Uniklinik, Kreativität und Buttinette

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Bevor es in 2 Stunden wieder in die Uniklinik geht und ich mich so langsam endgültig mit einer stationären Aufnahme anfreunden sollte, blättere ich noch ein wenig im neuen Katalog von Buttinette. Gestern konnte ich schon, von mehr Kreativität träumend, darin versinken und eine imaginäre Wunschliste erstellen. Denn eigentlich… ja, eigentlich bin ich ein ziemlich kreativer Mensch, der gerne bastelt und Dinge mit den eigenen Händen herstellt. Wenn da nur die fehlende Kraft nicht wäre… doch auch diesen Hügel werde ich irgendwann erklimmen und hinter mir lassen.

Von den Pappalben auf dem Foto, werde ich allerdings tatsächlich ein paar bestellen, da ich Erinnerungsbücher zu bestimmten Themen erstellen möchte. Schwangerschaften, Hochzeit, Urlaub, besondere Zeiten…. für mich sind solche Erinnerungen, die ich in die Hand nehmen kann sehr wichtig. Durch die Dissoziationen vergesse ich leider unheimlich viel und Dinge wie Fotos, Eintrittskarten, Parktickets, gefundene Blätter oder Federn etc. erleichtern Es mir unheimlich, Situationen zu rekonstruieren.
Ganz besonders freue ich mich darauf, Bambis Ultraschallbildchen und all die Kleinigkeiten aus ihrer Erinnerungskiste einzukleben, um alles gemeinsam in einem Buch zu einer magischen Geschichte werden zu lassen <3

2 Stunden und 15 Minuten bis zu meinem Termin. Langsam kommt die altbekannte Nervosität noch stärker durch als sonst, da ich heute zum ersten mal einen Elfentermin alleine wahrnehmen werde. Mein Held ist nun nach seiner OP wieder arbeiten und kann sich nach einer gewissen Zeit zu Hause nicht frei nehmen. Wenn ich es letzte Woche richtig verstanden habe, wird heute u.a. das Narkosegespräch sein und evtl auch ein CTG. Außerdem geht es um die Lungenreife, die Versorgung der Elfe und das Wachstum…. ugh… ganz ruhig Lena.

Gleich muss ich also schnell unter die Dusche hüpfen, klein Bambi fertig machen und ihr was zu essen einpacken. Darum wünsche ich Euch nun einen schönen Tag und hoffe auf Eure gedrückten Däumchen 🙂

Emotionen zwischen Freude und Angst

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Vorhin waren wir nach meinem Diabetologentermin kurz bei dm, um neuen Magen-Darm Tee zu kaufen & kamen an einem Ständer mit reduzierter Kinderkleidung vorbei. Neben ein paar Teilen für Bambina, fand ich diesen wunderschönen Einteiler in Größe 74 und war direkt verliebt. Kurz stellte ich mir vor, wie unsere Elfe ihn tragen wird und legte ihn mit Bambinas Sachen in den Einkaufswagen.

Während mein Held unseren Einkauf bezahlte, besuchte ich noch schnell die Toilette und warf einen Blick auf mein Handy. Babybäuche bei Instagram, die Fingerchen von einem Neugeborenen und die Meldung, dass eine Freundin Tante geworden ist.
Im Auto räumte ich die Sachen schließlich in meine Handtasche und der hübsche Einteiler versetzte mir einen Stich. Genau so ging es mir auch Samstag schon, als wir bei Sigikid waren & zwei Teile aus dem SALE mit nach Hause nahmen. Ein Stich, ein weiterer, noch einer und noch einer.

Nach und nach wird mir bewusst, wie sehr mich das Babythema inzwischen mit nimmt. Anfangs ging es noch, die ersten 18 Wochen konnte ich geduldig abwarten, zuversichtlich in die Zukunft sehen und daran glauben, dass unsere Elfe im Dezember zur Welt kommen wird. Ganz egal was die Ärzte auch sagten, ich hatte diese innere Gewissheit, dass alles gut geht… ein innerer Frieden, den ich mir sehr zurück wünsche.
Wie gerne würde ich einfach freudig Babysachen kaufen und mich darüber freuen, dass die Zeit bis wir unser Kind kennenlernen immer kürzer wird. So gerne würde ich in glücklicher Erwartung in Gedanken die Zimmer umräumen und nach und nach beginnen alles für unser zweites Wunschkind her zu richten.
Und doch ist es genau das, was mir wieder ins Gedächtnis ruft, nicht zu wissen wie es kommen wird. Ich hoffe so sehr auf ein positives Ende & glaube an unseren Minizwerg, doch trotzdem möchte ich die Augen vor der Realität nicht verschließen. Möchte nicht so tun als sei alles gut, aber auch nicht, dass jeder Zweite direkt erfährt was los ist.

In Wahrheit macht es mich einfach traurig zu wissen, dass wir unser Kind vielleicht nie aufwachsen sehen. Nicht zu wissen, wie viele Wochen ich schwanger sein werde und wann es draußen bessere Chancen für unsere Elfe gibt. So schwer es mir anfangs auch fiel zu akzeptieren, dass ein Mensch in mir heranwachsen wird und ich so lange meinen Körper teilen muss, desto schwerer ist es jetzt für mich. Diese Unsicherheit, wann ich den Zwerg zum letzten mal spüren werde und meine Gebärmutter einfach nicht mehr sicher genug ist… Tag für Tag habe ich das Gefühl, es nicht genug genießen und in mir aufnehmen zu können. Das Gefühl dass etwas unwiederbringliches verloren geht und die Angst auch das damit zusammenhängende Kind zu verlieren.

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Es bringt meine Geduld an die Grenzen, darauf zu warten, was die Ärzte  beim nächsten Termin sagen. Macht mich wahnsinnig zu wissen, dass ich ins Krankenhaus und mein Bambikind zu Hause lassen muss. Das Gefühl völlig machtlos zu sein raubt mir meine Nerven und das endlose Warten schürt meine wieder stärker werdende Depression.
Die vielen Arzttermine und Herausforderungen überlasten meine Kräfte und ich möchte die Zeit am liebsten nur noch schlafend im Bett verbringen.

Ich freue mich unheimlich auf unser Baby mit dem wunderschönen Gesicht. Freue mich darauf es zu tragen, in meinem Armen zu halten, es zu versorgen und aufwachsen zu sehen. Kann kaum klein Bambis Blick erwarten, wenn sie die Elfe zum ersten mal sieht und die erste Nacht zu viert im Familienbett zu verbringen.
Allem voran freue ich mich auf nichts mehr, als auf den Moment in dem unsere Elfe endlich in Sicherheit lebt und nur noch darauf wartet nach Hause zu dürfen.

Und doch fällt es mir inzwischen einfach schwer die Zeit der Ungewissheit zu überbrücken. Es ist wie ein Stein, der mich an den Füßen nach unten zieht um mich in einen neutralen, von Stichen durchzogenen  Zustand zu versetzen.
Zwischen der Freude über unser Bambinchen, dem Glück der Schwangerschaft, dem Schmerz wegen unserem Zwillingssternchen, der Angst um unsere Elfe und der Ungewissheit was kommen wird.