben von  einem Verwandten ein Kinderfahrrad geschenkt bekommen, das nur noch wieder fahrtüchtig gemacht werden muss!
  4. Mein Held war durch Zufall Mittwoch krank und konnte mich so zu einem Arzttermin begleiten, der mich sehr nervös gemacht hatte. (Ja, er war wirklich krank!)
  5. Ich habe meinen Teil des Langzeitprojekts beendet und bin ganz stolz auf meine 20 Quadrate mit den applizierten Eulen
  6. Der Arzttermin lief ungefähr 50x besser als ich erwartet hatte und die ganze Aufregung zuvor war eigentlich unnötig…
  7. Mir wurde erneut bewusst, wie dankbar ich dafür bin, dieses Leben leben zu dürfen 🙂
  8. Das riiiiiießige Trampolin, das die Quatschmachertante zur Konfirmation bekommen hat, macht Bambi unheimlich viel Freude
  9. Wie mein kleines Mädchen mich einfach so küsst und „Mama, ich lieb-e Dich“ sagt <3 <3 <3 <3
  10. Ein toller Film, ein klasse Buch und das Ende des Hörbuchs war auch unerwartet umwerfend – perfekt 🙂
  11. Ich habe es tatsächlich geschafft einen Essensplan für die kommende Woche zu schreiben!

 

To-Do:

  1. An den Essensplan halten und danach kochen
  2. evtl. Therapie
  3. auf ziemlich wichtige Fachbücher warten und anfangen zu lesen…
  4. Mädchen-Cape mit Blumen und Babymützen für ein Zwillingspärchen nähen
  5. Beschäftigungen für klein Bambi suchen, bei denen sie ihre überschüssig Energie bewältigen kann

 

Konfirmation der Quatschmachertante

Am Sonntag feierte meine kleine Schwester ihre Konfirmation. Der Gottesdienst selbst war wunderschön und man merkte deutlich, dass unser Pfarrer die diesjährigen Konfirmanden ganz besonders in sein Herz geschlossen hatte. Eine Mitkonfirmandin, die aus einer Freikirche kommt wurde vorher noch getauft und ich war den Tränen nahe, weil es einfach eine wirklich traumhafte Taufe war!
Sie hatte sich für ein eigenes Glaubensbekenntnis entschieden, was zur Vereinfachung aus zwei Fragen bestandt.
1. Was bedeutet Glaube für Dich?
2. Was bedeutet die Taufe für Dich?
Anschließend versammelte sich die Taufgesellschaft um den Taufstein, der Pfarrer hielt eine wunderschöne Ansprache und sie wurde mit drei „gießern“ Wasser aus einer Kanne in die Gemeinde aufgenommen. Ihre Patin hatte ein sehr langes und emotionales Gebet vorbereitet, in dem sie Gott dankte und um Führung für das Mädchen, die Eltern und die Paten bat. Ich war so gerührt, dass ich zu meiner Mama sagt „Das ist eine wirkliche Traumtaufe und SOLCHE Paten wünsche ich mir für unsere Kinder… mein ewiges Patenproblem…“

Bei der Segnung erfuhren die Konfis auch ihre jeweiligen Konfirmationssprüche, den sich in diesem Jahr jeder von unserem Pfarrer aussuchen ließ.
Meine Schwester bekam Jeremia 31,3 mit einen wunderschön passenden Spruch zugeteilt.

Ich habe Dich je und je geliebt,
darum habe ich Dich zu mir gezogen in lauter Güte.

Bambinchen fand die Musik im Gottesdienst so schön, dass sie im Mittelgang zu jedem Lied tanzte und somit einer Menge Menschen ein Lachen ins Gesicht zauberte. Irgendwann machte sie sich auch auf den Weg nach vorne und stand plötzlich neben meiner Schwester, die mit ihr tanzen sollte 😀
Unser Pfarrer begrüßte sie immer wieder mal, wenn sie in seiner Nähe auf dem Boden saß und verdeutlichte somit eindeutig, dass er kein Problem damit hatte, dass unser Mädchen durch die Kirche lief. Immerhin war sie wirklich leise und störte somit nicht den Gottesdienst, der Mann der immer was an ihr auszusetzen hat, musste natürlich auch an diesem Tag erneut Probleme machen, indem er ihr einfach den Weg versperrte. Doofer Mensch!

Am Ende war noch das Abendmahl, zu dem alle Konventionen eingeladen waren. Um meiner Oma und der Quatschmachertante einen Gefallen zu tun, konnte ich mich sogar dazu durchringen das Abendmahl zu besuchen. Besonders wohl fühlte ich mich vorne nicht, doch es war ganz akzeptabel für mich 🙂

Wir hatten sehr wechselhaftes Wetter, unter dem die Stimmung aber zum Glück kein bisschen gelitten hat. Wenn die Sonne schien, war es ein herrlich warmes strahlen und wenn es regnete, brach all das angesammelte Wasser aus den Wolken herab. Sonne, Regen, Sonne, Regen, Sonne, Regen und immer so weiter 😀
Entgegen sämtlicher Erwartungen waren auch tatsächlich alle da, selbst die Oma & die Tante, zu der normal kein Kontakt besteht und Papa inkl. seiner „neuen“ Familie.

Meine Schwester hatte vorher passende Colaflaschen mit Namen gekauft, von denen ich mir direkt die „Mama“-Flasche für mich reserviert habe und die Quatschmachertante hat ihre Cola mit „Opa getrunken“, den sie unheimlich vermisst.
Das wurde während des Gottesdienstes schon klar, als sie nach der Segnung plötzlich anfing zu weinen und sich bis zum Ende kaum richtig fangen konnte. Mein Held hat sich anschließend ein wenig um sie gekümmert und versucht ihr klar zu machen, dass Oma & Opa trotzdem anwesend in unseren Herzen anwesend sind.

Um ihr diesen Gedanken ein wenig zu vereinfachen, habe ich ihr während einer Essenspause schnell dieses Schild gebastelt, das in etwas veränderter Version für unsere kirchliche Trauung vorgesehen ist. Das kleine/große Mädchen hat sich unheimlich darüber gefreut und viele viele andere Menschen meiner Familie haben mich darauf angesprochen, dass sie sehr glücklich darüber waren. Ich hatte ein wenig Bammel, dass jemand schmerzlich an den Verlust erinnert wird, was aber zum Glück nicht der Fall war 🙂

Gegen Abend haben wir ihr noch ihr Geschenk gegeben, weil wir ihre Reaktion life und ganz real sehen wollten. Zu erst war sie ziemlich irritiert, da sie nicht genau wusste, was ich ihr mit meinem Gutschein sagen wollte und dann hat sie sich vor Freude weinend bei uns bedankt <3
Im dem Buch meines Lieblingsautors Max Lucado lag ein Gutschein für ein kindle, so dass sie endlich auf einem entsprechend großen Display ebooks lesen kann und nicht ihr Handy dazu verwenden muss. Gerade vorhin habe ich es noch schnell bestellt und morgen wird sie es dann wohl schon auf ihrem Kopfkissen liegen haben, wenn sie von der Schule nach Hause kommt 🙂

Alles in allem war es ein anstrengender und wunderschöner Tag zugleich!