Emotionen zwischen Freude und Angst

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Vorhin waren wir nach meinem Diabetologentermin kurz bei dm, um neuen Magen-Darm Tee zu kaufen & kamen an einem Ständer mit reduzierter Kinderkleidung vorbei. Neben ein paar Teilen für Bambina, fand ich diesen wunderschönen Einteiler in Größe 74 und war direkt verliebt. Kurz stellte ich mir vor, wie unsere Elfe ihn tragen wird und legte ihn mit Bambinas Sachen in den Einkaufswagen.

Während mein Held unseren Einkauf bezahlte, besuchte ich noch schnell die Toilette und warf einen Blick auf mein Handy. Babybäuche bei Instagram, die Fingerchen von einem Neugeborenen und die Meldung, dass eine Freundin Tante geworden ist.
Im Auto räumte ich die Sachen schließlich in meine Handtasche und der hübsche Einteiler versetzte mir einen Stich. Genau so ging es mir auch Samstag schon, als wir bei Sigikid waren & zwei Teile aus dem SALE mit nach Hause nahmen. Ein Stich, ein weiterer, noch einer und noch einer.

Nach und nach wird mir bewusst, wie sehr mich das Babythema inzwischen mit nimmt. Anfangs ging es noch, die ersten 18 Wochen konnte ich geduldig abwarten, zuversichtlich in die Zukunft sehen und daran glauben, dass unsere Elfe im Dezember zur Welt kommen wird. Ganz egal was die Ärzte auch sagten, ich hatte diese innere Gewissheit, dass alles gut geht… ein innerer Frieden, den ich mir sehr zurück wünsche.
Wie gerne würde ich einfach freudig Babysachen kaufen und mich darüber freuen, dass die Zeit bis wir unser Kind kennenlernen immer kürzer wird. So gerne würde ich in glücklicher Erwartung in Gedanken die Zimmer umräumen und nach und nach beginnen alles für unser zweites Wunschkind her zu richten.
Und doch ist es genau das, was mir wieder ins Gedächtnis ruft, nicht zu wissen wie es kommen wird. Ich hoffe so sehr auf ein positives Ende & glaube an unseren Minizwerg, doch trotzdem möchte ich die Augen vor der Realität nicht verschließen. Möchte nicht so tun als sei alles gut, aber auch nicht, dass jeder Zweite direkt erfährt was los ist.

In Wahrheit macht es mich einfach traurig zu wissen, dass wir unser Kind vielleicht nie aufwachsen sehen. Nicht zu wissen, wie viele Wochen ich schwanger sein werde und wann es draußen bessere Chancen für unsere Elfe gibt. So schwer es mir anfangs auch fiel zu akzeptieren, dass ein Mensch in mir heranwachsen wird und ich so lange meinen Körper teilen muss, desto schwerer ist es jetzt für mich. Diese Unsicherheit, wann ich den Zwerg zum letzten mal spüren werde und meine Gebärmutter einfach nicht mehr sicher genug ist… Tag für Tag habe ich das Gefühl, es nicht genug genießen und in mir aufnehmen zu können. Das Gefühl dass etwas unwiederbringliches verloren geht und die Angst auch das damit zusammenhängende Kind zu verlieren.

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Es bringt meine Geduld an die Grenzen, darauf zu warten, was die Ärzte  beim nächsten Termin sagen. Macht mich wahnsinnig zu wissen, dass ich ins Krankenhaus und mein Bambikind zu Hause lassen muss. Das Gefühl völlig machtlos zu sein raubt mir meine Nerven und das endlose Warten schürt meine wieder stärker werdende Depression.
Die vielen Arzttermine und Herausforderungen überlasten meine Kräfte und ich möchte die Zeit am liebsten nur noch schlafend im Bett verbringen.

Ich freue mich unheimlich auf unser Baby mit dem wunderschönen Gesicht. Freue mich darauf es zu tragen, in meinem Armen zu halten, es zu versorgen und aufwachsen zu sehen. Kann kaum klein Bambis Blick erwarten, wenn sie die Elfe zum ersten mal sieht und die erste Nacht zu viert im Familienbett zu verbringen.
Allem voran freue ich mich auf nichts mehr, als auf den Moment in dem unsere Elfe endlich in Sicherheit lebt und nur noch darauf wartet nach Hause zu dürfen.

Und doch fällt es mir inzwischen einfach schwer die Zeit der Ungewissheit zu überbrücken. Es ist wie ein Stein, der mich an den Füßen nach unten zieht um mich in einen neutralen, von Stichen durchzogenen  Zustand zu versetzen.
Zwischen der Freude über unser Bambinchen, dem Glück der Schwangerschaft, dem Schmerz wegen unserem Zwillingssternchen, der Angst um unsere Elfe und der Ungewissheit was kommen wird.

4 comments

  1. Das hört sich sehr traurig an.
    Wenn ich könnte, dann würde ich deine Gewissheit, es wird alles gut, wieder geben.
    Ich wünsch dir viel Kraft für die nächste Zeit.
    Ich hoffe, es gibt gute Nachrichten beim nächsten Termin.
    alles erdenklich Liebe
    Ilanah

    1. Ich danke Dir von Herzen für Deine Worte 🙂
      Heute Nacht habe ich von der Geburt als Extremfrühchen geträumt und das Gefühl, dass nun alle Unsicherheit irgendwie verflogen ist, war unbeschreiblich. Ich muss dazu sagen, dass das Baby in meinem Traum zwar in der 25. SSW zur Welt kam, aber mir 3 Tage auf Frühchenstation liegen musste und soweit alles gut war. So Träume geben trotzdem irgendwie neue Kraft 🙂

      1. Ohja, solche Träume können einem wirklich Kraft geben.
        Mir ist noch etwas eingefallen, was unter Umständen hilfreich ist.
        Stelle dir so oft es geht vor, wie du die Kleine normal zum normalen Termin zur Welt bringst, wie du sie hältst nach der Geburt, wie du mit ihr redest usw.
        So bildlich wie es irgendgeht, also so tagträumen, das begünstigt das Unterbewusstsein und es wird sein möglichstes tun, damit es so kommt.

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