[Elfenkind] Schwanger, Sorgen und alles was dazu gehört

Wer mir auf Instagram folgt, hat es sicher schon mitbekommen & eventuell hat es der ein oder andere bei so manchem Vorschaubildchen auch schon entdeckt, doch für alle anderen lüfte ich heute unser großes Geheimnis.

Bambina bekommt ein Geschwisterchen! <3 

Eigentlich wollte ich es hier aus Angst vor Elijha noch eine ganze Weile nicht thematisieren, doch in den letzten Monaten ist so viel passiert & wir durchlaufen so eine enorme Gefühlsachterbahn, dass ich einfach darüber schreiben möchte. Ganz zu Beginn möchte ich allerdings anmerken, dass ich zwar gerne Rückmeldungen bekomme, in diesem Fall aber darum bitte von Kommentaren wie „das wird schon“, „Ärzte Irren sich“ etc. abzusehen. 

Unsere kleine Elfe ist genau wie Bambina damals ein absolutes Herz- & Wunschkind, auf das wir über 2 Jahre gewartet haben.
Entstanden ist sie nach Hormonzyklen und einigen erfolglosen Inseminationen schließlich durch eine IVF mit 2 Top-Blastozysten (=5 Tage Embryonen im höchsten Entwicklungsstadium). Wie ihr hier nachlesen könnt, begann die Schwangerschaft direkt ganz spektakulär mit einem Überstimulationssyndrom Grad 3 (extrem geschwollene Eierstöcke, Zysten und einige freie Flüssigkeit in Bauchraum), dem Verdacht einer Eileiterschwangerschaft und vielen vielen Schmerzen. Ende der 10. SSW bekam ich starke Blutungen aus der Gebärmutter, auf einem Ultraschallbild war eine zweite Fruchthöhle zu sehen, die beim nächsten mal verschwunden war und ich trauerte um unseren so sehr erhofften Zwilling. Zeitgleich begannen die Sorgen um die kleine Elfe so richtig – nach dem in der 7. SSW noch kein Embryo zu sehen war, war das Kind in der 10./11. Woche 6 Tage „zu klein“ und hatte kaum Fruchtwasser. Der Arzt meinte damals, dass all das Anzeichen für eine falsche Zellteilung wären und es eine drohende Fehlgeburt sei.

Im Laufe der Wochen wuchs unser Wunschkind weiter & das Herzchen pochte kräftig, doch die Differenz zwischen Schwangerschaftsalter und Größe/Wachstum des Kindes wurde immer größer & immer wieder hieß es, wir müssten abwarten wie es sich entwickelt. Bis der Wachstumsrückstand plötzlich je nach Stelle des Messens 9 – 17 (!!!) Tage betrug und mein Arzt mir innerhalb von wenigen Tagen einen Termin zur Feindiagnostik besorgte. Dort lag unsere Elfe dann deutlich unter der dritten Perzentile & wir wurden zur humangenetischen Beratung geschickt, durch die wir uns aber leider nicht wirklich aufgeklärter fühlen. Doch immerhin wissen wir nun, dass das Risiko einer Chromosomenstörung bei 1:5 anstatt bei 1:1400 liegt und zu einer Fruchtwasseruntersuchung geraten wird.

Bei dem Pränataldiagnostiker bin ich auch jetzt noch in Behandlung, da er vollkommen ratlos ist und das Kind bisher eigentlich noch sehr klein für eine Feindiagnostik war. Bald haben wir den nächsten Termin und das Gefühl der inneren Sicherheit, dass alles gut werden wird, weicht mehr und mehr der Angst. Worte wie „eventuell nicht lebens-/entwicklungsfähig“, „Schwangerschaftsabbruch“ und „keine richtige Wachstumstendenz“ lassen auch die stärksten positiven Gefühle bröckeln. Der Arzt selbst, versucht uns Mut zu machen und sagt es ist noch nichts verloren, doch gegenüber meiner Diabetologin äußerte er, dass er sich das alles so gar nicht erklären und überhaupt nicht einschätzen kann, inwieweit sich unsere Elfe (noch) entwickeln wird. Gerade jetzt hat das individuelle Wachstum noch nicht begonnen- was bedeutet, dass alle Babys in etwa gleich wachsen und Verzögerungen dieser Art in den meisten Fällen auf eine Erkrankung/Störung hindeuten.

Zusätzlich habe ich viel Eiweiß im Urin und ein Gestationsdiabetes, für das ich eigentlich Insulin bekommen würde, das ich Durch die Größe der Elfe, aber auf keinen Fall spritzen darf.

Ich hoffe von Herzen weiter, dass sich alles zum positiven wendet, doch jedes mal nach nicht so guten Nachrichten, stürzt erst mal alles ein. Ich würde das Kind niemals mit aller Macht halten wollen, wenn es das Beste für unsere Elfe wäre, zu gehen. Und doch hoffe ich darauf, dass es gar nicht erst so weit kommen muss. Nur so langsam geht das warten, hoffen und bangen so sehr an die Substanz, dass ich einfach nur ein paar Tage Ruhe möchte, um mich ganz auf unser Minizwergchen und die positive Energie zu konzentrieren. Es zehrt an den Nerven, bringt uns an unsere Grenzen und trotz allem weiß niemand wie es kommen wird.

Gerade bin ich traurig, denn gestern kamen die neuesten nicht so tollen Nachrichten und ich habe Angst vor dem was kommt. Eine Abtreibung kam für uns nie in Frage und das Wort „Abbruch“ verhallt spottend in meinen Ohren, denn  dieses so harmlos klingende Wort bedeutet nichts anderes als unser eigenes Kind zu töten. Als wäre es selbstverständlich, dass man sich dazu entscheiden müsste. Daher haben wir uns auch gegen das Risiko der Fruchtwasseruntersuchung entschieden – denn das Ergebnis hätte für uns keine Konsequenz. Auch wenn genau das in den Ohren der Ärzte naiv zu klingen scheint.

Heute weine ich aus Angst um Dich meine kleine, wundervolle und perfekte Elfe. Ich wünsche mir so sehr, dass es Dir gut geht und Du nicht jetzt schon leiden musst. Und ich hoffe, dass es so ausgeht, wie es für Dich am Besten ist, auch wenn es für uns im schlimmsten Fall bedeutet, das Wichtigste (gemeinsam mit Bambi) in unserem aktuellen Leben zu verlieren.

Kleines wunderschönes Menschenkind, ich freue mich darauf, Dich spätestens im Dezember in meinem Armen zu halten und wünsche mir für mich so sehr, Dich schreien zu hören und aufwachsen zu sehen. Ganz egal wie krank Du vielleicht bist, Du bist unser Kind – für immer und ewig.

Ich denke an Dich mein kleiner Engel,

Deine Mama, der in diesem Moment Tränen über ihre Wangen laufen

27 comments

  1. Ohohoh!! Das tut mir wirklich leid und ich wünsche dir, dass alles gut wird, wie immer dieses „gut“ aussehen mag.

    Deine kleine Elfe leidet jetzt bestimmt nicht, sie ist in dir wohl beschützt, da bin ich sicher.
    Dein Gefühlsleben und deine Sorgen, die bekommt sie also mit, aber es ist so leicht gesagt, stell die Sorgen ab.

    Ich wünsch dir und deiner Elfe ganz viel Kraft und auch Mut für die nächsten Monate!!!

    Liebe Grüsse
    Ilanah

    PS: Wer ist Elija?

  2. Oh….ich drück Euch mal aus der Ferne und wünsch Euch alle Kraft, die nötig ist und sein wird.
    Der kleinen Elfe alles erdenklich Gute.
    Barbara

  3. Hallo
    Musste grad ein bisschen weinen, weil ich deine Gedanken so gut nachvollziehen kann.
    Bei uns wurde auch eine Wahrscheinlichkeit 1:225 diagnostiziert. Es ist natürlich kein Vergleich zu deiner Wahrscheinlichkeit, aber trotzdem stand auch die Entscheidung wegen der Fruchtwasseruntersuchung an. Wir haben uns auch dagegen entschieden. Denn weder wollte ich das Risiko einer Fehlgeburt eingehen, noch hätte ich jemals Abtreiben können.
    Deine Entscheidung kann ich also zu 100% nachvollziehen.
    Aber diese Gedanken die man sich dann macht. Wird alles in Ordnung sein? Wie wird unser Leben weiter aussehen? Die Ungewissheit ist schlimm und wie einen die Ärzte auch verunsichern. Schon in der ersten Schwangerschaft mit der Größe von Paulina.
    Enni hat übrigens keine Chromosomstörung und ist (fast) gesund.
    Dabei wünscht man sich doch einfach eine unbeschwerte Schwangerschaft.
    Ich drück dich und halt die Daumen, dass sich alles zum Guten wendet.
    Steff

    1. Danke, das ist lieb <3
      Eigentlich wünscht man sich wirklich nur eine unbeschwerte Schwangerschaft und ein gesundes bzw. lebendes Kind, das hast Du Recht. Manche Ärzte sind aber auch wirklich schlimm, wenn es darum geht sie werdenden Eltern verrückt zu machen… unser Pränataldiagnostiker ist zum Glück sehr einfühlsam und rücksichtsvoll, aber so manch andere…

      Schön, dass es Deinen beiden Kindern so weit gut geht 🙂
      Alles Liebe, Lena

  4. Ohje. Erst wollte ich laut jubeln, dass es mit dem Kind geklappt hat. Dann aber von den ganzen Sorgen zu lesen, macht mich so traurig. Ich kann ansatzweise nachvollziehen, wie es dir geht, bei meiner Süßen hatte ich ganz ähnliche Gedanken. Auch wir haben uns gegen eine Fruchtwasseruntersuchung entschieden, weil es auch für uns keinen Unterschied gemacht hätte. Immer wieder holte ich die Ergebnisse der Feindiagnostik hervor, wo der Femur viel zu kurz war und diverse andere Messwerte außerhalb der Skala lagen, googelte mir die Finger wund, in der Hoffnung, wenigstens eine Erfolgsgeschichte mit ähnlichen Vorzeichen zu finden, an die ich mich klammern konnte. Ich hoffe und drücke die Daumen, dass sich die Elfe einen Ruck gibt und wächst und gedeiht. Bin in Gedanken bei dir!

    1. Ich habe heute zum ersten mal google befragt, da ich bisher dachte, dass ich mich dann nur unnötig verrückt machen würde. Allerdings habe ich abgesehen von medizinischen Seiten nicht wirklich was gefunden & das was auf diesen Seiten stand, war dann tatsächlich noch beinruhigender… trotzdem bin ich froh es zu wissen, mir ist das wichtig.

      Danke für Deine Worte <3 <3 <3
      Wir kamen uns schon fast außerirdisch vor, weil wir die Untersuchung nicht machen… ich sag nur: Ärzte

      1. Für die Ärzte steht der Profit im Vordergrund und sobald das Risiko einer Fehlgeburt durch die Fruchtwasseruntersuchung (glaub bei 1:500) niedriger ist als das eigentliche Risiko einer Fehlbildung/Störung (bei uns 1:250), dann werden die im Allgemeinen sehr nachdrücklich. Ich fand das immer schon zum Kotzen und eine Freundin, die Gyn studiert hat, berichtet noch von ganz anderen „Druckmitteln“ :/
        Es gibt im Eltern.de ein Forum wo es ausschließlich um solche Risiken bzw. Befunde geht, vllt findest du da was, das wird m.W. auch von Fachleuten moderiert http://www.eltern.de/foren/praenataldiagnostik/

  5. Ach Mensch! Euch bleibt aber auch nichts erspart. Ich wünsche Euch von Herzen ein happy end! Bete für Euch! Ich hatte so gehofft, dass diese Schwangerschaft leichter und vor allem glücklicher wird. Rede, jammere, sei wütend, verzweifelt, lass es raus… Das ist das einzige, was man anbieten kann. Alles andere steuert (leider) die Natur. Ich denke jede Tag an Dich und schicke Dir Kraft! Wärme! Gute Gedanke! Und ein riesiges Paket Gesundsein… Kleine Elfe, sei so mutig und stark wie deine Mama! Du hast Dir genau die richtigen, liebevollen Eltern ausgesucht. Lass Dich heute Abend zärtlich von deiner Mama streicheln als Gruß aus der Ferne von mir. Ich wünsche Dir und Deiner Familie das allerbeste!!! (((❤️)))

    1. Danke Du Liebe <3
      Positive Gedanken und Gefühle sind so wichtig und ich glaube an unsere Elfe, doch manchmal (okay momentan häufiger als sonst) muss auch ich die Sorgen zulassen und darüber schreiben, oder einfach mal trübsinnig im Bett liegen und mir in Erinnerung rufen, an was ich glaube. Denn wie du sagst, regelt es die Natur und der Mensch ist in diesem Punkt einfach machtlos. Für mich ist es wichtig genau das zu wissen und gleichzeitig zu hoffen. Zerreißprobe sag ich Dir…

      Ich drücke Dich und melde mich sicher wieder, wenn es hier ruhiger ist <3

      1. Mach Dir keinen Stress! Diese Zerreißproben kenne ich leider nur zu genüge. Sie machen einen waaaaahnsinnig!!! Danach -wenn man zurückblickt- denkt man: wie habe ich das nur geschafft??? Deswegen: lass es raus! Den Frust, die Angst,… Wie halten das schon aus. Hier gibt es viele offene Augen/Ohren. Und noch viel wichtiger: viele offene Herzen, die dich von ganzem Herz gern durch diese schwere Zeit tragen und begleiten <3 ich drück dich auch!

  6. Ich denke an Dich. Ganz feste. Ich hätte Dir so eine unbeschwertere Schwangerschaft gewünscht. Falls Du mal jemanden zum reden brauchst, ich bin da.

  7. Zuerst freue ich mich unheimlich für Euch, dass es endlich geklappt hat mit dem Geschwisterchen. Du hast ja ausdrücklich darum gebeten, Kommentare in eine bestimmte Richtung zu unterdrücken- dennoch möchte ich Dir sagen, dass ich fest an Euch denke, dieses kleine Wesen Deine Liebe und Zuversicht (trotz der schwierigen Situation) sicher spürt und dass ich Dir viel Kraft wünsche den kommenden Weg zu gehen. Ich bin sicher Du wirst das mit all‘ Deiner Liebe schaffen!

    1. Danke für Deine unheimlich lieben Worte <3
      Bisher hatte ich die meiste Zeit eine Art innere Gewissheit, dass alles gut gehen wird. Durch so manch neue Erkenntnisse begann genau das allerdings zu bröckeln… momentan hoffe und glaube ich mit beigemischter Sorge an unsere Elfe 🙂
      Was die bestimmten Kommentare betrifft… ich habe in den letzten Monaten soooooo viele davon gehört und gelesen, dass ich einfach nicht mehr damit überhäuft werden möchte. Fühlte sich auf Dauer einfach nicht richtig an.

      Alles Liebe <3

      P.s. ich muss später mal bei Dir lesen, wie der Stand der Dinge ist 😉
      In letzter Zeit habe ich so wenig bei anderen mit gelesen…

  8. Bei mir gab es keine nackenfaltenmessung und ich würde das auch jederzeit wieder genauso machen. Wenn ein Kind unterwegs war, dann haben wir es angenommen. Mit aller Konsequenz. Ich hätte nie eine Schwangerschaft medizinisch abbrechen können. Entweder ganz oder gar nicht. Ich wünsche dir alles Liebe. Ihr 4 schafft das zusammen!

    1. Genau so sehen wir es auch, daher gab es bei uns auch keine Nackenfaltenmessung & bei Bambi wurde es im Krankenhaus einfach gegen unseren Willen gemacht – war aber ja alles okay .
      Es ist unser Kind, ganz egal wie es kommen wird und daran kann zum Glück auch kein Arzt etwas ändern!
      Danke für Deine lieben Worte <3

  9. 💜❤💜
    In Gedanken bin ich bei dir! Ich muss gestehen, dass ich nicht nachempfinden kann, was du /ihr durchmachen müsst. Doch ich stelle es mir grausam vor. Wenn mir in der ss gesagt worden wäre, dass ich so eine Prognose für mein Baby hätte…..
    Ich wüsste nicht was ich getan hätte, außer, dass ich es nicht gefärden hätte wollen. Ich weiß, dass ich einen Abbruch nie getan hätte oder tun würde.
    Ich bete, dass es die elfe schafft und wenn, dass es nicht zu sehr krank ist.
    Eine feste Umarmung und viel Kraft sende ich dir 💜❤💜

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