Ein Mädchen namens Marie

Ich möchte Euch gerne die Geschichte eines Mädchens erzählen, das ich mal kannte. Heute ist das folgende Erlebnis auf den Tag genau 3 Jahre her und Ihre Geschichte kann uns allen die Augen ein klein wenig weiter öffnen.

Das Mädchen über das ich heute schreibe heißt Marie und war wunderschön. Ihre dunklen langen Haare umschmeichelten ihr Gesicht, die grünen Augen strahlten und sie war so schmal, dass sie auch ungeschminkt wie eine zerbrechliche Puppe aussah. Obwohl sie noch ziemlich jung war hatte sie ein paar Monate zuvor geheiratet und war in der 13. Woche schwanger, ihr größter Wunsch der mit zwei rosa Strichen in Erfüllung ging. Sie konnte ihr Glück kaum fassen und keiner, wirklich niemand hätte vermutet dass sie an diesem Morgen bitterlich weinend in Ihrem Wohnzimmer lag. Durch Marie´s offensichtliche Lebensfreude konnte keiner erahnen, dass sie ihr Leben an diesem Tag am Liebsten beendet hätte und mit ihr das Leben ihre ungeborenen Kindes. Sie wusste nicht mehr weiter, konnte keinen Ausweg mehr sehen und weinte den ganzen restlichen Tag, ohne dass ihr Mann sie auch nur ansatzweise beruhigen konnte. Hilflos musste er mit ansehen, wie es ihr immer schlechter ging und sie nach 24 Stunden krampfende Schmerzen bekam. Sie weigerte sich in die Klinik zu fahren um nach dem Baby sehen zu lassen, denn keiner durfte ihr schlimmstes Geheimnis erfahren. Aus Angst es könnte in der Notaufnahme heraus kommen spielte sie ihrem Mann schmerzfreiheit vor und drängte ihn dazu mit ihr zu schlafen. So hätte sie alles auf dieses eine Mal schieben können, wenn Sex als Auslöser der Beschwerden in Frage gekommen wäre. Viel zu groß war die Gefahr, dass ihr Mann die Wahrheit erfahren & sie anschließend verlassen könnte, denn am Vortag wurde von dem gemeinsamen besten Freund vergewaltigt.

„Ich muss gehen, ich muss zum Friseur“, sagte er während er aufstand und seine Kleidung zusammen raffte.
„Musst Du wirklich unbedingt zum Friseur? Du kannst mich doch nicht einfach so hier zurück lassen“, fragte sie verzweifelt denn sie konnte auf keinen Fall alleine bleiben. Zu schlimm waren die Dinge die kurz zuvor passiert waren. Zu sehr sehnte sie sich nach einer tröstenden Umarmung von ihm, die sie nicht bekommen sollte.
Er verabschiedete sich kaum, bevor er wortlos das Zimmer verließ und ihren leblosen Körper einfach sich selbst überließ.

Nach einer langen und unglaublich anstrengenden Nacht lag Marie auf der linken Seite ihrer schwarzen Couch und weinte, so sehr, wie sie noch niemanden zuvor weinen gesehen hatte. Doch in diesem Moment war sie nicht sie selbst, was dort lag war der leblose Körper einer leblosen Seele, denn diese versuchte alles um das Mädchen vor den unaushaltbaren Schmerzen zu bewahren. Die Tränen flossen in Bächen über ihre Wangen und sie hatte niemanden, der sie trösten könnte. Verzweifelt lief sie ins Badezimmer um sich zu verletzten, sie wollte sich spüren, alles rückgängig machen und wusste sich nicht anders zu helfen. Anschließend legte sie sich weinend neben ihren Mann in das gemeinsame Ehebett und versuchte sich nicht zu übergeben.
Hätte sie ihm doch nur nicht getraut und auf ihr Gefühl gehört, immerhin war sie sich nicht sicher, ob sie bei ihm wirklich sicher war. Sie spürte schon länger, dass er mit ihr schlafen wollte, immerhin wollte er in seinem Alter keine Jungfrau mehr sein und liebte Marie so sehr, dass er es sich ausschließlich mit ihr vorstellen konnte. Da das Mädchen überhaupt nicht nein sagen konnte, von ihrem Mann sehr enttäuscht wurde und psychische Probleme hatte, suchte sie sich Wege um sich zu einem „Nein“ zu zwingen. Was Männer betraf, hatte sie schon ihre Erfahrungen gemacht und wenn es darum ging ihnen sexuelle Wünsche abzuschlagen, reagierte sie innerlich regelrecht mit Panik. Es handelte sich um keine „Nein-sage-Schwäche“ sondern um eine Blockade die für sie nicht zu überwinden war. Außer es gab Gründe, die mehr in Gewicht fielen und die Ablehnung somit begründbar war. Aus diesem Grund sagte sie immer wieder, dass es vor der 13. Woche viel zu gefährlich wäre. Manchmal rasierte sie sich auch extra nicht, weil es schlimm für sie war so gesehen zu werden. Doch kaum hatte er diesen Grund erfahren, wurde er sehr böse auf sie, denn ihn deshalb „hängen“ zu lassen war für ihn nicht okay. Und obwohl sie immer gesagt hat, sie würde niemals mit einem anderen Mann schlafen, versuchte er es immer wieder bei ihr. In der Woche vor ihrer Vergewaltigung ahnte sie, dass der Zeitpunkt nun gekommen war. Immerhin würde sie die 13. Schwangerschaftswoche erreichen.
Jeden Tag flehte sie ihn mehrmals am Telefon an, ihre psychischen Einschränkungen nicht auszunutzen und wies ihn damit gleichzeitig offensichtlich darauf hin, wie genau man sie manipulieren konnte. In ihrer Angst und Verzweiflung war es ihr nicht bewusst und so fütterte sie ihn immer weiter mit wichtigen Details.
„Egal wie ich reagiere, egal was ich mache ich möchte nicht mit Dir schlafen!“ sagte sie immer wieder zu ihm und er versprach ihr Tag für Tag, dass er sich daran halten würde.
In der Nacht von Freitag auf Samstag schlief er wieder in der ehelichen Wohnung und sie nahm sich vor auf keinen Fall zu ihm ins Wohnzimmer zu kommen, denn mittlerweile hatte sie mitbekommen, dass er sie gerne unter Druck setzte. Doch wie es zu erwarten war, lies er nicht locker und versprach ihr dass keinerlei Gefahr bestand und sie keine Angst haben müsse. Er versprach ihr sogar eine Überraschung die sie sehr freuen würde.
Irgendwann hatte er sie nach einer weiteren Absicherung dass nichts passieren würde soweit überredet, dass sie zu ihm nach vorne ging. Dort wartete er mit einem Herz aus Kerzen, einem Kuchen und einem wunderschönen Brief auf sie. Ihr mulmiges Gefühl blieb, es wirkte ein wenig wie das romantische „erste Mal“ das man so aus Filmen kennt…. während sie den Brief las kullerte ihr ein Tränchen über die Wange, denn egal wie mulmig ihr war, seine Worte rührten sie sehr. Inzwischen liefen die  klassischen Lieder im Hintergrund und er wickelte sie immer mehr in sein fein gesponnenes Netz. Es gab kein Register, das er nicht zog um sie letztendlich zu bekommen. So versuchte er es sogar mit der emotionalen Masche und redete ihr ein, dass er wegen ihr unglücklich sterben würde, wenn er auf den 700 km die er am Folgetag in den Urlaub fuhr einen tödlichen Unfall hätte. Dass er wegen ihr niemals erfahren würde welch tolles Gefühl es wäre.
In dieser Nacht schaffte sie es 3 x den Sex abzuwehren, was für sie eine wahre Meisterleistung war. Der Freund verhielt sich dagegen wenig heldenhaft, denn er wandte genau die Methoden an, die sie ihm in ihrer Verzweiflung erzählt hatte und von denen er versprach sie nicht anzuwenden.

Sie lag da, blickte ihm hoffend ins Gesicht und begann innerlich zu weinen. Er merkte es nicht. Er wollte es nicht merken. Er wollte mit ihr schlafen und er wusste, dass er es gleich tun würde. Das und nichts anderes.Er WUSSTE, dass Marie nicht wollte. Im Wissen ihren Willen zu brechen, entschied er sich dafür sich trotzdem zu nehmen was er begehrte.
Sie hatte keine Zeit um nachzudenken, denn schon lag er auf ihr und versuche sein Glied einzuführen. Doch er fand den Eingang nicht. Marie lag wie in Trance unter ihm, nicht in der Lage auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Sie nahm sich vor ihre letzten Kräfte zu sammeln um ihm direkt zu sagen, dass sie das nicht möchte und er aufhören soll. Doch sie ertrug es bewegungslos und bevor sie ihn „rauswerfen“ konnte, ejakuliert er in ihr. Sie war gebrochen, am Boden und vollkommen am Ende. Er stand auf, sagte ein paar Worte und ging.

Marie bewegte sich weinend ins Bad um sich zu schneiden. Sie war bei 12+1, denn er hatte mitgezählt. Heute gibt es Marie nicht mehr.

Obwohl sie beweisen konnte, dass er sie gezielt manipuliert und gegen ihren Willen mit ihr geschlafen hat, brachte sie es nicht zur Anzeige. Auch wenn alle Fakten gegen ihn sprachen, nahm sie ihn in Schutz und gab sich die komplette Schuld an allem, denn ihre Seele konnte es nicht verarbeiten.

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