#OffTopic Juni – Kraftquellen

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Oooooh ich freue mich,  dass ich das Gemeinschaftsprojekt #OffTopic in diesem Monat zum ersten Mal auf meinem Blog willkommen heißen darf.
Hinter #OffTopic verstecken sich verschiedene Blogger, die einmal im Monat zu einem bestimmten Thema schreiben, das nichts mit den Kindern zu tun hat. Für den Monat Juni habe ich das Thema Kraftquellen gewählt und freue mich, dass ich so schöne Worte geschickt bekommen habe, doch lest selbst.

Für mich hing meinen Kraft sehr lange von Menschen, Gegenständen und Orten ab. Das tobende Meer war und ist beispielsweise so ein Ort. Wenn der Wind peitscht und die Wellen nur so mit einer Wucht hereinbrechen, die  ich nicht zu beschreiben weiß, fühlt es sich an, als würden meine Speicher aufgeladen. Diese Wucht der Naturgewalten, die unglaublichen Kräfte, die dabei wirken… das war meine absolute Nummer 1 der Kraftquellen.
Doch von Süddeutschland aus betrachtet, ist die Nordseeküste eine gefühlte Ewigkeit entfernt und der gefüllte innere Krafttank hält nicht unbegrenzt.

Vor 3 Jahren noch, war das ein richtiges, unlösbares Problem für mich. Inzwischen hat sich aber viel getan und ich brauche keine klassischen Kraftquellen mehr um aufzutanken. Heute kann ich in vielen Kleinigkeiten und mir selbst die Kraft finden, die ich brauche. Gerade die Situation mit unserem Elfen fordert viel von mir, doch ein einziges Lachen von ihm,  oder ein „Mama“ von Bambina reichen aus, um diese Leichtigkeit zu spüren, die man zum weiter machen braucht.
Warmer Regen, eine hübsche Blume, das zwitschern der Vögel, Musik, eine Melodie im Kopf, Kommentare meiner Leser, ein „Hallo“ meiner Freunde, das Heimkommen des Studenten am Abend, der seltene Gottesdienstbesuch an einem Sonntag, ein guter Tee, eine Fassbrause, mein singendes Bambikind, der plappernde Elf und vieles mehr. All das sind Dinge, aus denen ich Kraft schöpfen & durch die ich weiter machen kann.
Und ganz tief in mir drin, kann ich trotz Depression, Flashbacks und anderen Schwierigkeiten die Gewissheit spüren, dass ich gut so bin wie ich bin und das Leben liebe, das ich fühle. Ich lebe Tag für Tag mit dem Gefühl der Dankbarkeit, für all das was ich habe und allein das, hilft mir schon sehr.
Am meisten Kraft geben mir aber jeden Tag aufs Neue unsere Kinder, für die sich einfach jede Anstrengung lohnt <3

Frau Rabe von Rabensalat

Meine Kraftquellen. Da muss ich erstmal drüber nachdenken. Habe ich Kraftquellen? Ich bin so müde. Wirklich zum Umfallen müde. Ich glaube, selbst drei Tage Schlaf am Stück würde an diesem Zustand totaler Erschöpfung wenig ändern. Aber trotzdem sitze ich nicht weinend in der Ecke oder schlafe im Stehen bei der Arbeit ein. Also irgendwas gibt mir die Kraft zum Weitermachen. Bloß was?

Ich kann sagen, was es alles nicht ist: ein bestimmter Ort, Me-time (muhaha), eine bestimmte Tätigkeit, alleine sein, Sport, Meditation… Die ganzen Klassiker fallen alle raus wegen machichnich/findichdoof/bringtmirnix/entspanntmichnicht. Meine echten Kraftquellen sind wohl furchtbar banal und klischeemäßig: meine Kinder. Und Kaffee.

Kaffee bringt mich durch den Tag. Der ist sozusagen mein kurzfristiger Energielieferant. Um nicht komplett der Sucht zu verfallen, beschränke ich meinen Kaffeekonsum auf drei Tassen am Tag. Mit mehr Kaffee werde ich eh nur fahrig und schon vor Jahren stellte ich gemeinsam mit einer Kommilitonin in einer Klausurenphase fest: genug Kaffee ist auch wie leicht angeschickert. Aber angeschickert arbeitet es sich nicht gut (schade, eigentlich…) und wem nutzt schon Mutti auf Speed, die aber nix mehr geregelt bekommt, weil sie zu dödelig im Kopf und zu zittrig in den Händen ist?

Aber der wahre Grund, immer weiterzumachen ist gleichzeitig der wahre Grund für meine Müdigkeit: die zwei Zwerge. Die machen mich fertig, nervlich, körperlich und emotional. Ich kann nicht gut schlafen, weil die sich nachts in meinem Bett stapeln. Weil die da rumwühlen, pupsen, Geräusche machen, mit den Zähnen knirschen, weinen, sich auf mein Gesicht legen, mir in den Magen treten. Und trotzdem hab ich die einfach so unfassbar doll lieb, dass ich das alles irgendwie ertrage und eben weitermache. Weitermache mit lieb haben. Michel ist ja jetzt so groß, dass er auch mal (ganz selten) sagt, dass er einen lieb hat. Da kommt also auch verbal was zurück. Aber das meiste kommt nonverbal oder zumindest unausgesprochen: hier ein Kuscheln, da ein auf-den-Schoß-klettern, mal ein Hand nehmen oder ein „Mama soll vorlesen!“ . Auch Pippi kann schon sehr gut zeigen, wenn sie sich wohlfühlt und dass sie mich braucht und meine Nähe will. Da wird sich an meine Brust gekuschelt und an meinen Beinen hochgezogen, die Ärmchen nach oben gereckt und das Hochnehmen eingefordert. Und das, meine Lieben, lässt mich jeden Tag aufstehen und Dinge tun.

So banal und so schwierig ist das.

Snowqueen von Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten

Ich spaziere gern. Nicht im Wald oder in der Natur – die habe ich hier in der Stadt sowieso nicht wirklich.
Ich laufe gern schnellen Schrittes durch belebte Straßen, vorbei an Häusern und Autos. Ich schaue mir unterwegs Menschen an, ich beobachte Spatzen und vorbeifliegende Hummeln, ich erfreue mich an Unkrautblümchen zwischen den Pflastersteinen. Und während ich spaziere, denke ich nach: Über alles und nichts.
Das ist meine Kraftquelle – ich kann mich dabei wunderbar entspannen. Spazieren und Nachdenken mochte ich als Kombination schon immer.
Hatte ich mich als Kind mit meinen Freundinnen gestritten, drehte ich mich einfach um und spazierte von ihnen weg. Ich lief einen Runde durch den Kiez und dachte über den Streit nach. Dann ging ich zu ihnen zurück und wir vertrugen uns wieder.
Als Teenager ging ich gern nachts spazieren und murmelte den Lernstoff fürs Abi vor mich hin.
Als Studentin ging ich, wenn ich Prüfungen hatte, zwei Stunden zu früh los, damit ich zur Uni laufen und noch einmal über den Prüfungsinhalt nachdenken konnte.
Als meine Töchter geboren wurden, packte ich sie in eine Trage und lief mit ihnen durch die Stadt, bis sie schliefen. Kilometerweit lief ich, und sang ihnen monoton ein Kinderlied nach dem anderen vor.
Heute sind sie schon fast 6 und zumindest eine von ihnen hat meine Vorliebe fürs Spazieren übernommen.
Wir laufen durch die Stadt und ich erzähle ihr Geschichten.
Manchmal hängen wir beide einfach unseren Gedanken nach, während wir Hand in Hand gehen. Dann denke ich über den nächsten Artikel für den Blog nach. Manchmal verbinden sich während des Laufens plötzlich Zusammenhänge von Wissensfetzen, die ich vorher noch nicht gesehen habe und ich schreibe in Gedanken schon mal den nächsten Absatz.
Auch dieser Text hier wurde zuerst ins Gedächtnis geschrieben, während ich spazierte. Nun bin ich angekommen, trinke einen Kaffee und tippe meine Worte in den Computer.
Ich bin ein bisschen geschafft vom langen Weg und ich bin nass geworden, weil es regnete, aber gleichzeitig fühle ich mich entspannt und erholt. Spazieren gehen. Es tut mir so gut.

Carmen von Vegane Familien

In diesen Phasen, in denen man denkt man stehe kurz vor dem Burnout weil man als Mami einfach nur noch müüüüüüüde und erschöpft ist – oder auch mal hoffnungslos weil das Kind a)seit Nächten wieder extrem schlecht schläft (Nein das geht niiiiiieeeeee wieder vorbei) oder b)eine starke Trotz-/wahlweise Pubertätsphase durchlebt, die einem den letzten Nerv raubt, habe ich mir angewöhnt auch einfach mal Fünfe gerade sein zu lassen.

Es muss nicht immer alles perfekt sein. Dann bleibt die Dusche eben ungeputzt und der Boden wird nur gesaugt, aber nicht gewischt. Und auch die Arbeit, die als Selbstständige abends noch auf mich wartet, wird dann (soweit möglich) einfach mal nicht erledigt. Dann gibt’s eben keinen Blogbeitrag, sondern Sofa mit Buch – oder einfach gleich ins Heiabettchen. Kurze Bemerkung: alles worauf Kunden warten und was ich versprochen habe, wird schnellstmöglich und wie versprochen erledigt – oder mindestens eine Info geschickt, dass sich das Versprochene verzögert, denn sonst entsteht noch mehr Stress und Erschöpfung.

Was mir auch sehr hilft sind Listen. To-Do Listen für Privates und Geschäftliches. Dringendes in Rot oder eingekreist. Dann bekomme ich diese Kraftraubenden Gedanken aus dem Kopf.

Und wenn es möglich ist meditiere ich oder gehe zum Yoga. Manchmal hilft auch eine Runde laufen im Stadtpark. Das funktioniert allerdings nur, wenn die körperliche Erschöpfung nicht zu groß ist. Aber diese Zeit für mich (#metime – hatten wir ja schonmal als Thema) ist eine wahre Kraftquelle. Das kann auch einfach mal ein Kaffee oder Matcha auf dem Balkon sein. Kleine Auszeiten und vor allen Dingen ganz ganz wichtig: ICH HABE MIR MEIN LEBEN SO ORGANISIERT, DASS ICH MICH NICHT IM URLAUB DAVON ERHOLEN MUSS. ICH GENIESSE (FAST) JEDEN TAG, LIEBE MEINE ARBEIT, ABER AM ALLERMEISTEN FREUE ICH MICH ÜBER MEINE KINDER UND DIE TOLLEN MENSCHEN MIT DENEN ICH MICH UMGEBE!!!

Kathrin von Öko Hippie Rabenmutter

Kraft… Kraft… Was ist das doch gleich?
Ach ja. Das Ding, mit dem ich hier den Alltag wuppe. Und puh… Der ist echt nicht ohne.
Ich muss oft verschnaufen und ausruhen und mich besinnen und ich gebe direkt zu, dass mir das unglaublich schwer fällt.
Woraus zieht man Kraft, wenn man sich eigentlich einen aufladbaren Akku wünscht?! In meinem Fall waren es bis vor kurzem die langen, ausgedehnten Spaziergänge mit meiner Hündin, durch Feld und Wald und Wiese. Leider ist sie im November verstorben.
Es müsste eigentlich schon eine neue Kraftquelle geben, doch es ist schwer da ran zu kommen. So richtig vergleichbar ist noch nichts.
Ich schöpfe sehr viel Kraft aus meinen gutgelaunten Kindern, allerdings ziehen die mir auch einiges 😉
Ich koche und backe, denke dabei nicht nach und fühle mich danach erholt. Ich liebe Gespräche und das Bloggen, um Gedanken zu sortieren.
Doch einen adäquaten Ersatz für die Stunden mit meiner Gefährtin in der Natur, den suche ich noch. Ich denke, jeder langjährige Hundebesitzer wird verstehen, was ich meine.

Angie von Grünspross

Die Nutzung meiner Kraftquelle für alles Körperliche ist ablesbar – an unserem Warmwasserverbrauch.
Geht es mir nicht gut, liege ich in der heißen Badewanne – auch im Sommer.
Wärme hilft mir, wenn ich mich nicht behaglich fühle, müde oder ausgelaugt bin oder Schmerzen habe. Ich habe dort auch Zugriff auf meine Kraftquelle für alles emotionale, gedankliche und seelische – meinen Kopf.
Tatsächlich sammle ich am Besten Kraft, wenn ich mich in mich selbst zurückziehen kann, um Nachzudenken, Dinge und Situationen zu Tode zu analysieren und mich so vorzubereiten, zu stärken und Mut zu finden. Klappt das mal nicht, wähle ich den genau anderen Weg, ich träume.
Tagträume waren mir schon immer das Liebste und ich könnte Stunden damit zu bringen im Bett oder in der Badewanne zu liegen und mir etwas auszumalen.
In Zeiten, in denen ich mutlos war, keine Hoffnung hatte und dachte, mein Leben wird nie so wie ich es mir wünsche, hat es mir immer geholfen, mich weg zu träumen. Realitätsflucht als Antrieb.
„Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“ – nein, das unterschreibe ich nur bedingt, denn vieles von dem ich träume, möchte ich gar nicht leben (ein Schelm, wer jetzt an arge Sexphantasien denkt 😉 Situationen und Umstände zu träumen, sie in eine Geschichte zu verweben und eine Zeit lang zu wiederholen und weiterzuspinnen – als ob ich eine Serie in meinem Kopf schauen würde – hilft mir oft mir über meine Wünsche klar zu werden und es ist auch viel billiger als Netflix

Und was sind Eure Kraftquellen? Hinterlasst sie mir gerne als Kommentar 🙂

5 comments

  1. Für mich ganz eindeutig: Schlaf und Musik.

    Manchmal gehe ich einfach direkt mit dem kleinen Raben pennen und schlafe ab 21:00. Das ist mehr so für die körperliche Kraft.

    Für die Seele brauche ich Musik. Da reichen schon ein paar Minuten, 2-3 Lieder und es geht mir viel besser. Manchmal zum lauthals mitsingen, manchmal was „wildes“, manchmal was ruhiges, je nach Stimmung.

  2. Die Natur, lesen, stricken, Ausmalbücher, Musikhören, ein schönes Bad. Ich hab das Glück am Land in einem Haus mit Garten zu wohnen, da hab ich immer Natur um mich. Stricken ist halt eher was für Herbst Winter. Die Ausmalbücher entspannen so schön und lassen einem echt zur Ruhe kommen. Wie meine Kinder noch klein waren, waren sie sie pure Kraftquelle. Jetzt sind sie 17 und fast 15 und da braucht man viele viele Reserven um die Herausforderungen durchzustehen. Musik ist ein Traum zum Entpsannen, überhaupt die von Mozart und wenn ich fit werden will mit Musik dann ist es Laura Pausini und Parov Stelhar, die mir neue Energie geben.

  3. Auch die Wanne und wenn mein Mann mich richtig festhält… ich empfinde meine drei Kinder, 15, 10 und 0,9 nicht direkt als Kraftquelle, eher als Ansporn, der aber auch Energie saugt. Ich bekomme sicher auch ab und zu mal schöne, lustige, interessante Momente von ihnen, aber in der Mehrzahl bin ich doch eher die, die gibt und die Kinder nehmen einfach und so soll es (meiner Meinung nach) auch sein. Die Energie kommt dann eher aus dem Schokoriegel, dem Powernapping, der Pause zwischendurch… und ich glaube, es ist der Wille zum Weitermachen, der wie ein Placebo wirkt. Es ist kompliziert, aber ich denke, meine größte Kraftquelle sind die Aufgaben selbst, denn ich wachse an ihnen wie ein Sportler, der trainiert. Einfach machen und dabei wachsen und stärker und hoffentlich ein bißchen weiser werden. Und das alles mit ein bißchen Plan und Selbstkenntnis um sich nicht zu über- oder unterfordern.
    Liebe Grüße.

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