Freundschaft – ein kostbares Gut <3

Wenn man morgens an den Briefkasten geht und ganz unerwartet einen Umschlag der „Zwillingsschwester“ in den Händen hält, macht das Herz ein paar Freudensprünge. Befindet sich dann auch noch so ein toller Inhalt darin, ist die Welt für einen Moment perfekt und man möchte die Person direkt vor Dankbarkeit umarmen. Da meine whisper aber ausgerechnet die ist, die am weitesten entfernt wohnt, muss es auch ein Blogpost tun. 5 Jahre ist sie nun schon an meiner Seite und trotz einer Kontaktpause von mehr als einem Jahr, ist alles wie es immer war. Manchmal hört sie wochenlang nichts von mir und bekommt mein Leben nur über den Blog, facebook und Instagram mit und dann ist sie wieder die Person, die so viele Erfahrungen und Momente mit mir teilt.

Aus diversen Gründen haben wir uns vor 4 Jahren zum letzten Mal gesehen und ein erneutes Treffen steht auch noch für eine ganze Weile in den Sternen. Ich hoffe, dass es spätestens zu unserer kirchlichen Trauung endlich klappen wird… und wenn ich jetzt sage, dass auch das noch 3,5 Jahre dauert, klingt das nach einer ziemlich langen Zeit =O
Wer mich kennt, weiß, dass mir der persönliche Kontakt mit anderen Menschen so oder so schwer fällt und es für mich deutlich einfacher ist, hin & wieder ohne Zwang zu schreiben. Doch 7,5 Jahre sind selbst für mich eine sehr lange Zeit und ich würde fast behaupten, die längste die es je zwischen meinen Freunden und mir gab.

Wer mit mir befreundet sein möchte, ist entweder ähnlich gestrickt wie ich, oder geht sehr viele Kompromisse ein. Keine Telefonate, keine bis kaum Treffen und auch wenn es darum geht mich schriftlich zu melden, kann ich eine unheimlich untreue Tomate sein. Die einen verstehen bzw. akzeptieren es und bleiben und die anderen werden für gewöhnlich gar nicht erst zu Freunden. Hier im Ort gibt es z.B. eine Kindheitsfreundin, uns trennt wenn es hoch kommt 1 Kilometer und dennoch haben wir höchstens schriftlichen Kontakt, oder sehen uns mal kurz in der Kirche. Mich überfordert das Gefühl jemanden unterhalten zu müssen und stundenlanges anschweigen, oder oberflächlicher Smalltalk stresst einfach unnötig. Gespräche strengen an und meistens habe ich einfach keine Themen, über die ich sprechen könnte. Mein Leben, meine Interessen und Neigungen unterscheiden sich häufig deutlich von meinem Gegenüber und ganz oft findet man kaum etwas, über das es sich in meinen Augen lohnt sich zu unterhalten.

Meistens beginnt es schon bei der Frage nach meinem Befinden. Möchte ich der Person tatsächlich die Wahrheit sagen? Ja, wie geht es mir überhaupt? Die Antwort, dass man keine Auskunft über sein genaues Befinden geben könne, kommt meistens überhaupt nicht gut an, alles andere wäre allerdings häufig eine Lüge. Außerdem fällt es mir unheimlich schwer, einer Person der ich in die Augen sehen kann etwas anderes als „gut“ maximal noch „och ganz gut, wenig Schlaf, aber sonst ist alles super“ zu antworten. Auf Reaktionen alá „ach wie toll, dass es Dir nun wieder so gut geht, das freut mich….. blablubb“ habe ich im gleichen Atemzug meistens aber auch keine Lust und so kommt es zu einem Dilemma, das ich lieber gleich vermeide. Um ehrlich zu sein reicht es mir schon, dass viele über meinen Zustand urteilen, ohne überhaupt mit mir gesprochen zu haben.

Aus Erfahrung weiß ich leider, dass es gerne mal schief geht, wenn die andere Person meine Geschichte und Eigenheiten nicht kennt und akzeptiert. Dann kommt hier mal ein plötzlicher Stimmungswechsel, Müdigkeit die wie Desinteresse wirkt, das Gefühl dem Gegenüber so oder so unterlegen zu sein und die große große Angst abgewertet zu werden. Ich weiß, dass ich die beste Mama für mein Bambinchen bin, doch jeder hat andere Einstellungen und ich weiß nie wie ich mit ihr umgehen soll, wenn andere Personen dabei sind. Mit meiner Herzdame klappt es zum Glück wunderbar und abgesehen davon, dass ich mich jedes Mal vollkommen überfordere unglaublich problemlos. Mit meiner Besten war ich schon mal 1,5 Tage alleine und auch das hat super geklappt, denn ich habe den Babybonus und so kann man sich gut gemeinsam mit dem Kind beschäftigen. Außerdem sind wir uns doch ganz schön ähnlich und verstehen uns somit gegenseitig wirklich gut. Doch der Gedanke ohne meinen Helden auf Freunde zu treffen löst nach wie vor blanke Panik und das Gefühl des nicht wollens aus.

Daher bin ich meinen Freunden umso dankbarer, dass sie trotzdem an meiner Seite sind und ich ihnen wichtig genug bin. So ein spontaner Brief zeigt mir, dass die Freundschaft echt ist und ich mich damit rundum wohl fühlen kann. Unbeschreibliche Freude und das Gefühl angenommen zu sein!
Auch wenn wir die Kilometer je nach Situation wirklich verfluchen, haben sie uns unsere Freundschaft geschenkt und sorgen dafür, dass wir super miteinander klar kommen. Abgesehen von meiner längsten Freundin, die ich in einer Klinik in der Schweiz kennengelernt habe, hätte sich wohl mit keiner der anderen Mädels (ich mag das Wort Frauen nicht^^) eine so tolle Freundschaft entwickelt <3

Danke, dass es EUCH gibt (:

Beste, Herzdame, whisper, längste Freundin, Jana & meine Blogfreundin mamasmäuse 😉

3 comments

  1. Dadurch, dass wir beide unsere Zeit und unseren Freiraum brauchen und schnell akzeptieren, klappt es meiner Meinung nach so wunderbar. Wir müssen nicht täglich schreiben, denn man hat einfach nicht jeden Tag etwas zu erzählen und nur reden um zu reden finde ich sinnfrei. Es werden eh schon viel zu viele leere Worte genutzt auf der Welt.
    Wir sehen uns nicht oft und ja, ich verfluuche die Distanz. Bambis Entwicklung nicht erleben zu können ist für mich immer noch schrecklich, denn so entstehen Lücken, die ich meistens nicht zusammenfügen kann.
    Doch wenn wir uns treffen ist es jedes Mal als hätten keine Mooonate dazwischen gelegen 🙂

    Geh mit Bambi so um, wie Du es auch zu Hause machst! Wer sind die anderen Menschen denn, dass sie sich ein Urteil erlauben dürfen? Hellseher, weil sie Euer Leben beurteilen können, nachdem sie EINE Situation mitbekommen haben? Nein, das sind sie eben nicht. Sie sind unwichtig! LASS SIE REDEN, das machen Menschen gerne, selbst wenn es totaler Unsinn ist. Aber sich selbst profilieren zu können, ist für die meisten anscheinend die #1 Befriedung :/ „Nächstenliebe? Was bitte? Komm ich darin vor?“

    Du bist gut, wie Du bist. Wenn Du Dich verstellst, umgeben Dich Menschen, mit denen Du auf Dauer nicht klar kommen kannst. Bist Du aber Du, hast Du die Menschen um Dich, die Deine wirklichen Werte zu schätzen wissen, die nur Gutes für Dich wollen und nicht aus allem einen Nutzen für sich selbst ziehen müssen -_-

    Ich hab Dich seeeeeehr lieb :-*

  2. Ich verstehe dich sehr gut. Hatte selbst aber bisher fast nur Freundschaften, bei denen meine Bedürfnisse nicht akzeptiert wurden und ich mich verstellt habe. Ich hab meine Bedürfnisse halt selbst nicht akzeptiert und deswegen unbewusst Leute gesucht, die das widerspiegeln. Das glaub ich zumindest.
    Schön zu lesen, dass es auch anders geht.

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