RSV und die Neozeit

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Es ist ein wirklich sonderbares Gefühl noch mal auf der Neo abzupumpen, auf der unser Elf am Ende lag und den anderen frischen Frühchenmamas gegenüber zu sitzen.
Wenn sie diese Station erreicht haben, liegt das Schlimmste bereits hinter ihnen und sie befinden sich auf der Zielgeraden. Doch wenn sie zum Pumpen von der zweiten Intensivstation kommen, liegt noch ein ganzes Stück Weg vor ihnen. Ich versuche mich an diese Zeit zu erinnern, doch abgesehen von diesem komischen Gefühl ist da nichts. Als hätte es die Frühchenzeit nie gegeben und unser Elf wäre schon die komplette Zeit bei uns. Dass er für mich mit seinen 55/56 cm inzwischen schon wie ein Kleinkind aussieht, ist allersings der beste Beleg dafür, dass er eben doch mal unheimlich klein war.
Ich erschrecke jedes mal selbst, wenn ich mal wieder so denke, oder unseren Zwergen vom Gefühl her mit einem 70 cm Baby vergleiche. Denn realistisch betrachtet ist er nichts anderes als ein zartes Baby mit ganz normalen Maßen.
Ein Baby,  das sich mit aller Kraft durchkämpft und uns mit einem Lächeln für alles belohnt.

Heute waren wir in der Polikinderklinik der Uniklinik, weil unsere Kinderärztin Urlaub hat und seine Lunge erneut abgehört werden musste. Da er durch die RSV-Infektion letztendlich eine Lungenentzündung hatte, ist eine regelmäßige Kontrolle gerade bei ihm unheimlich wichtig. Und heute hatten wir tatsächlich mal so richtig Glück mit der diensthabende Ärztin – einer Kinderlungenfachärztin die somit wusste von was sie redet.
Ganz nach der alten Weisheit „Zu viele Köche versalzen die Suppe“, hatte sie eine vollkommen andere Ansicht zum Thema Sauerstoffbedarf & Sättigung, als die meisten bisherigen Ärzte. Ihr ist eine 93er Sättigung zu niedrig und wir sollen lieber etwas mehr O2 geben, dass er schön 95-aufwärts sättigt. Damit entspricht ihr Wunsch genau meinem Gefühl und ich habe nun sogar eine ärztliche Bestätigung meines alltäglichen Handelns.

Seine Lunge ist auch besser geworden und in der Woche, die wir nun schon wieder zu Hause sind, konnten wir die Salbutamolmenge bereits reduzieren. Wurde auch Zeit, denn 24/7 alle 2 Stunden Medikamente geben, regelmäßig abpumpen und sondieren geht ordentlich an die Substanz. Dazu immer die Angst, einen ernsten Alarm zu verpassen, oder nicht rechtzeitig zur nächsten Medikamentengabe wach zu werden. 
Und da wir heute eine super tolle Ärztin hatten, die sich auskennt und Erfahrung mit lungenkranken Kindern hat, haben wir nun nach Wochen tatsächlich endlich ein Rezept für einen Pariboy bekommen. Da unsere Kinderärztin leider überhaupt nichts davon hält und die Empfehlung nun aus einem Caritasklinikum und keiner Uniklinik kam, verordnete sie ihn auch bei der aktuellen Situation nicht.  Nun haben wir die Verordnung eben direkt aus der Uni und können somit hoffentlich dem ein oder anderen Infekt direkt von Anfang an entgegen wirken 🙂

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