Macht der Medien

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Danke für die Bereitstellung des Bildes!

Ist Euch schon mal aufgefallen, wie häufig es vor allem in den Nachmittagssendungen sämtlicher bekannter & großer Fernsehsender um sexuelle Gewalt geht?
Ich weiß nicht ob es nur mir so geht, doch in den letzten Wochen bin ich sehr häufig auf derartige Themen gestoßen, wenn der Held sich um klein Bambi gekümmert hat & ich einfach mal Ruhe gebraucht habe. Fernseher an, schauen was kommt und zack, da ist es wieder.
Nach und nach kam in mir die Frage auf, ob es denn wirklich nötig ist sexuelle Gewalt in den Medien so stark zu thematisieren? Grundsätzlich finde ich es gut, dass dieses Tabuthema nicht totgeschwiegen wird, doch die Art gefällt mir einfach nicht.
Häufig wird den „Opfern“ (ich mag das Wort nicht!) eine bestimmte Opferrolle zugewießen. Sie leiden sehr, weinen viel & es wird das Gefühl vermittelt, als dürften Überlebende keine Freude mehr empfinden.
Oder es handelt sich um eine erfundene Vergewaltigung, erfundenen Missbrauch etc. bis kurz vor Ende kommen sie mit ihrer Lüge durch, bis sie schließlich in die Ecke getrieben werden und alle Anschuldigungen zurücknehmen. Natürlich ist mir bewusst, dass das auch in der Realität oft der Fall ist, doch ist es für wahre Opfer einer Straftat keine besonders große Hilfe, wenn in den Medien häufig das Bild des Lügners vermittelt wird.

Ich weiß auch, dass es um Einschaltquoten, gute Geschichten etc. geht und die Gesellschaft sich durch solche Themen wohl gut halten lässt.
Doch trägt nicht gerade DAS dazu bei, dass vielen Überlebenden erst Recht nicht geglaubt wird? Immerhin vermitteln die Medien doch ein sehr leidendes Bild der betroffenen Frauen & Männer (ja, auch Männer werden zu Opfern!).
Darf ein Mensch der etwas traumatisierendes erlebt hat sein Leben nicht mehr leben? Muss er/sie mit einem depressiven Gesicht durch die Gegend laufen und mit keinem darüber sprechen, weil es ZU schrecklich & schwer ist? Hört das Leben also automatisch auf, wenn man etwas derartiges erlebt hat?
Mir ist sehr wohl bewusst, dass es ein wirklich schlimmes Erlebnis ist und sehr wohl zu oben genanntem führen kann, doch jeder Mensch reagiert anders. Nicht bei jedem entwickelt sich ein Trauma, nicht jeder hat sein Leben lang Probleme, nicht jeder hat Probleme darüber zu sprechen. Das alles heißt noch lange nicht, dass die Person es nicht wirklich erlebt hat!
Doch genau dieses Bild wird vermittelt. Passt man nicht ins Muster lügt man? Weil die Gesellschaft sich denkt, dass es doch so sein müsste? Dass es überhaupt nicht anders sein kann? So kommt es u.a. dazu, dass das „Opfer“ anfängt an seiner eigenen Glaubwürdigkeit zu zweifeln, denn es ist ja immerhin kein „RICHTIGES Opfer“!
Genauso ist mir stark aufgefallen, dass den Frauen grundsätzlich die Opfer- & den Männern die Täterrollte zugeteilt wird. Männer sind zu stark, als dass ihnen so etwas passieren könnte. Und Frauen? Nein, Frauen sind Opfer aber doch keine Täter! Falsches Bild!

Lügt denn nun automatisch jedes „Opfer“ das von außen betrachtet einen Grund haben könnte sich am Täter zu rächen?
Xy wirft Zt eine Vergewaltigung vor. Von außen sieht es so aus, als könnte Xy aus sonstigen Gründen eifersüchtig, sauer etc. sein, also lügt Xy grundsätzlich? Vor allem wenn Xy keine fremde Person beschuldigt, sondern eine Person aus dem näheren Umfeld. Oder eine Person, der man es niemals zutrauen würde, weil es nicht dem „Standard“ entspricht.
Natürlich ist der Vorwurf von Xy nicht automatisch gelogen, doch genau das wurde in den Folgen von denen ich hier spreche vermittelt.

Sind wir wirklich so blind? Wollen wir es ignorieren und abtun, um keine Angst haben zu müssen, dass es uns selbst auch jederzeit passieren könnte?
Und wieder stellt sich mir die Frage: Ist es wirklich nötig, es in den Medien SO zu thematisieren?

(Wer weitere Artikel lesen möchte, kann einfach mal bei erzählmirnix vorbeischauen, dort findet man öfters mal „kritisierende“ Beiträge.)
Wodurch ich übrigens den Mut gefunden habe, es auszusprechen anstatt einfach nur zu denken!

 

 

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