Idealisierte Abhängigkeit

„Vergib mir, für jeden Abend mit dir den ich nicht zu schätzen wusste
Jedes Mal, wo ich dich mit der Wahrheit verletzen musste
[…]
Du warst mein Fels in der Brandung an einsamen Tagen
Wenn die Welt nicht fair war, haben wir’s gemeinsam ertragen“

Wenn man es genau nimmt, passt das Lied eigentlich nicht wirklich auf Elijha und mich und doch bewegt es etwas in mir, das ich direkt mit ihm verbinde. Manche Zeilen könnten meiner Seele entstammen und wieder andere Teile des Textes würde ich mir von IHM wünschen… auch wenn ich weiß, dass es nicht so weit kommen wird, da er seine „große Liebe“ schnell ablegen konnte. In den letzten Tagen läuft es in Dauerschleife in meinen Ohren und mit jedem Mal wird mir klarer, wie sehr ich ihn doch noch idealisiere. Ich habe es weit gebracht und lasse ihn auch mal 2 Wochen auf eine Antwort warten, was früher undenkbar gewesen wäre, dennoch fehlt er mich sehr.
Ganz egal was er mir alles angetan hat, mein Herz und meine Seele vermissen ihn und mit ihm die schönen Momente. Er war mein Fels in der Brandung, denn er war der Einzige mit dem ich über das sprechen konnte, was er mit mir gemacht hat. Ganz allein er war an meiner Seite und hat mich aufgefangen, wenn ich zusammenbrach. Irgendwo in meinem Kopf weiß ich, dass ich nicht so denken sollte, doch gegen diese Gefühle bin ich machtlos.

Auf der einen Seite mache ich mir unendliche Vorwürfe, weil ich die ruhigen missbrauchslosen Abende mit ihm nicht zu schätzen wusste und ihn in seiner Liebe sehr verletzt habe. Genau danach hat er sich gesehnt, dass ich ihn so sehr liebe, wie er mich und genau das konnte und wollte ich ihm nicht geben, immehin war ich schon verheiratet. Jedes Mal wenn ich es gewagt habe meinen Helden vor ihm zu küssen, habe ich ihm einen Stich verpasst… immer wenn ich verdeutlicht habe, dass ich nicht möchte, habe ich ihn enttäuscht und als Vorwürfe von meiner Seite kamen, brachte ich ihn zum Einsturz.
Und auf der anderen Seite vermisse ich ihn so sehr und möchte gleichzeitig, dass er den Schmerz spürt, den ich wegen ihm immer und immer wieder fühlen muss. Dass er sieht was er mir angetan hat, sich verpflichtet fühlt und sich um mich kümmert… dass er das Gefühl hat alles gut machen zu wollen und ich ihn somit an mich binden kann. Denn in meinen tiefsten Momenten brauche ich ihn… ihn und seine Art mich tröstend zu umarmen. Kein anderer Mensch kann mein Herz & meine Seele auf diese Art berühren wie er, denn nur er kann mir das Gefühl geben mich voll und ganz aufzufangen. Und das alles, während mir ganz anders wird, wenn ich nur daran denke ihm zufällig zu begegnen. Ich kann nicht durch seine Heimatstadt laufen, ohne mich ständig verfolgt zu fühlen… kann nicht ohne Ekel an seine Anwesenheit denken und mit seinem Namen kommt direkt das Bild eines sexuellen Moments in seinem Zimmer in meinen Kopf. Mit elendigen Gefühlen sehe ich ihn vor meinen Augen, ihn und sein Geschlechtsteil… ein schmieriges Lachen seinerseits und große Angst von meiner Seite.

Es ist also offensichtlich, dass es richtig war mich nicht von meinem Helden zu trennen und ich es mit Elijha an meiner Seite nicht aushalten könnte. Es ist keine partnerschaftliche Liebe, sondern eine Abhängigkeit und das Gefühl ohne ihn schlechte Zeiten nicht überleben zu können. Nein, nicht das Gefühl… die Gewissheit, nur durch ihn aus der schweren Zeit zu kommen und auf ihn angewiesen zu sein.
Genau das macht mir Angst, denn was ist wenn ich mein restliches Leben so fühle? Wenn ich bis zu meinem Tod um ihn trauere und es in Tiefzeiten nicht ertragen kann, dass es ihn nicht mehr so in meinem Leben gibt, dass er für mich da wäre? Was, wenn ich nie wieder eine richtige Beziehung mit meinem Helden führen kann, weil er immer irgendwie dazwischen steht… er und die Abhängigkeit?!

Er fehlt… jetzt gerade und die letzten 2 Wochen fehlt er mir unsagbar sehr, denn genau jetzt habe ich das Gefühl, dass es ohne ihn niemals besser werden kann. Auch wenn meine Vernunft sagen müsste, dass es vollkommener Unsinn ist… immerhin hat er so unsagbar viel zum Einsturz gebracht und ich hätte nur das was ER mir angetan hat nicht ohne ihn überstanden. Und dennoch idealisiere ich ihn.

7 comments

  1. … liebes, ich weiß nicht was ich dir dazu raten kann. Ich weiß nicht, wie ich dir deinen Schmerz nehmen kann ….
    Ich setze mich einfach nur zu dir und biete die eine Schulter zum anlehnen.
    Liebe grüße

    1. Das ist so lieb <3
      Und ehrlich gesagt ist genau das so viel wertvoller als gut gemeinte Ratschläge, die häufig ganz falsch ankommen. Auch wenn ich das den Personen in den meisten Fällen nicht mal verübeln kann…
      Danke!

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