#NationalBestFriendsDay

Am 8. JUNI wird in Amerika der Tag der besten Freunde gefeiert und für mich gibt es momentan allen Grund, darüber zu schreiben.

Im Januar endete die langjährige „auf und ab“-Freundschaft mit meiner ehemals besten Freundin offiziell.
Eigentlich gab es dieses „uns“ schon lange nicht mehr und obwohl ich eine Zeit lang fast krampfhaft versucht habe, das „alte“ aufrecht zu erhalten, verlor unsere Freundschaft immer mehr an Substanz, bis am Ende nichts mehr davon übrig war. Den Schlussstrich zog sie dann letztendlich stillschweigend, indem sie auf nichts mehr reagierte und mich überall blockierte.
Nach anfänglichen Sorgen um sie, merkte ich an meiner inneren Reaktion eindrücklich, dass es eigentlich schon viel früher zu Ende war. Unsere Leben haben sich einfach in vollkommen andere Richtungen entwickelt, größere Themen standen zwischen uns und die  ehemalige „Teenie“-Freundschaft überstand  den Weg ins Erwachsenenalter einfach nicht.

Ich möchte nicht, dass es durch diesen Artikel so wirkt, als hätte ich meine Freunde so ausgetauscht. Nein, meine Herzdame lernte ich vor 3 Jahren über meinen ersten deutschen Blog kennen, Ende 2013 trafen wir uns zum ersten Mal und auch wenn zwei emotional mitgenommene Menschen nicht immer gut harmonieren, entwickelte sich eine feste, ernste, richtige Freundschaft.  Eine, auf die ich nun ohne das Gefühl, im jugendlichen „beste beste beste Freundin“-Zeitalter festzuhängen, blicken kann; so, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben nicht mehr ständig die  Bestätigung brauche, gemocht zu sein, denn es fühlt sich einfach danach an.
Ich kann mit einer unglaublichen inneren Ruhe an unsere Freundschaft denken und sehe all die schönen Momente, Gespräche und Bilder der letzten Jahre vor meinen Augen.

Anfang 2015 ließen wir uns gemeinsam ein Tattoo stechen, mit ihrer Familie war ich zum ersten Mal in einem Toy’r’us, wir waren gemeinsam im Wildpark, shoppen, sie war hier,  als meine Oma starb, stand mir immer zur Seite, egal wie groß meine Dummheiten auch waren, versteht vieles wie eine andere und wenn mich mal wieder mein schlechtes Gewissen plagt, weil ich sinnlos Geld ausgegeben habe, relativiert sie es für mich.
Letztes Jahr durfte ich ihre Trauzeugin sein und habe in einer Kirche, gefüllt mit fremden Menschen, aus der Bibel vorgelesen. ICH!
Nach anfänglicher Panik, hat es sich sogar einfach nur noch richtig angefühlt. Anfang Mai las sie dafür einen Teil der Fürbitten bei Bambinas Taufe und fuhr trotz vorzeitiger Wehen den weiten Weg zu uns.

Vor 8 Monaten brachte ich schließlich ihr Patenkind – unseren Elfen – viel zu früh zur Welt, woraufhin eine harte Zeit begann, die unsere Beziehung ordentlich auf die Probe stellte. Ich, eifersüchtig auf ihre neuen Freunde und gleichzeitig ohne Zeit und Nerven, für ordentliche Kommunikation.
Oft hörte sie den lieben langen Tag nichts von mir, machte sich Sorgen um uns und begrüßte mich dennoch jeden Morgen mit einem Herzchen. Wie oft musste sie sich mit den wenigen Informationen zufriedengeben, die ich ihr oder Instagram mitteilte und obwohl es mir wirklich leid tat, konnte ich einfach nicht anders. Doch genau diese Zeit hat uns nur noch mehr zusammengeschweißt.
Ich bin unendlich dankbar dafür, sie in meinem Leben haben zu dürfen, weshalb ich ihr diese Zeilen mit großer Freude widme <3

Doch die Geburt unseres Wunderkindes,  brachte nicht nur die Herzdame und mich näher zusammen, sondern auch eine neue Familie in unser Leben.
Eine Woche nach der (für mich schockierenden) Isolation unseres Elfen, stand plötzlich ein zweiter Inkubator in unserem Zimmer. Darin lag ein klitzekleines Wesen,  das noch keine 1000 g wog und mir immer wieder verdeutlichte, wie sehr unser Junge schon gewachsen war. Lag der Kleine auf Anikas oder Toms Brust, hatte ich jedes Mal das Gefühl, eine Kopie vom Minielfen und mir zu sehen. Denn vorher war mir nie so bewusst, wie klein unser Kämpfer eigentlich wirklich war…
Mit den Eltern des Zwergen verstanden wir uns von Anfang an und ich merkte schnell, dass die beiden ebenfalls recht alternativ eingestellt sind. Doch genauso schnell kam auch die Angst, dass der Elf auf Normalstation umzieht, bevor wir uns richtig kennengelernt haben. Tagelang hatte ich deshalb einen kleinen Zettel mit meiner Handynummer bei mir und traute mich einfach nicht,  ihn Anika zu geben.
Ich neige nun mal dazu, viel zu schnell große Sympathie zu empfinden, wenn es für andere nur ein kleiner Plausch unter Fremden ist. Also wartete ich und stellte mit der Zeit fest, dass sie ihrem Sohn auch noch die selben Lieder vorsang, wie ich unserem.
Das mussten einfach genug Gemeinsamkeiten für einen länger währenden Kontakt sein und so sammelte ich irgendwann meinen ganzen Mut und gab Anika den Zettel, den ich inzwischen schon unzählige Mal neu geschrieben hatte.

2 Monate lang teilten wir uns ein Isolationszimmer und saßen den halben Tag zusammen bei unseren Frühchen. Schnell spürte ich eine gewisse Vorfreude am Morgen, wenn ich an die nachmittäglichen Gespräche mit ihr und/oder ihrem Mann dachte und schloss die komplette Familie in mein Herz.
Wir freuten uns gemeinsam über die Fortschritte der Minis, lästerten über all die seltsamen, stationären Umstände und regten uns über so manche ärztliche Aussage auf.
Anika lauschte den Geschichten, die ich dem Elfen vorlas, ich erfreute mich am klang ihrer wunderschönen Singstimme und unsere Söhne unterhielten sich über das Klingeln der Monitore. Immer wieder hörten wir die Schwestern witzelnd fluchen, dass die beiden sich einfach immer absprechen und unterhalten müssen… zum Leid des zuständigen Pflegepersonals 😀
Wir wurden so gute Freunde, dass es die Runde machte und eine Frühchenmama, die uns kaum kannte zu uns sagte, dass wir am Ende doch gar nicht mehr ohne einander können. Wie recht sie damit doch hatte! Wir gewöhnten uns so sehr aneinander, dass der Abschied bei unserer Entlassung tränenreich war und ich mich kaum darüber freuen konnte, unser Elfenbaby endlich mit nach Hause nehmen zu dürfen.
Anika, die erste Person neben meinem Mann, mit der ich Tag für Tag reden konnte, ohne in alte Angstmuster zu fallen. Obwohl wir uns jeden Tag gesehen haben, hatte ich keine Angst davor,  mich mit ihr unterhalten zu „müssen“ & keine Panik, weil sie mich so regelmäßig sie sah.
Ich freue mich jedes mal sehr darauf, sie zu treffen und kann die kleine Familie vollkommen problemlos besuchen, was seit Elijha normal nur noch sehr schwer möglich ist. Ende März/Anfang April waren wir sogar gemeinsam auf einer Kurzfreizeit im Kloster und haben die Zeit sehr genossen.

Momentan könnte ich mit meinen Freunden nicht glücklicher sein und bin so unendlich froh und dankbar, meinen Platz bei und mit ihnen gefunden zu haben <3

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