Konfirmation der Quatschmachertante

Am Sonntag feierte meine kleine Schwester ihre Konfirmation. Der Gottesdienst selbst war wunderschön und man merkte deutlich, dass unser Pfarrer die diesjährigen Konfirmanden ganz besonders in sein Herz geschlossen hatte. Eine Mitkonfirmandin, die aus einer Freikirche kommt wurde vorher noch getauft und ich war den Tränen nahe, weil es einfach eine wirklich traumhafte Taufe war!
Sie hatte sich für ein eigenes Glaubensbekenntnis entschieden, was zur Vereinfachung aus zwei Fragen bestandt.
1. Was bedeutet Glaube für Dich?
2. Was bedeutet die Taufe für Dich?
Anschließend versammelte sich die Taufgesellschaft um den Taufstein, der Pfarrer hielt eine wunderschöne Ansprache und sie wurde mit drei „gießern“ Wasser aus einer Kanne in die Gemeinde aufgenommen. Ihre Patin hatte ein sehr langes und emotionales Gebet vorbereitet, in dem sie Gott dankte und um Führung für das Mädchen, die Eltern und die Paten bat. Ich war so gerührt, dass ich zu meiner Mama sagt „Das ist eine wirkliche Traumtaufe und SOLCHE Paten wünsche ich mir für unsere Kinder… mein ewiges Patenproblem…“

Bei der Segnung erfuhren die Konfis auch ihre jeweiligen Konfirmationssprüche, den sich in diesem Jahr jeder von unserem Pfarrer aussuchen ließ.
Meine Schwester bekam Jeremia 31,3 mit einen wunderschön passenden Spruch zugeteilt.

Ich habe Dich je und je geliebt,
darum habe ich Dich zu mir gezogen in lauter Güte.

Bambinchen fand die Musik im Gottesdienst so schön, dass sie im Mittelgang zu jedem Lied tanzte und somit einer Menge Menschen ein Lachen ins Gesicht zauberte. Irgendwann machte sie sich auch auf den Weg nach vorne und stand plötzlich neben meiner Schwester, die mit ihr tanzen sollte 😀
Unser Pfarrer begrüßte sie immer wieder mal, wenn sie in seiner Nähe auf dem Boden saß und verdeutlichte somit eindeutig, dass er kein Problem damit hatte, dass unser Mädchen durch die Kirche lief. Immerhin war sie wirklich leise und störte somit nicht den Gottesdienst, der Mann der immer was an ihr auszusetzen hat, musste natürlich auch an diesem Tag erneut Probleme machen, indem er ihr einfach den Weg versperrte. Doofer Mensch!

Am Ende war noch das Abendmahl, zu dem alle Konventionen eingeladen waren. Um meiner Oma und der Quatschmachertante einen Gefallen zu tun, konnte ich mich sogar dazu durchringen das Abendmahl zu besuchen. Besonders wohl fühlte ich mich vorne nicht, doch es war ganz akzeptabel für mich 🙂

Wir hatten sehr wechselhaftes Wetter, unter dem die Stimmung aber zum Glück kein bisschen gelitten hat. Wenn die Sonne schien, war es ein herrlich warmes strahlen und wenn es regnete, brach all das angesammelte Wasser aus den Wolken herab. Sonne, Regen, Sonne, Regen, Sonne, Regen und immer so weiter 😀
Entgegen sämtlicher Erwartungen waren auch tatsächlich alle da, selbst die Oma & die Tante, zu der normal kein Kontakt besteht und Papa inkl. seiner „neuen“ Familie.

Meine Schwester hatte vorher passende Colaflaschen mit Namen gekauft, von denen ich mir direkt die „Mama“-Flasche für mich reserviert habe und die Quatschmachertante hat ihre Cola mit „Opa getrunken“, den sie unheimlich vermisst.
Das wurde während des Gottesdienstes schon klar, als sie nach der Segnung plötzlich anfing zu weinen und sich bis zum Ende kaum richtig fangen konnte. Mein Held hat sich anschließend ein wenig um sie gekümmert und versucht ihr klar zu machen, dass Oma & Opa trotzdem anwesend in unseren Herzen anwesend sind.

Um ihr diesen Gedanken ein wenig zu vereinfachen, habe ich ihr während einer Essenspause schnell dieses Schild gebastelt, das in etwas veränderter Version für unsere kirchliche Trauung vorgesehen ist. Das kleine/große Mädchen hat sich unheimlich darüber gefreut und viele viele andere Menschen meiner Familie haben mich darauf angesprochen, dass sie sehr glücklich darüber waren. Ich hatte ein wenig Bammel, dass jemand schmerzlich an den Verlust erinnert wird, was aber zum Glück nicht der Fall war 🙂

Gegen Abend haben wir ihr noch ihr Geschenk gegeben, weil wir ihre Reaktion life und ganz real sehen wollten. Zu erst war sie ziemlich irritiert, da sie nicht genau wusste, was ich ihr mit meinem Gutschein sagen wollte und dann hat sie sich vor Freude weinend bei uns bedankt <3
Im dem Buch meines Lieblingsautors Max Lucado lag ein Gutschein für ein kindle, so dass sie endlich auf einem entsprechend großen Display ebooks lesen kann und nicht ihr Handy dazu verwenden muss. Gerade vorhin habe ich es noch schnell bestellt und morgen wird sie es dann wohl schon auf ihrem Kopfkissen liegen haben, wenn sie von der Schule nach Hause kommt 🙂

Alles in allem war es ein anstrengender und wunderschöner Tag zugleich!

3 comments

  1. Ihr Kleid ist ja ein Traum :O Soweit man es erkennen kann, habt ihr alle drei passend zum Tag wunderschön ausgesehen *.*
    Nur, wie kann ein Mensch dermaßen gegen Kinder sein? Welches Kind sitzt denn eine Stunde still auf der Bank, wenn es dem Gottesdienst doch gar nicht richtig folgen kann, sondern von herrlicher Musik gepackt und von vielen Menschen und Bildern umgeben wird? Klein-Bambi soll ihre Welt schön selbst erkunden können, da darf sich kein fremder Doofkopp in den Weg stellen -_- Schrecklich sowas, aber dann selbst Verständnis verlangen :/

    Zum Glück hat er Dir aber nicht den Tag versauen können :-*

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