Die beste Zeit des Jahres

Seit genau 14 Tagen, liegt unser Elfenbaby nun schon isoliert, vor 7 Tagen hat mein Held seine letzte Klausur geschrieben & heute die schriftliche Prüfung für den Ausbilderschein. Montag in einer Woche muss er zwischen seinem Urlaub noch genau 3 Tage arbeiten und hat dann endlich endlich frei – den kompletten restlichen Dezember um genau zu sein.
Ich bin froh, dass er dann wieder Luft hat und mir ein wenig den Rücken stärken kann. Hinter uns stand er die ganze Zeit, doch durch die Klausurphase war er so im Stress, dass er für überhaupt nichts Zeit hatte.
Die letzte Hochschulphase hat genau an dem Tag begonnen an dem ich stationär aufgenommen wurde & von der Ambulanz direkt in den Kreißsaal kam. Zwei Tage später erblickte unser Elf schon das Licht der Welt und stellte alles auf den Kopf. Zeit zum lernen? Null! Fehltage in der Hochschule? Unzählbar. Ständig war etwas anderes und so hatte er am Ende ordentlich viel nachzuholen.

Bis letzten Samstag hatte er seinen kleinen Jungen genau einmal auf dem Arm und ihn in den letzten Wochen max. 5-10 Minuten am Tag gesehen… wenn überhaupt. Ich musste das meiste also alleine tragen und wäre ohne meine Familie, die mich gefahren oder Bambina genommen hat aufgeschmissen gewesen. Nun kann hoffentlich etwas Ruhe einkehren und ich spüre deutlich, wie sich mein Körper nach etwas Entlastung sehnt. Auch wenn die kommende freie Zeit zum Großteil dafür draufgehen wird, die klassische Singlewohnung wieder familientauglich zu machen. Doch allein das Gefühl, Arztgespräche nicht mehr ausschließlich alleine führen zu müssen, Entscheidungen gemeinsam zu treffen und gemeinsam zu essen, erleichtert ungemein. Plötzlich ist man wieder Paar, Eltern und Familie, ohne wenn und aber.

Ich freue mich auf die kommende Zeit – Umbau eines Bettchens zum Beistellbettchen, aufstellen des Wickelregals, das nach der „auf dem Wickelplatz wickeln“-Zeit als weiteres Bücherregal dienen wird, nähen der Stoffwindeln, das Binden der Tragetücher üben, Kleidung waschen und in den Schrank sortieren, die Wohnung und das Leben ausmisten, tägliches kuscheln mit unserem Elfen und letztendlich der Tag der Entlassung.
Momentan steht der Kurs also ganz hoch auf Baby und Familie, denn endlich können wir davon ausgehen, dass unser kleiner Schatz all die ganzen Dinge auch benutzen wird. So doof die Kliniksituation und die Belastung auch ist, gerade durchleben wir die beste Zeit des Jahres 2015. Wir haben unser Baby, er lebt und entwickelt sich und nach all den langen Monaten, müssen wir endlich keine akute Angst mehr haben, dass uns dieses Glück genommen wird. Wir sind Zweifacheltern, mit allem was dazu gehört <3

8 comments

  1. Es liest sich so schön!

    Wunderbar, dass es dem kleinen Elfen so gut geht und ihr jetzt nicht mehr mit dieser akuten Angst leben müsst. Morgen vor einem Jahr wurde unser kleiner von der Intensivstation auf die Peppelstation verlegt.

    Heute turnt er hier auf dem Sofa rum und läuft den Plätzchen hinterher.
    Genau das wünsche ich euch!

    Alles Liebe ❤️

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