Im Sterbebett…

Bildschirmfoto 2013-12-08 um 11.16.07

… da liegt meine Oma seit gestern Mittag. Erfahren haben wir es am späten Nachmittag, als wir von unserem Schuhkauf nach Hause kamen.
Wir wussten lediglich, dass es ihr sehr schlecht geht und sie wohl einen weiteren Schlaganfall gehabt haben muss. Ganz plötzlich einfach so. Natürlich beschlossen wir sofort, im Laufe des Abends noch zu ihr zu gehen… man weiß ja nie… gegen 19 Uhr hieß es dann, dass sie die Nacht nicht überleben wird. Um genau zu sein sah es so schlecht aus, dass ihr gerade noch eine Stunde gegeben wurde. Doch die Anwesenheit sämtlicher ihrer Kinder, Enkel, Urenkel etc. gab ihr wohl noch etwas Kraft. Nach und nach stabilisierte sich ihre Lage wieder und als wir gingen sah sie besser aus als zu Beginn.

Doch mir hat es aber einfach keine Ruhe gelassen, denn ich konnte mich gefühlsmäßig nicht richtig von ihr verabschieden, weil der Raum eben so voll war. Ich wollte noch ein wenig ruhige Zeit mit meiner Oma, um ihr zu sagen wie gerne ich sie habe & mich für alles zu bedanken. Sie hat ihr Leben lang sehr viel für mich getan, vor allem in schweren Krankheitszeiten war sie bedingungslos da. Hat alles stehen und liegen gelassen, um bei mir zu sein…außerdem sollte sie doch meinem Opa einen Gruß von mir ausrichten, immerhin ist es noch kein Jahr her, als er von uns ging.

Auch wenn meine Großtante (die Krankenpflegerin) Nachtwache bei ihr hielt, wollte ich nicht alleine hoch & fragte meine Mama. Da sie einverstanden war, machten wir uns gegen 1 Uhr morgens erneut auf den Weg zu ihr. Es war schlimm anzusehen, wie sehr sie sich quält. Der Weg ins Leben ist ein Kampf & der Weg in die Ewigkeit scheinbar auch 🙁
Wir waren bis 4 Uhr bei ihr und sind erst gegangen, als sie friedlich tief und fest schlief. Zuvor hatte sie immer wieder starke Atemprobleme und wäre einmal fast vor unseren Augen erstickt… auch wenn wir ihr wünschen, dass sie ihren Kampf schnell beenden kann, griffen wir ein. Denn ein Erstickungstod ist wahrlich kein schöner Tod.

Geschlafen habe ich dank meinen Medikamenten trotzdem ganz gut, ich kann es nur immer noch nicht glauben. Es fühlt sich so unreal an, als wäre es nur ein böser Traum, der einen kurzzeitig daran hindert normal weiter zu leben. Im Grunde herrscht Routine und der ganz normale Alltag, FAST. Die Gedanken begleiten einfach doch jeden Schritt und Tritt… das Schlimmste ist das Warten, nicht zu wissen wann es soweit sein wird… nicht zu wissen ob man sie gerade vielleicht zum letzten Mal gesehen hat… nicht zu wissen, ob sie vielleicht genau dann stirbt, wenn man gerade gegangen ist.

Um 14 Uhr kommt der Nikolaus der DLRG in unser Dorf, eigentlich wollten wir mit Bambina hin, denn sie fand es letztes Jahr schon so toll. Anschließend war ein Besuch auf einem kleinen Künstlerweihnachtsmarkt geplant… doch nun rückt alles in weite Ferne. Kann ich wirklich gehen und vielleicht meinen Spaß haben, während meine Oma in dieser Zeit vielleicht gerade zu Hause stirbt?
Ich weiß, dass meine Anwesenheit nichts ändern würde und dass meine Oma auch nicht wollen würde, dass ich wegen ihr zu Hause bleibe… doch es bleibt ein komisches Gefühl.
Ich habe den kleinen Sarg meines Bruders von der Kirche zum offenen Grab getragen & somit seinen letzten Gang begleitet. Als mein Opa Anfang Februar starb, ist er unter meinen Händen gestorben… ich war noch lange im Leichenschauhaus und die Letzte am offenen Grab. Auch ihn habe ich auf seinem letzten Gang begleitet, um genau zu sein sogar bei seinem Einzug in die Ewigkeit.
Nun möchte ich auch meiner Oma gerne zeigen, dass ich bis zum Ende an ihrer Seite bin. Ihr das Gefühl geben, dass sie nicht alleine ist und selbst ihr Sorgenenkelchen sie auf ihren schwierigen letzten Schritten begleitet. Doch ich befürchte fast, dass es mir dieses mal nicht möglich sein wird…

Ich hoffe Du musst nicht mehr so lange leiden liebste Oma & ich bete dafür, dass Du in Frieden und ohne Schmerzen erlöst werden wirst!
Wir werden Dich vermissen, denn Du warst uns allen immer eine liebe Mutter, Oma, Uroma etc. <3

(so und nun werde ich mich erst mal nach dem Stand der Dinge erkundigen…)

10 comments

  1. Schrecklich, einfach schrecklich :'( Mir tut es so unheimlich Leid!
    Ich bete ebenfalls, dass sie schnell erlöst wird und wieder bei ihrem Mann sein kann <3
    Fühl Dich ganz ganz ganz ganz ganz fest gedrückt, meine Liebe :-*

  2. Ganz viel Kraft für euch alle. :'(
    Ich hoffe, dass deine Oma friedlich einschlafen kann.
    Ich habe zwei liebe Tanten erst vor kurzem verloren und jedes Mal sind sie eingeschlafen, als sie alleine mit ihrem Mann waren. Nun sind die beiden Geschwister im Himmel wieder vereint & auch deine Oma wird wieder bei ihrem Mann sein.

    Fühlt euch gedrückt <3 <3 <3

    1. Vielen Danke meine Liebe <3

      Ich bin mir sicher, dass sie es dann besser haben wird als so gequält hier auf Erden. Es ist einfach nur so hart ihr Leiden zu sehen und machtlos zu warten…

  3. Ich finde es gut, wenn Du versuchst, einen normalen Alltag weiterzuführen – schon wegen Bambi. Deine Oma würde das bestimmt nicht anders wollen.
    Viel Kraft…! ♥
    Charlotte

    1. Dankeschön liebe Charlotte! <3
      Ich tue mein Bestes, so normal wie möglich weiter zu leben, denn alles andere ändert leider auch nichts an ihrem Zustand und macht mich nur unnötig fertig. Außerdem braucht klein Bambi mich momentan ganz besonders, sie merkt ja auch, dass etwas nicht stimmt…

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