Was würdest Du anders machen?

Ich wurde bei Instagram gefragt, was ich bei meinen Kindern anders mach würde, wenn ich nochmal die Gelegenheit dazu hätte.
Im ersten Moment überforderte mich diese Frage ein wenig, kurz darauf fiel mir allerdings doch so einiges ein. Anfangen möchte ich bei Bambina, unserem ersten, so sehr gewünschten Kind <3

Bei klein Bambi würde ich…

  • …alles versuchen, um den Kaiserschnitt zu vermeiden
  • …mir mit der Entscheidung der Taufpaten sehr viel Zeit lassen
  • …nicht so viel auf schlechte Ratgeber hören und so viel wie möglich gebraucht kaufen – denn das ist gut (!) und NICHT asozial
  • …sie im Kreißsaal nicht einfach den Ärzten überlassen, ohne regelmäßig informiert zu werden
  • …meine ehemals beste Freundin keine Bindung zu ihr aufbauen lassen, da Bambina nach ihrem plötzlichen Verschwinden noch heute ständig nach ihr fragt
  • …keine Bilder, auf denen man ihr Gesicht sieht online stellen
  • …mich nicht mehr verrückt machen, weil sie doch schließlich schon durchschlafen und vor allem in ihrem Bett liegen muss.
  • …eine Trageberatung in Anspruch nehmen, anstatt es so hinzunehmen, dass sie in der doofen Manduca nur schreit und daher scheinbar einfach nicht getragen werden will
  • …meiner Schwiegermutter früher sagen, was ich davon halte, dass sie sich scheinbar nicht großartig für ihre Enkelin interessiert
  • …mir nicht so viel reinreden lassen und ganz allein nach meinem Bauchgefühl handeln
  • …alternativer und ökologischer handeln
  • …weniger Zeit am Handy verbringen
  • …meinem Helden VIEL früher von E. erzählen und somit die damalige Gewaltsituation durchbrechen

3,5 Jahre später kam unser zweites Wunschkind viel zu früh zur Welt und ließ unsere kleine Familie noch perfekter werden.
Im Großen und Ganzen habe ich bei beiden Kindern meinen Frieden und leide, abgesehen von ein paar wenigen Punkten, nicht darunter, etwas großartig zu bereuen. Ich habe bei unseren Minizwergen mein Bestes gegeben und tue es heute noch; bei Bambina anders als bei unserem Elfen, doch das Leben steht nicht still und ich habe mich weiterentwickelt.
Manches konnte ich mit meinen jungen Jahren noch nicht besser wissen und anderes war ein Prozess, der auch heute noch nicht beendet ist.
Auch bei unserem Elfen gibt es somit den ein oder anderen Punkt, den ich kein zweites mal so geschehen lassen würde. Allerdings muss da auch so manches noch verarbeitet werden.

Bei unserem Minizwergi würde ich…

  • …nicht noch mal so viel Zeit verstreichen lassen, bis ich ihn zum ersten Mal sehen kan
  • …mich im Perinatalzentrum nicht mehr ständig wegschicken lassen und würde darauf bestehen, so viel wie möglich bei meinem Kind zu sein!
  • …mir grundsätzlich nicht mehr so viel von der Klinik gefallen lassen
  • …früher auf mein Gefühl hören, was seine Ernährung betrifft
  • …mir das Stillen nicht verbieten lassen!
  • …in der Schwangerschaft auf eine ordentliche Behandlung bestehen – durchgehende Vorsorge, zweite Meinung wegen dem Verlust von Fruchtwasser, Lungenreife nach Anordnung der leitenden Oberärztin
  • …die Nottaufe heimlich filmen!
  • …mich grundsätzlich nicht so sehr verunsichern lassen.
  • …darauf bestehen ALLES gesagt zu bekommen
  • …mehr dokumentieren, um nicht so viel aus der Neozeit zu vergessen
  • …würde ich noch vor Entlassung ein Gespräch mit einem Facharzt bezüglich seiner Fehlbildungen verlangen
  • …früher mit Stoffwindeln beginnen 🙂

Abgesehen von den genannten Punkten, würde ich im großen und ganzen genauso handeln, wie ich es bisher getan habe.
Wahrscheinlich würde ich mich im Nachhinein betrachtet schon früher mit Stoffwindeln, Attachment Parenting, unerzogen, bindungsorientiert, windelfrei etc. beschäftigen, doch das ist oben genannter Prozess, der leider seine Zeit braucht.
Als Bambina zur Welt kam, waren wir relativ junge Eltern, die noch nicht wirklich viel mit ökologischen Gedanken am Hut hatten. Im Gegenteil, frisch verheiratet in der ersten eigenen Wohnung, haben wir erst mal unsere neugewonnene Freiheit genutzt & all das konsumiert, das unsere Eltern zuvor nicht unterstützt hatten. Begriffe wie BLW, Familienbett, unerzogen, Barfußschuhe, Mei Tai o.ä. waren mir fremd und ich lernte sie erst nach und nach kennen und schätzen.
Noch dazu gab es zu dieser Zeit leider Elijha in unserem Leben, der alles verurteilte, das nicht neu und super gut war.
Wir waren also ständig damit konfrontiert, schlechte Eltern zu sein, wenn wir Erbstücke meiner Familie für unser „neues“ Kind benutzen, oder meine Familie mal aufpassen lassen würden.

Inzwischen weiß ich, welch unglaublicher Unsinn das doch ist und kaufe kaum noch etwas neu. Abgesehen vom finanziellen Aspekt, ist es einfach eine unnötige Ressourcenverschwendung und die Müllberge wachsen nebenbei minütlich.
Kleidung kauften wir damals großteils schon gebraucht, den Kinderwagen ebenso, doch der Rest war neu. Da wir nach einer langen Zeit die ersten unserer Familie waren, die ein Kind bekommen haben, war zwar eh nicht viel da, doch gerade diese Teile haben wir nun beim Elfen benutzt. Unter anderem ein antiker Stubenwagen, in dem meine Oma schon lag 😉

Und was würdest Du anders machen, wenn Du die Gelegenheit dazu hättest?

Gesellschaftsbullshit.

Ich sitze mit meiner Oma, dem Elfenkind und geschwollenen Mandeln im Wartezimmer von unserem Hausarzt, als eine alte Bekannte meiner Oma zur Tür herein kommt.
Nach dem klassischen Begrüßungssmalltalk galt ihr Interesse ziemlich schnell dem Elfen und wie jedes mal, musste auch diese Frau unbedingt wissen, was die ganzen Kabel und Schläuche zu bedeuten haben; ob das wieder weggeht und wie lange er das alles wohl brauchen wird. Schnell gesellte sich auch eine weitere wartende Person dazu und stellte ähnliche Fragen.  Neben dem obligatorischen „oh ist der noch kleiiiin“, hatte sie allerhand Kommentare auf Lager und so kam es, wie es kommen musste – das Grundsatzthema war auf dem Tisch.
Inzwischen gäbe es ja ach so viele Frühchen und immer mehr Trisomie Kinder, obwohl sie das überhaupt nicht verstehen können. 

Sowas muss heute doch nicht mehr sein.

Eine kurze Frage, ob bei unserem Sonnenschein denn eine Chromosomenanomalie vorliege und schon ging es los. Ob die Eltern die Untersuchungen denn nicht machen lassen? Immerhin sind sie inzwischen schon so genau und sicher, dass es gerade heutzutage doch wirklich nicht mehr sein muss, solche Kinder zu bekommen.
Eine ganz gezielte Anspielung auf die Fruchtwasseruntersuchung und ich musste mich sehr beherrschen um ihr nicht meine Meinung ins Gesicht zu schleudern. Gebracht hätte es, abgesehen von einem durch die Aufregung irritierten Kind, wohl nichts und so antwortete ich lieber erst gar nicht.
Zu gut erinnere ich mich an den Tag, als wir darauf hingewiesen wurden, dass wir uns mit der Entscheidung zur Untersuchung nicht lange Zeit lassen sollen, dass man die Schwangerschaft noch problemlos abbrechen könne. Allein die Wortwahl, abbrechen… etwas nicht zu Ende führen… oder doch lieber,  ein schlagendes Herz dazu bringen seine Arbeit niederzulegen?!

Ihr wusstet es ja vorher.

Lange haben wir uns beratschlagt, Erfahrungsberichte gelesen und über alles nachgedacht, obwohl die Entscheidung von Anfang an stand und nur erneut hinterfragt werden musste. Letztendlich blieben wir dabei und entschieden uns gegen eine Untersuchung des Fruchtwassers, da wir unseren Elfen so oder so bekommen hätten. Es stand überhaupt nicht zur Debatte die Schwangerschaft zu beenden und dieses Kind zu töten… unser Kind!
Während des ganzen Prozesses unterhielten wir uns auch hin und wieder über den gesellschaftlichen Aspekt. Wir hatten schon gelesen und mitbekommen, was die Meinung vieler ist und wussten auch, dass es immer wieder Menschen geben wird, die nicht verstehen können, wie wir in dieser Situation genau diese Entscheidung treffen konnten. Neben den persönlichen Gründen, dem Risiko, der Entscheidung das Kind eh zu bekommen und der nicht bei 100% liegenden Genauigkeit, gab es auch gesellschaftliche Gründe, die uns von der Untersuchung abhielten. Wäre uns eine Trisomie vorhergesagt worden, hätten wir kein Interesse daran gehabt, eventuell gesagt zu bekommen, dass wir es ja schließlich wussten und unser Kind nicht bekommen hätten müssen. Ich bin kein Mensch der sich großartig über etwas beschwert, ab und an möchte aber auch ich meiner Belastung mal Luft machen & dann vielleicht das Gefühl vermittelt zu bekommen, dass wir es ja schließlich so wollten, obwohl wir etwas dagegen tun hätten können… nein, das hätte ich wirklich nicht gewollt.

Und dann sitze ich da und höre diesen Satz den man sonst nur liest. Nie hätte ich damit gerechnet ihn mal selbst zu hören und mit solchen Gedanken konfrontiert zu sein.
Nein, es muss heute nicht mehr sein, „solche“ Kinder zu bekommen. Es muss aber auch nicht mehr sein, eben genau diese Kinder abzulehnen. Gerade heute, in der jetzigen Zeit mit den vielen medizinischen Möglichkeiten und Hilfsmitteln.
Niemand sucht es sich aus, ein krankes Kind zu bekommen und gerade deshalb sollten wir heute so weit sein, die Entscheidung den Eltern zu überlassen, die eh schon genug zu kämpfen haben. Egal wie die Entscheidung fällt, Vorwürfe und einfühlslose Kommentare sind einfach fehl am Platz. Denn auch wenn es „heute nicht mehr sein muss“, darf man darunter nicht  vergessen, dass es sich dabei um Kinder handelt. Geliebte und gewünschte Kinder,  die ihren Eltern auch krank die Welt bedeuten!

17.11. – Weltfrühchentag

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Ein auf und ab der Gefühle, dieses #Extremfrühchen-Elternding. Kaum freut man sich über A, macht man sich auch schon Sorgen über B und Hoffnung auf C und nun das ganze durcheinander gewürfelt, am laufenden Band.
Ist alles gut, freut man sich, macht sich Anfangs Sorgen, dass es nur wieder ein kurzer Aufschwung ist und vergisst dann vollkommen die nicht so guten Zeiten. Es ist, als würde man auf Wolken schweben und die Entlassung kommt gefühlsmäßig immer näher. Doch wie es im Frühchenleben so ist, geht es zwei Etagen hoch & eine wieder runter, wie im Aufzug, wenn man die falschen Knöpfe drückt. Ich bin froh, dass wir auch endlich dort angekommen sind und es nicht mehr mehr Schritte rückwärts geht, als vorwärts!

Ist man nun aber auf dem Weg nach unten, macht man sich plötzlich um Dinge Sorgen, die vor dem Aufschwung Alltag und schon ganz normal waren. Man kennt es noch gut, hatte es aber vollkommen ausgeblendet und auf einmal wird der ehemalige Fortschritt zum beängstigenden Rückschritt.
Wenn das passiert, muss man sich vor Augen halten, wie viel schlechter es schon war und wie weit das Kind schon gekommen ist. Und obwohl ich die Klinikzeit bisher mit einer guten Portion Gelassenheit überstanden habe, komme auch ich seit der Elfen-OP immer wieder an den Punkt, an dem ich mit schwindender Stimmung am Inkubator sitze und meine Entlassungshoffnung immer weiter nach hinten schiebe.
Da es nicht mehr so kritisch um ihn steht, bin ich nicht mehr im „einfach weitermachen“-Modus und nehme die Welt um mich herum wieder wahr. So kommt es auch, dass der Kopf wieder freier ist & sich sinnlos intensiv mit Ängsten beschäftigen kann.

Viel zu häufig vergisst man einfach, dass die kleinen Wunder zwar dies und jenes noch nicht können, unter normalen Umständen aber auch noch sorglos durchs Fruchtwasser toben würden. Eigentlich müssten sie weder atmen, noch essen oder verdauen und landen dann mit einer Bruchlandung mitten im kalten, harten Leben. Plötzlich müssen sie all das tun, wofür sie eigentlich noch gar nicht gemacht sind. Anstelle der Dunkelheit und Ruhe, sind sie nun unzähligen Reizen ausgesetzt. So erleben sie viel zu früh Schmerz, Licht, Lärm und Berührungen. All das müssen diese kleinen Wesen erst mal verarbeiten und dann sitzen da Mama & Papa am Inkubator, denen es gar nicht schnell genug gehen kann.

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Vor 2 Monaten kam unser Elf mit 640 g zur Welt und hat in dieser Zeit schon so manches hinter sich und erreicht. Inzwischen sind wir bei genau 1450 g & einer Größe von 39 cm angekommen und empfinden ihm nun schon als sehr groß und „fertig“. Er war lange intensiv beatmet und nicht wenig unter Rüttelbeatmung, heute kommt er mit dem cpap und einem PEEP von 7 zurecht. Wochenlang durften wir gar nicht, oder nicht oft kuscheln, weil es ihn zu sehr angestrengt hat nicht im Inkubator zu sein und heute nehme ich den Liegestuhl schon von Anfang an mit ins zimmer, da ich weiß, dass ich ihn wohl zum kuscheln rausbekommen werde.
Frühchen sind stärker als man denkt, sie kämpfen sich von Anfang an ins Leben und haben am Ende ihrer Klinikzeit oft mehr hinter sich, als viele andere.

Dass all das überhaupt möglich ist, haben wir der fortschrittlichen Medizin zu verdanken. Ich bin froh, mir eben genau diese Gedanken machen zu können und die Achterbahnfahrt der Gefühle zu erleben, denn genau das beweist mir jeden Tag aufs Neue, dass unser Elf lebt. Es raubt mir gefühlt alle Kraft, kostet viele viele Nerven und man braucht unsagbar viel Geduld. Doch so hart es an manchen Tagen auch ist, ich bin von Herzen dankbar für all die Emotionen – denn er lebt!

Emotionen zwischen Freude und Angst

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Vorhin waren wir nach meinem Diabetologentermin kurz bei dm, um neuen Magen-Darm Tee zu kaufen & kamen an einem Ständer mit reduzierter Kinderkleidung vorbei. Neben ein paar Teilen für Bambina, fand ich diesen wunderschönen Einteiler in Größe 74 und war direkt verliebt. Kurz stellte ich mir vor, wie unsere Elfe ihn tragen wird und legte ihn mit Bambinas Sachen in den Einkaufswagen.

Während mein Held unseren Einkauf bezahlte, besuchte ich noch schnell die Toilette und warf einen Blick auf mein Handy. Babybäuche bei Instagram, die Fingerchen von einem Neugeborenen und die Meldung, dass eine Freundin Tante geworden ist.
Im Auto räumte ich die Sachen schließlich in meine Handtasche und der hübsche Einteiler versetzte mir einen Stich. Genau so ging es mir auch Samstag schon, als wir bei Sigikid waren & zwei Teile aus dem SALE mit nach Hause nahmen. Ein Stich, ein weiterer, noch einer und noch einer.

Nach und nach wird mir bewusst, wie sehr mich das Babythema inzwischen mit nimmt. Anfangs ging es noch, die ersten 18 Wochen konnte ich geduldig abwarten, zuversichtlich in die Zukunft sehen und daran glauben, dass unsere Elfe im Dezember zur Welt kommen wird. Ganz egal was die Ärzte auch sagten, ich hatte diese innere Gewissheit, dass alles gut geht… ein innerer Frieden, den ich mir sehr zurück wünsche.
Wie gerne würde ich einfach freudig Babysachen kaufen und mich darüber freuen, dass die Zeit bis wir unser Kind kennenlernen immer kürzer wird. So gerne würde ich in glücklicher Erwartung in Gedanken die Zimmer umräumen und nach und nach beginnen alles für unser zweites Wunschkind her zu richten.
Und doch ist es genau das, was mir wieder ins Gedächtnis ruft, nicht zu wissen wie es kommen wird. Ich hoffe so sehr auf ein positives Ende & glaube an unseren Minizwerg, doch trotzdem möchte ich die Augen vor der Realität nicht verschließen. Möchte nicht so tun als sei alles gut, aber auch nicht, dass jeder Zweite direkt erfährt was los ist.

In Wahrheit macht es mich einfach traurig zu wissen, dass wir unser Kind vielleicht nie aufwachsen sehen. Nicht zu wissen, wie viele Wochen ich schwanger sein werde und wann es draußen bessere Chancen für unsere Elfe gibt. So schwer es mir anfangs auch fiel zu akzeptieren, dass ein Mensch in mir heranwachsen wird und ich so lange meinen Körper teilen muss, desto schwerer ist es jetzt für mich. Diese Unsicherheit, wann ich den Zwerg zum letzten mal spüren werde und meine Gebärmutter einfach nicht mehr sicher genug ist… Tag für Tag habe ich das Gefühl, es nicht genug genießen und in mir aufnehmen zu können. Das Gefühl dass etwas unwiederbringliches verloren geht und die Angst auch das damit zusammenhängende Kind zu verlieren.

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Es bringt meine Geduld an die Grenzen, darauf zu warten, was die Ärzte  beim nächsten Termin sagen. Macht mich wahnsinnig zu wissen, dass ich ins Krankenhaus und mein Bambikind zu Hause lassen muss. Das Gefühl völlig machtlos zu sein raubt mir meine Nerven und das endlose Warten schürt meine wieder stärker werdende Depression.
Die vielen Arzttermine und Herausforderungen überlasten meine Kräfte und ich möchte die Zeit am liebsten nur noch schlafend im Bett verbringen.

Ich freue mich unheimlich auf unser Baby mit dem wunderschönen Gesicht. Freue mich darauf es zu tragen, in meinem Armen zu halten, es zu versorgen und aufwachsen zu sehen. Kann kaum klein Bambis Blick erwarten, wenn sie die Elfe zum ersten mal sieht und die erste Nacht zu viert im Familienbett zu verbringen.
Allem voran freue ich mich auf nichts mehr, als auf den Moment in dem unsere Elfe endlich in Sicherheit lebt und nur noch darauf wartet nach Hause zu dürfen.

Und doch fällt es mir inzwischen einfach schwer die Zeit der Ungewissheit zu überbrücken. Es ist wie ein Stein, der mich an den Füßen nach unten zieht um mich in einen neutralen, von Stichen durchzogenen  Zustand zu versetzen.
Zwischen der Freude über unser Bambinchen, dem Glück der Schwangerschaft, dem Schmerz wegen unserem Zwillingssternchen, der Angst um unsere Elfe und der Ungewissheit was kommen wird.

Mein Weg zurück in den Alltag

Wie manch treuer Leser sicher schon bemerkt hat, hat die Anzahl meiner Artikel in letzter Zeit stark abgenommen. Ich versuche Tag für Tag Worte aufs virtuelle Papier zu bringen und scheitere doch jedes Mal wieder neu an meinen Fähigkeiten. Sowohl die Depression und die Hormone, als auch die Neuroborreliose setzen mir momentan ziemlich zu und ich würde meine Tage am liebsten durchgehend im Bett verbringen. Ein Buch nach dem nächsten verschlingend abwarten, bis es mir besser geht und den Rest der Tage einfach nur schlafen. Das geht natürlich nicht, immerhin gibt es da klein Bambi, die beschäftigt werden möchte und auch sonst tut es einfach nicht gut, vor sich hin zu vegetieren. Also versuche ich mich immer wieder, mit meinen eigenen Worten über die innere Kraft zu motivieren und lebe den Alltag so gut es geht.
Nun möchte ich hier nicht immer wieder negative Zeilen schreiben und habe oft nicht die Kraft dazu, längere Texte zu tippen. Meistens stehe ich morgens mit meinem Mädchen auf und gehe abends wieder mit ihr schlafen. Natürlich ist mein Reallife erst mal wichtiger und steht ganz oben an erster Stelle, doch dieser Blog mit all meinen Gedanken, den tollen Menschen und lieben Worten ist mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich regelmäßig traurig bin, ihn nicht so zu füllen, wie ich es gerne möchte.

Manch einer kann es sicher verstehen und andere werden sich fragen, wo genau denn nun mein Problem liegt… ganz einfach, momentan möchte ich mehr machen als ich tatsächlich kann und bekomme immer wieder meine Grenzen aufgezeigt. Nicht schön, aber auch nicht übermäßig schlimm. Ich muss nun einfach neue Strategien für mich finden, um damit umzugehen und mich nicht zu Boden werfen zu lassen.
Ich habe nicht vor, mein Herzensprojekt als Jammerplattform zu verwenden, möchte aber auch nicht verschweigen, dass ich eben nun mal chronisch krank bin und seit Jahren dagegen kämpfe. Genau aus diesem Grund und weil mir gerade danach ist, hinterlasse ich hier heute diese Worte. Ich möchte weder Mitleid noch sonst etwas damit bezwecken, sondern einfach ich selbst sein.

Viel befindet sich gerade im Umbruch, mein Held steht kurz vor den nächsten Klausuren und ich habe mir bei patzigen MTA’s Termine bei Ärzten gemacht, zu denen ich schon vor 1,5 Jahren gemusst hätte. Eine ganze Weile ging es mir so, dass ich viel lag und nun ist es an der Zeit, die verlorene Kraft und Zeit wieder aufzubauen & aufzuholen.

Ich muss mich also in mein für mich normales Leben zurück kämpfen und das ist schwerer als gedacht.