[Auf dem Weg…] Das Leben lieben <3 



Ich liebe das Leben, weil: 

  • es immer etwas neues für mich bereit hält 
  • es so unglaublich viel zu erleben gibt 
  • ich mein Bambinchen und meinen Held anders nie kennen gelernt hätte
  • mir immer wieder gezeigt wird, wie wertvoll es ist
  • man immer wieder ganz wundervollen Personen begegnet, wenn man darauf achtet und es schätzt
  • ich den Abgrund mehrmals gesehen habe und ihm immer wieder entkommen bin 
  • die Sonne im Frühling so schön auf der Nase kitzelt 
  • klein Bambina mich Tag für Tag unbeschreiblich glücklich macht 
  • ich noch so viel vor mir habe 
  • Musik die Macht hat Stimmungen zu verändert 
  • ich gesegnet bin und in Geborgenheit getragen werde 
  • ich immer wieder neue bezaubernde Kleinigkeiten entdecke 
  • die Vogel bei Sonnenschein so hübsch und unbeschwert singen 
  • ich den Glauben an das Gute nicht verloren habe 
  • ich das Gefühl der stürmischen Brandung am Meer so sehr liebe 
  • ich so geliebt werde, wie ich bin, ganz egal was die Zahl auf der Wage, oder mein Bildungsweg sagt
  • der (für mich) beste „Psychologe“ der Welt an meiner Seite ist und ich ihm vollkommen vertrauen kann
  • ich diesen inneren Frieden immer wieder spüren darf
  • mir mein eigener Wert nach und nach bewusst wird 
  • keine Krankheit der Welt mich auf Dauer davon abhalten kann, mein Leben glücklich zu genießen 
  • selbst bunte Bettwäsche mein Herz erfüllen kann 
  • mir materielle Dinge nichts bedeuten und ich so andere Werte kennenlernen darf 
  • es mir das größte mögliche Geschenk gemacht hat, meine Tochter
  • mir der Postbote selbst mit Rechnungen Glücksgefühle bescheren kann 
  • ich Postkarten so so so so sehr mag 
  • der größte und liebenswerteste Chaot mit mir verheiratet ist und es auch bleiben möchte 
  • es mir wichtig ist achtsam zu leben und oft übersehene Kleinigkeiten zu schätzen 
  • ich etwas bewegen und anderen helfen kann 
  • es ein Geschenk Gottes ist und ich somit sein Kind bin 

(Liste wird regelmäßig erweitert) 

[Suchanfragen] #1 – sexuelle Gewalt

Einen wunderschönen guten Morgen ihr Suchenden 🙂

Da sich die Suchanfragen, auf die ich gerne eingehen würde in der letzten Zeit stark gehäuft haben, werde ich nun regelmäßig eine persönliche Antwort geben. Ich möchte damit niemanden bloß stellen, oder ernsthafte Fragen ins Lächerliche ziehen, sondern den Menschen eine Antwort geben, die vielleicht in Zukunft erneut danach suchen werden!

Da es inzwischen knapp 30 Fragen sind, zu denen ich gerne etwas sagen möchte, werde ich sie vorerst nach Themen sortiert auf mehrere Artikel aufteilen.

  • es ist doch nicht so schlimm missbrauch
    Ganz egal, ob Du Dich das als Betroffene/r, Angehörige/r, Bekannte/r oder Täter/in fragst – Missbrauch ist in jedem Fall schlimm!
    Es gibt verschiedene Arten des Missbrauchs und unterschiedliche Möglichkeiten damit umzugehen, doch eines steht außer Frage – jede Form zerstört etwas in dem/der Betroffenen und das ist schlimm!
  • 80 jahre alte oma will immer sex mit dem enkel
    In diesem Fall würde ich persönlich abklären, ob die Oma eventuell dement ist und nicht mehr weiß, was sie da möchte. Anderenfalls sollte der Enkel darüber sprechen und andere Menschen um Hilfe bitten.
    Du hast es als Außenstehende/r mitbekommen? Spreche behutsam mit dem Enkel, erkläre je nach Alter vorsichtig, was es bedeutet und berichte es den Eltern!
  • vergessener missbrauch täter verhält sich
    Es tut mir sehr Leid, was Du erleben musstest und dass die Erinnerungen nun durchgebrochen sind. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es wichtig ist darüber zu sprechen/schreiben und es nicht alleine durchzustehen.
    Bei bestehendem Täterkontakt ist es hilfreich herauszufinden, weshalb Du den Kontakt nicht aufgeben möchtest und ob eventuell tiefere Beweggründe dahinter stecken.
    Anlaufstellen für Hilfe findest u.a. hier
  • youtube vergewaltigung opfer video ich schweige nicht
    Videos von nicht schweigenden Betroffenen gibt es einige und ich persönlich finde es gut, wenn man dem inneren Bedürfnis folgt und öffentlich auf das Thema aufmerksam macht.
    Als wirklich gute Dokumentation zum Thema Vergewaltigung, kann ich „Vergewaltigt – Frauen brechen das Schweigen“ vom ZDF-Format 37 Grad
    sehr empfehlen! *KLICK*
  • er war 32 und ich 12 als er sex versuchte
    Liebes unbekanntes „ich“, da ich Dich nicht kenne und nicht dabei war, weiß ich nicht wie es ablief, doch aus einigen Gesprächen mit anderen weiß ich, dass diese Situationen häufig nicht gewollt sind. Mit 12 bist/warst Du noch ein Kind und es ist vollkommen verständlich, dass Du „mitgemacht“ hast, auch wenn es nicht Dein Wille und Wunsch war. Da Du diese Worte in die Suche eingegeben hast, gehe ich davon aus, dass Du es nicht einfach vergessen kannst und rate Dir deshalb dazu, Dir Hilfe zu suchen.
    Anlaufstellen findest Du u.a. hier
  • Die Eisbärin – Matthias Gereon
    Ein wirklich genialer, vollkommen gelungener Krimi, der sich mit Mord, Vergewaltigung und Missbrauch auseinandersetzt.
    Selten fiebert man so mit der Mörderin mit, wie in dieser Geschichte!
    Hier habe ich sie rezensiert 😉

Ich mache Euch eine Freude <3

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Wer schnell ist, kann auch dieses Jahr wieder dabei sein und bekommt innerhalb des Jahres 2015 eine kleine Überraschung von mir 🙂
Mit einem Klick auf das Bild, gelangt Ihr direkt zu meinem Facebook-Status und könnt Euch mit einem Kommentar die überraschende Freude sichern! (:

Liebe Geschäftsführer… ein „offener Brief“!

Wir sind einkaufen und in jedem zweiten Geschäft bekommt jedes Kind etwas süßes an der Kasse. Sei es nun Traubenzucker, Gummibärchen, Lollys oder Bonbons – die Kinder merken es sich und wissen ziemlich bald ganz genau, wo sie für gewöhnlich etwas bekommen. Um genau zu sein, erklären sie einem auf dem Parkplatz schon, dass sie XY haben möchten und lassen sich nur vertrösten, weil die Gewissheit besteht, dass es an der Kasse in ihre Hand gelegt werden wird.
Doch was, wenn genau DAS nicht passiert und man ein weinendes Kind vor sich hat, das es einfach nicht verstehen kann?

Genau in dieser Situation waren wir letztens in einer bekannten Drogeriekette. Bambina war super überdreht, weil sie nicht damit klar kam, dass sie ihren Papa nun kaum noch sieht. Während ich die Einkäufe verstaut habe, hat sie sich einen Kinderschirm aus dem Ständer genommen und ist damit umher gerannt. Die Frau an der Kasse erklärte sofort, dass sie den nicht mitnehmen darf [ach nein? Das hätte ich jetzt nicht gewusst :-/] und während ich versuchte ihn ihr abzunehmen, nahm die Frau den noch an der Kasse liegenden Traubenzucker wieder zurück. Was passierte könnt ihr Euch sicher denken… genau, ein bitterlich weinendes Bambikind, das einfach nur ihren Traubenzucker wollte. Ich dachte ich hätte ihn evtl schon eingesteckt und sagte, dass sie ihn am Auto bekommt, doch natürlich war er weit und breit nicht zu finden.
Bambina weinte nicht nur, nein sie weigerte sich vehement dagegen, sich in den Sitz zu setzen und schrie scheinbar um ihr Leben. Also setzte ich mich mit ihr im Dunklen neben dem Auto auf den Boden und versuchte sie zu beruhigen, ohne Chance. Sie weinte, als hätte sie etwas wichtiges verloren und fragte immer und immer wieder nach dem ollen Zucker. So lange, bis ich meine Schwester zurück geschickt habe, um ihr einen zu holen. Die Kassiererin fand es wohl ziemlich lustig und ich finde es einfach schrecklich.

Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich mit der Situation mehr als überfordert war, denn so sehr hat mein Mädchen unterwegs noch nie geschrien, geschlagen und „getobt“. Alles mögliche habe ich versucht… ruhig mit ihr reden, in den Arm nehmen, erklären, streng nein zum Traubenzucker sagen, Liebe geben, „zurück schreien“ dass es nun wirklich reicht, bis hin zu verzweifeltem fast mitweinen und das Kleinkind wie ein Baby in den Armen wiegen. Mir tat es im Nachhinein so leid, dass ich nicht die komplette Zeit ruhig bleiben konnte und mich die Situation so sehr an meine Grenzen gebracht hat, doch Vorwürfe bringen mich nicht weiter.
Die Menschen die an uns vorbei liefen, schauten mich an, als würde ich mein Kind misshandeln und ließen mich mit abwertenden Blicken zurück. Alles in allem empfand ich diesen Zeitabschnitt also wirklich schlimm und meine Gefühle gehen noch heute in Richtung „muss das sein?“ und Traurigkeit mein Kleinkind so zu sehen.

Liebe Geschäftsführer, ich kann verstehen, dass Sie jetzt schon die Kunden für später werben und halten möchten, doch muss es wirklich in diesem Ausmaß sein? Bis meine Kinder zu Ihrem Kundenstamm gehören, existiert Ihr Geschäft womöglich schon lange nicht mehr. Und ist das manipulierende Sympathiepunktesammeln tatsächlich die Art, wie Sie Ihr Geschäft in das Gehirn meiner Kinder brennen möchten?
Wer erklärt meinen Kind, dass es das ersehnte Gummibärchen aus unklaren Gründen nicht bekommt? Und wer muss das trauernde Kind beruhigen? Ganz genau, das dürfen dann wir Eltern ausbaden, regeln und klären!
Zumal das Spielen mit dem Regenschirm für mich kein Grund ist, dem Kind den Traubenzucker zu verwehren.

Ich finde es wirklich schlimm, dass die Kinder von heute von allen Seiten beschenkt werden, um eine positive Assoziation herbeizuführen. Die Zuckerliebe der Kinder wird ausgenutzt um Gedanken/Gewohnheiten zu pflanzen und sie wissen noch nicht mal, wie sie unterbewusst beeinflusst werden. Gegen gelegentliche Kleinigkeiten habe ich gar nichts, im Bioladen gibt es z.B. ab und an mal einen Teebeutel oder auf dem Künstlermarkt bekommt man je nach Situation ein kleines Weihnachtsgeschenk für das Kind. Hier und da eine kleine Aufmerksamkeit, die nicht zur Regel wird und persönlich gehalten ist – das ist okay für mich, doch alles andere empfinde ich als unnötig, störend und grundlos belastend.

In Zukunft werde ich Geschäfte mit Massen-Süßkramverteilung meiden und auf Alternativen ohne die obligatorischen Geschenke an der Kasse ausweichen!

Freitod – eingreifen, oder steben lassen?

Ich rieche an den duftenden Rosen meines Helden, die er mir ganz bewusst heute geschenkt hat und denke nach.
Dieser liebliche Duft verströmt so viel Kraft und lässt mich zum ersten Mal an diesem Tag ein klein wenig lächeln. Doch gleichzeitig erinnern Rosen an Friedhöfe & Beerdigungen und wie der ein oder andere vielleicht noch weiß gab es von diesen Anlässen in den letzten Jahren mehr als genug. Erst letzte Woche ist ein super lieber Bekannter an Krebs gestorben, er kam wohl zum sterben nach Hause & erlebte die Hochzeit seine Sohnes nicht mehr, die gerade mal 4 Tage später hätte stattfinden sollen.
Doch heute hat das Thema Tod eine vollkommen andere Bedeutung für mich, die Entscheidung den Freitod zu wählen. Seit gestern Mittag muss ich ständig an meine liebste Lynnie denken, die zwar wohl irgendwo vielleicht noch lebt, für uns alle aber am 30.01.2011 gestorben ist. Eine liebe Freundschaft über das Internet, manch einer mag sagen das sei nicht möglich, doch ich weiß es besser, denn hier habe ich meine zwei besten Freunde kennengelernt. Doch bei Lynn war es anders, ich mochte sie sehr… wir alle mochten sie sehr, hatten ihre Adresse und jeder dachte sie sei sie selbst. Bis ihre „beste Freundin“ plötzlich mitteilte, dass sie sich das Leben genommen hat und für viele von uns die Welt einstürzte. Ich habe geweint, getrauert und mir viele Vorwürfe gemacht, weil sie die Tage zuvor immer Andeutungen gemacht hatte, dass sie nicht weiß wie sie es bis Montag schaffen solle. Das war der Tag an dem sie angeblich in einer Klinik aufgenommen werden sollte. Für mich erlosch jeglicher Lebenssinn, einige meiner Narben erzählen Lynns Geschichte, eine Bekannte brach zusammen und kam in die Klinik… für jeden von uns war es unendlich hart. Ich hatte später kurzen Kontakt zu der echten Person dahinter, doch meine Lynn fehlt mir sehr und ihr Todestag wird für mich für immer dieser Tag sein.

Ausgelöst wurden folgende Gedanken von einem Mädchen, deren Blog ich las seit ich hier blogge, der ich auf instagram folgte und mit der ich persönlichen Kontakt hatte.
Ich rieche an meinen lieblichen Rosen und habe Angst nie wieder etwas von ihr zu hören, vielleicht niemals zu erfahren ob es ihr gut geht, oder ob sie es überhaupt geschafft hat. Nachdem einige Indizien dafür sprachen, dass sie sich das Leben nehmen wollte, informierte ich vollkommen aufgelöst und ängstlich die Polizei. Musste alles sagen was ich weiß, jede Kleinigkeit war wichtig, dass es schon mal so war, dass es eindeutige Anzeichen gab… dass ich Angst habe. Und dann begann das warten, hoffen und bangen. 45 Minuten später der zum Teil erlösende Anruf, dass das Mädchen nun im Krankenhaus liegt. Mehr durfte er mir nicht sagen und seine Stimme war so stockend… ich denke daran, wie es ihr jetzt wohl gehen mag, ob sie bei Bewusstsein ist? Vielleicht sogar noch in Lebensgefahr schwebt? Ich rieche den Duft der Blumen und drehe mich im Kreis. Ich habe Angst, dass sie stirbt. ICH.

Doch habe ich überhaupt das Recht dazu einen Menschen der sterben möchte gezwungen am Leben zu halten? War ich wirklich dazu berechtigt die Polizei zu rufen und sie damit möglicherweise (hoffentlich) zu retten? Darf ich mich überhaupt so sehr in ihr Leben einmischen?
Ich sollte diese Gedanken nicht denken, denn wäre sie ohne Hilfe gestorben, hätte ich es für mein restliches Leben mit mir herumgetragen. Wäre sie einfach so gestorben, hätte sie es vielleicht im letzten Moment doch noch bereut und keiner wäre da gewesen um ihr zu helfen.
Grundsätzlich gibt es keinen Menschen, der mental das Recht hat über das Leben eines anderen Erwachsenen zu bestimmen. Wieso aber, darf man dann dafür sorgen, dass ein Mensch überlebt, der sich für den Freitod entschieden hatte? Wo steht geschrieben, dass das Leben besser ist als der Tod? Und wer setzt fest, dass gehandelt werden muss, wenn man einen Suizidverdacht äußert? Woher stammt der Gedanke, dass der Mensch sein Leben leben muss und ihm nicht selbst vor Ablauf seiner vorbestimmten Zeit ein Ende setzen kann?
Auf der anderen Seite frage ich mich, ob man selbst überhaupt das Recht dazu hat das Leben zu beenden, das man geschenkt bekam. Jedes Leben ist ein Wunder und ein Geschenk, müsste man es also nicht eigentlich schätzen und dafür sorgen, ihm möglichst wenig Schaden zuzufügen?

Ist es nun also richtig, die Polizei zu informieren, oder sollte man den Menschen einfach machen lassen?
Man kann nie sicher wissen, wann es ein Hilfeschrei ist, der entdeckt werden möchte und in welchem Fall die Person wirklich und ganz bewusst einfach nur sterben möchte.
Verlängert man durch das Eingreifen auf der einen Seite also mit Pecht eine Lebensqual und lässt auf der anderen Seite womöglich Menschen sterben, die es doch eigentlich gar nicht wirklich wollten.
So viele Fragen und Gedanken, für die sich einfach keine Antworten finden lassen.
Ganz egal wie es ist, ich finde es absolut schrecklich andere, in diesem Fall selbst instabile Menschen mit hineinzuziehen, die erst mal irgendwie damit klarkommen müssen. Doch darf ich das überhaupt denken? Ist es nicht so, dass man in so einem Moment nicht mehr an so etwas denkt und vielleicht doch irgendwie gefunden werden will?

Ich hoffe, dass ich nie wieder in diese Situation komme, irgendwie in Erfahrung bringen kann wie es ihr geht & dass sie mich nun nicht hasst…

#ichbingutso mit Video für die Seele :)


Gerade momentan fällt es mir schwer diesen Text zu schreiben, doch wenn ich mich so umsehe ist es leider bitternötig. Angefangen hat das Ganze, als Tafjora ein Foto der Biene Maja getwittert und auch einen Vergleich zu früher gezogen hat. Ob man es glaubt oder nicht, doch mittlerweile sind selbst die animierten Kinderserien einfach nur noch schmal und abgemagert. War die pummelige Biene damals toll, ist sie für heutige Zeiten viel zu rund und so hat man einfach ihre Figur verändert, ohne zu bedenken was es für Kinder bedeutet diesem Schlankheitswahn ausgesetzt zu sein. Meinen Beitrag zu diesem brisanten Thema schreibe ich aus meiner ganz persönlichen Sicht – aus den Augen einer essgestörten Mutter die momentan 50 Kilo zu viel auf den Rippen hat und sich Sorgen um die Zukunft ihrer Tochter macht.

Früher, ganz zu Beginn von Bambina´s Leben war sie unglaublich schmal und wurde von Woche zu Woche dünner. So dünn, dass man ihre Rippen zählen und auch sämtliche andere Knochen sehen konnte… man hatte das Gefühl sie zerbricht bei jeder Berührung und auch unsere Kinderärztin war sehr beunruhigt von ihrem starken Untergewicht. Damals sah sie so aus, wie mein Körper in meiner kranken Welt perfekt für mich wäre – ungesund abgemagert.
Anstatt auf ihr Gesicht oder ihre Art zu achten, wurde uns immer und immer wieder gesagt, wie schmal sie doch sei. Fremde Menschen sprachen uns an, Freunde und Bekannte… immer ging es nur um ihre Statur und dass sie ja aussieht als würde sie vom Fleisch fallen. Natürlich war es offensichtlich und ist direkt aufgefallen, doch ein Baby darauf zu reduzieren, dass es unnormal schmal ist fand ich damals schon doof. Kaum kam die Zeit, in der sie immerhin ein wenig Nahrung im Magen behielt und langsam aber sicher zunahm wurde darüber gesprochen, dass sie ja nun schon zugenommen hätte und gesünder aussehen würde. Man hätte nicht mehr das Gefühl sie zu zerbrechen, doch viel zu oft wurde uns auch gesagt, dass wir nun aufpassen müssen. Nicht, dass das kleine Mädchen nun zu dick wird, oder zu viel zunimmt. Ich habe mich verrückt gemacht, als sie eine Zeitlang á la Jojoeffekt wirklich schnell zugenommen hat. Habe unsere Ärztin gefragt, ob es denn noch normal sei, oder ob ich mir nun Sorgen machen müsse, dass sie übergewichtig wird. Doch sie hat mich beruhigt, sie ist nicht mehr abgemagert, nicht mehr die kleine zierliche Prinzessin aber keinesfalls dick. Nun ist sie bald 3 Jahre alt und hat ihre Zierlichkeit vollkommen verloren, hat jedoch keinerlei Speckfalten o.ä. dennoch müssen wir uns ständig anhören, dass sie nun ja ordentlich zugenommen hätte und nun wirklich kernig wäre. Manchmal fallen auch die Worte dick und Diät, bei denen mir regelmäßig innerlich die Hutschnur platzt. Mein Kind ist nicht dick und ZU dick erst recht nicht! Sie liegt von der Größe und dem Gewicht im Durchschnittsbereich einer 4-jährigen und das ist vollkommen okay, lieber so als die ständige Angst, weil sie so schmal ist. Doch ihre Geschichte zeigt, wie sehr selbst Baby´s und kleine Kinder auf ihre Statur reduziert werden und schon so früh gezeigt bekommen, dass sie „nicht richtig“ sind wie sie sind.

Mich persönlich macht es wirklich traurig, wie weit es mit dem Magerwahn schon gekommen ist. Haben denn nicht mal mehr kleine Kinder das Recht zu essen was ihnen schmeckt, ohne dabei an ihr Gewicht denken zu müssen? Gerade Kinder haben noch diese Unbeschwertheit, die den meisten von uns fehlt. Sie essen in der Öffentlichkeit, tragen die Kleidung die ihnen gerade gefällt, essen was ihnen schmeckt und wenn sie Hunger haben. Ein Kind schaut nicht auf die Uhr, ob es denn schon wieder essen darf. Es zählt auch keine Kalorien und denkt nicht darüber nach, ob die Scheibe Brot oder der Joghurt wirklich noch drin ist. Nein, ein Kind schaut in den Spiegel und sieht das Wundervolle, das wir Erwachsenen fast komplett verloren haben – sie sehen sich selbst. Nicht die Hülle, sondern den Menschen. Wenn meine Tochter mich ansieht, sieht sie nicht das viele Fett das ich sehe, wenn ich mich begutachte. Sie sieht auch nicht welche Hosengröße ich trage, ob das letzte Shirt nun auch noch zu eng geworden ist, oder das Doppelkinn. Nein, sie sieht MICH – den Menschen hinter der Hülle. Für sie bin ich ihre hübsche und tolle Mama, die sie bedingungslos liebt und sie kann überhaupt nicht verstehen was ich an mir auszusetzten habe. Wir sollten beginnen die Welt wieder durch die Augen eines Kindes zu sehen, denn das Aussehen sagt nichts über den Menschen dahinter aus. Wenn ich darüber nachdenke ist es für mich selbstverständlich zu sagen, dass ich mich dick und hässlich finde. Es ist doch so viel einfacher alles zu kritisieren was einem nicht gefällt anstatt zu lernen damit zu leben und sich selbst zu lieben. Wenn Bambina sich in meinen Schwabbelbauch kuschelt und mir erklärt, dass es schön ist fühle ich mich nicht wohl dabei, denn weshalb ist es schön? Genau, weil ich übergewichtig bin und daher alles hängt und schwabbelt. Anstatt darüber nachzudenken, dass die Kleine nicht einen einzigen Gedanken daran verschwendet WARUM Mamas Bauch so bequem ist zermartere ich mir den Kopf wie und was ich schon alles gegessen habe… wie mein Essen die letzten Tage aussah und wie streng mein Plan in nächster Zeit werden muss. Um abzunehmen und in ein Bild zu passen, das nur auf Oberflächlichkeiten beruht.

Doch ich möchte nicht, dass es meiner Tochter jemals so ergeht wie mir. Genau aus diesem Grund treffen mich Kommentare dieser Art immer sehr… ich möchte nicht, dass sie ihre Unbeschwertheit verliert, denn das passiert leider noch früh genug. Im Gegenteil, ich wünsche ihr von Herzen, dass sie mit Genuss essen kann und sich keinerlei Mühe macht auch nur einen Gedanken an die aufgenommenen Kalorien zu verschwenden. Der Körper holt sich was er braucht und wenn man ein gutes Verhältnis zu sich selbst hat, funktioniert das von ganz alleine. Doch heute bekommen ja sogar schon Babys vorgeschrieben, nach wie vielen Stunden sie wieder trinken dürfen, anstatt das Kind dann zu füttern/stillen, wenn es Hunger oder Durst hat.
Für mich ist es Tag für Tag eine Qual, ich sehe meinen unerträglich unförmigen Körper und möchte mich direkt wieder in mein sicheres Bett verziehen. Was soll ich auch da draußen in der kalten, oberflächlichen Welt? Nicht eine einzige normale Portion kann ich problemlos essen, nicht einen Apfel ohne daran zu denken, ob das denn nun erlaubt ist oder nicht. Ich möchte nicht erleben müssen, dass meine Tochter hungert um sich schöner zu fühlen. Dass sie leidet und in Zwänge verfällt, sich nach jeder Mahlzeit schlecht fühlt und mit ihrem Gewissen kämpft. Ich möchte sie so groß werden lassen wie sie ist, mit der Gewissheit, dass ihre Figur bzw. die Zahl auf der Wage nicht ihre inneren Werte bestimmt.

Nun frage ich mich aber, ob unsere Gesellschaft ihre Werte wirklich nur noch an Magermodels und Size Zero Frauen fest macht? Ist es nicht vollkommen egal wie wir aussehen? Es sollte auf die inneren Werte, den Menschen hinter der Hülle ankommen und nicht darauf, wieviele Speckröllchen jemand hat.
Ich habe in letzter Zeit selbst häufiger die Erfahrung gemacht, dass ich mit Kind von oben herab behandelt wurde… wie könne man denn schon in meinem Alter Kinder bekommen?
Als ich mit dem Helden in der Notaufnahme war, fragte mich die Ärztin doch tatsächlich auf dem Flur, wo unsere Tochter denn jetzt sei. Als ich ihr zur Antwort gab, dass sie natürlich zu Hause ist und sie verwirrt anschaute, frage sie mich ganz direkt „Allein? Sie haben Ihre Tochter alleine zu Hause gelassen?“ WIE BITTE? Natürlich nicht, NIEMALS!
Ich kann einen guten Vergleich ziehen, da ich vor einem Jahr noch 40 Kilo weniger gewogen und somit ins Durchschnittsbild gepasst habe. Damals wurde ich ganz normal behandelt, ich war gut gekleidet, nicht dick und es war vollkommen akzeptiert, dass ich eine Tochter habe. Doch mit der Zeit nahm ich zu und mit dem steigenden Gewicht wurden die Meinungen kritischer. Ich habe nicht auf der Stirn stehen, dass ich Medikamente nehmen muss, durch die mein Gewicht so in die Höhe schoss, dennoch sollte man nicht einfach davon ausgehen, dass ich mich eben einfach gehen lasse. 40 Kilo verändern meine Hülle, doch dahinter bin ich immer noch der selbe Mensch und keine schlechtere Mutter. Doch nun sind die Blicke und Worte härter, kritisierender und abwertender. Die Dicke da… typisches Klischee, lässt sich gehen, frisst nur junk food in sich hinein, sicher arbeitslos, lebt vom Staat, verbringt den ganzen Tag vor dem TV und dann auch noch ein kleines Kind. Gewisse Fernsehsender machen das in ihren Sendungen ohne niveau ja ziemich gut vor. OMG geht gar nicht, Rabenmutter ich.
Ich schreibe das, weil es mich verletzt und manches wirklich tief getroffen hat. Die als gefräßig abgestempelte Person trägt seit mehr als einem Jahrzehnt eine Essstörung mit sich herum, führt momentan eine Beziehung mit Mia und dieses Bild der Gesellschaft macht die Sache nur noch schlimmer.
Ist es das was wir unseren Kindern antun und mit auf den Weg geben wollen? Um jeden Preis in die oberflächliche Gesellschaft zu passen, um nicht aufzufallen und abgestempelt zu werden? Sind wir bereit unsere Kinder diesen hohen Preis zahlen zu lassen, nur um oberflächlich anerkannt zu sein?

 

Ich bin es jedenfalls nicht! Der Gedanke, dass meine Kinder von außen so geprägt werden ist schrecklich genug, doch ich möchte nicht, dass sie zu dieser Gesellschaft gehören. Kein Mensch sollte sich anpassen müssen, nur um akzeptiert zu sein, denn egal ob man in Jeans oder Jogger kommt, weil gerade nichts anderes passt…. man ist immer noch die selbe Person, mit den selben Einstellungen, Gedanken und Werten. Deshalb möchte ich unseren Kindern (bisher gibt es ja nur Bambi) mit auf den Weg geben, dass es das nicht wert ist und sie IHR Leben leben sollen, nicht das der Anderen. Ich liebe sie ganz egal wie sie aussehen, welche Leistungen sie bringen und welche Kleidung sie tragen & das sollen sie auch. Sich selbst lieben und die vielen Stempel die sie von außen aufgedrückt bekommen werden, einfach an sich abprallen lassen. Ich kann hier jedem das Buch „Du bist einmalig“ von Max Lucado wärmstens ans Herz legen. Er greift darin genau dieses Thema auf und vermittelt, dass die vielen aufgeklebten Sticker nichts über den inneren Wert aussagen <3
Ihr könnt Euch auch einfach das eingefügte Video dazu ansehen und Euch selbst ein Bild machen.

Ich wünsche mir von Herzen, dass unsere Kinder in Frieden aufwachsen und sich frei entfalten können und hoffe ihnen das nötige Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl mit auf den Weg geben zu können! 🙂

Und da das ganze eine Blogparade ist, findet ihr bei wundertolles weitere Beiträge zu dem Thema. Macht mit und sorgt dafür, dass andere sich Gedanken machen :-*