[Führerschein] Psychologisches Gutachten

Aus meinem psychologischen Gutachten wurde eine Computertestung mit anschließendem Gespräch bei der Amtsärztin. Vor meinem Termin war ich schon zur Blutabnahme bei meinem Hausarzt, duschen und habe mich sogar ein klein wenig geschminkt.
Dort angekommen musste ich nicht lange warten, bis ich an den „Computer“ gesetzt wurde, an dem ich 3 verschiedene Test in mehreren Durchgängen durchlaufen musste.
Getestet wurden Konzentration, Reaktion und Wahrnehmung. Die Aufgaben kannte ich noch von letztem Jahr, doch dieses mal hat mich der Wahrnehmungsteil so dermaßen überfordert, dass ich kurz davor war alles abzubrechen. Ich konnte überhaupt nicht mehr und es war einfach kein Ende in Sicht. Nach ein paar Verschnaufpausen rappelte ich mich allerdings doch jedes mal auf´s Neue auf und zog die Testung bist zum Ende durch.

Kaum saß ich bei wieder bei meinem Helden im Wartebereich fing mein Zustand auch schon an zu bröseln und als ich von der Ärztin aufgerufen wurde, stand ich vollkommen neben mir. Es war harte Arbeit nicht vom Stuhl zu kippen, oder ständig wegzuswitchen. Sie fragte mich wie es denn war und was ich denke, doch meine Antwort fiel sehr verwaschen aus. In meinem Kopf war nichts… vollkommene matschige Leere. Ich stotterte also etwas davon, dass die Mitte wohl nicht so gut war, oder doch oder nicht?!
Auf jeden Fall meinte sie, dass die Auswertung zwar nicht schlechter war als beim letzten Mal, ich nun aber ja vollkommen neben mir stehe. Deshalb fragte sie wohl auch, ob ich was genommen habe, doch das kam wie so oft von ganz alleine. Hätte ich die Testung in diesem Zustand wiederholt, wäre ich wohl gnadenlos durchgefallen. Somit brachte ich sie in eine ziemliche komplizierte Situation. Sie hatte am Wochenende wohl schon damit begonnen mein Gutachten zu schreiben, kam aber partout nicht weiter und wollte nun eben alles auf die Testung setzten. Doch jetzt ist sie noch ratloser und weiß einfach nicht was sie mit mir machen soll.
Denn als Gutachter sagt sie, dass sie mich so nicht fahren lassen kann… allerdings sagt die Testung, dass ich eben doch dazu in der Lage bin, rechtlich gesehen zumindest. Ich habe einen ziemlich hohen IQ dank dem ich sehr viel kompensieren kann. Im Straßenverkehr ist das durch die vielen Reize und Eindrücke momentan allerdings nicht möglich…
Sie erzählte mir ganz offen, dass sie sich Sorgen um mich persönlich macht  und  natürlich auch im Bezug auf´s Fahren. Vor allem der Zustand in dem sie mich erlebte schien ihr Kopfzerbrechen zu bereiten und es waren offensichtlich ehrliche Bedenken. Ich versicherte ihr, dass gerade kein Grund zur Sorge bestünde, da das bei mir immer recht spontan kommt und ganz normal ist. Doch dadurch könnte es auch jeder Zeit beim Fahren passieren, was auch schon der Fall war. Also kann sie nur an meine Vernunft appellieren und mich inständig darum bitten nicht zu fahren. Denn da ich auch gute Momente habe in denen ich fahren könnte, will sie mir diese Freiheit eigentlich nicht nehmen. Außerdem habe ich ja nun schon so viel investiert um fahren zu dürfen… doch eigentlich weiß sie auch, dass ich so nicht fahrtüchtig bin.

Ihr seht sicherlich selbst, dass es ihr unheimlich schwer fällt und sie innerlich sehr mit sich ringt.
Vielleicht muss ich nun noch eine Fahreignungsbegutachtung machen, bei der ein Psychologe und ein Fahrlehrer mit mir fahren und anhand der Fahrt ihr Urteil bilden. Doch eigentlich fiel die Testung nicht knapp genug aus, weil ein Bereich den anderen ja wieder ausgleicht und alles in allem klingt es so oder so mehr als kompliziert. Außerdem steht Fachpsychiatrisches Gutachten im Raum, um einen Amtspsychiater einschätzen zu lassen, ob und wie weit ich wirklich für den Straßenverkehr geeignet bin.
Eigentlich wollte sie auch, dass ich noch mit dem Psychologen spreche und die genaue Auswertung der Testung wäre auch seine Aufgabe gewesen, doch plötzlich durften wir einfach so nach Hause gehen. Leider war ich gerade auf Toilette als die Ärztin zu meinem Helden gesagt hat, dass alles mit mir besprochen & das Gespräch doch nicht mehr notwendig ist. Ich habe also den vollen Preis für ein halbes psychologisches Gutachten gezahlt, nett 😀

Nun heißt es also warten, ohne genau zu wissen auf was.  Führerschein behalten und erneute MPU in einem Jahr, Führerschein weg, Gutachten oder Fahreignungsbeobachtung?
Kann die Zeit denn nicht bitte einfach schon vorbei sein & das Gutachten bei uns im Briefkasten liegen? Was drin steht ist mir gar nicht mal so wichtig, denn es gibt für alles eine Lösung, nur dieses ungewisse warten, das macht mich fertig.

Ein Punkt bereitet mir allerdings ein wenig Sorge, denn da ich nun schon eine Weile Tavor verschrieben bekomme und nicht genau sagen kann wie häufig ich es brauche, spricht sie von deutlichem Suchtpotential und wird in ihrem Gutachten gezielt darauf hinweisen. Immerhin hätte ich in dem Fall dann ja ein Problem. Grundsätzlich geht sie irgendwie davon aus, dass das Meiste von meinen Medikamenten kommt, obwohl die meine Situation eigentlich deutlich verbessert haben.  Ich weiß also wirklich nicht was nun noch auf mich zukommen wird.

Im Grunde weiß ich momentan nur eines wirklich sicher, ich muss dringend einen Arzt & Psychiater finden, der sich wirklich für meine Problematik interessiert und dementsprechend auf mich eingeht. Doch dazu schreibe ich bald noch mehr.

2 comments

  1. Ich kann ihren Zwiespalt gut verstehen. Es geht ja immerhin im Straßenverkehr nicht nur um Deine Sicherheit oder die von Deinen Mitfahrern, sondern auch um die Menschen drumherum. Wenn sich Deine Situation plötzlich während der Fahrt verschlechtert und ein Kind hinterm Auto herspringt, wäre das fatal. Ist es ja schon als gesunder Fahrer mit normaler Reaktion und Wahrnehmung.
    Auf der anderen Seite konntest Du es bis vor kurzem ja noch und wer weiß, wann es auch wieder gehen wird. Dann noch mal so viel Geld und Kraft zu investieren, wäre auch eine Zumutung.
    Mehr als meine Daumen ganz feste zu drücken kann ich leider nicht 🙁 Aber ich drücke alle, die ich finde 😉

  2. Kann ich gut verstehen.Ungewissheit macht einem fertig.

    Die Bedenken beim Gutachten kann ich auch nachvollziehen, ist nicht einfach so eine Entscheidung zu treffen.
    Ich drück dir die Daumen, dass du bald einen Bescheid bekommst.

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