[Rückblick] Sonntag bei 26+6

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Weiterhin ++ Protein und Leukos im Urin und die Kopfschmerzen werden auch immer stärker. Nun kommt zu meiner motivationslosigkeit doch wirklich echte Angst dazu & ich lasse meinen Helden in der Rotkreuzklinik anrufen. Dort bekommen wir allerdings gesagt, dass wir direkt in die Uniklinik fahren sollen, da wir sonst im Ernstfall kostbare Zeit verlieren.
Mir wird erst mal mulmig… denn eigentlich wollte ich doch nur zum dritten Mal in dieser Woche eine Gestose ausgeschlossen haben, um dann beruhigt wieder nach Hause zu gehen.

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Da ich dieses mal aber ein ungutes Gefühl habe, packe ich direkt noch schnell meine Kliniktasche und stelle fest, dass unser Stammbuch spurlos verschwunden ist =O
Also geht es mit den ansonsten wichtigsten Sachen Richtung Krankenhaus und der Abschied von klein Bambi fällt mir wirklich schwer. Ich verspreche zwar, dass ich versuche wieder nach Hause zu kommen, habe aber im Gefühl, dass ich so schnell nicht wieder kommen werde.

In der Uni wird zuerst 1,5 Stunden lang CTG geschrieben, anschließend nimmt Frau „alles halb so wild“ Blut ab und erklärt uns, dass wir gehen können. Denn sollte das Blut positiv sein, könne ich ja immer noch wieder in die Klinik kommen. Doch ein anderer Arzt und die zuständige Hebamme entscheiden anders & schicken uns für 30 Minuten in den zur Frauenklinik gehörenden Garten. Also doch keine 3 – 4 Stunden, Frau Assistenzärztin hätte das Blut nur nicht als Express und dringend ins Labor geschickt :-/
Anschließend wird ein zweites CTG geschrieben, weil das Erste zu viele Dips nach unten hatte. Während die Hebemmenschülerin mich wieder befreit, kündigt sie uns an, dass genannte Ärztin gleich zum Ultraschall kommen wird. Ich weiß nicht, ob ich mich freuen soll, weil ich dann wohl nach Hause kann, oder weinen, weil sie Ernstfälle ja scheinbar nicht erkennt.

Hin & her gerissen warten wir also und hören die Stimme des Dienst habenden Arztes auf dem Flur. Da er auf unsere Tür zukommt und den Raum auch noch nennt, wird mir mulmig. Es ist kein gutes Zeichen, wenn nicht wie geplant ein Assistenzarzt zum untersuchen kommt….
Er schallt und schallt und schallt & sagt uns, dass meine Thrombozyten abfallen, was ein Anzeichen fürs HELLP-Syndrom sein kann. Ich darf also nicht nach Hause… den Tränen nahe beantworte ich seine Frage, warum ich in der Ambulanz in Behandlung bin und sage, dass unser Baby schon seit der 10. SSW unter der 3. Perzentile liegt. Er schaut mich an und sagt „Das wollte ich Ihnen gerade mitteilen, dass Ihr Kind ja schon sehr klein ist“. Er möchte mich aufnehmen, ich möchte nach Hause und so gibt es ein drittes CTG, das perfekt sein muss, dass ich gehen darf… er will mir ja nichts böses und ich solle immer bedenken, dass ich wegen Problemen in die Uni kam und er nicht zu mir nach Hause, weil er mich einfach mal aufnehmen wolle. Stimmt ja auch… aber…
Während des CTG’s kommt dann schon die Hebamme ins Zimmer und klebt mir ein Patientenarmband ums Handgelenk… ich schweige und die Tränen laufen nur so über meine Wangen, als sie den Raum wieder verlässt. 20 Minuten später kommt sie wieder, befreit mich zum letzten mal an diesem Tag vom CTG und erklärt, dass sie sich nun gleich um ein Zimmer für mich kümmert. „Aber… aber… ich hab doch noch gar nicht gesagt, dass ich bleibe?“ stammle ich unter Tränen und sie entgegnet, dass der Arzt die Aufnahme angeordnet hätte.
Wir sagen, dass es doch vom CTG abhängig gemacht werden sollte und ich nicht einfach so bleiben kann… also schickt sie den Arzt noch mal zu uns & ich weiß einfach nicht was ich machen soll.
Wird es gefährlich, wenn ich nicht bleibe? Aber ich kann Bambina nicht ohne es ihr vorher zu sagen alleine lassen… doch was wenn in der Nacht was ist?
„Ihnen war nicht klar, dass Sie bleiben?“ fragt er, als er das Zimmer betritt. Nein, so ganz klar war es uns wirklich nicht…. er möchte mich gerne stationär aufnehmen, weil es einfach Grund zur Sorge gibt. Verstehe ich auch vollkommen, das ist es nicht… also erkläre ich ihm die Situation und frage, ob eine Aufnahme am nächsten Morgen auch noch ausreichend wäre. Er bestätigt uns, dass heute eh nichts mehr gemacht werden würde und ich somit auch morgen früh kommen könne. Außerdem bekäme ich noch ein Antibiotikum mit, da viele Bakterien in meinem Urin gefunden wurden.
Allerdings müsse ich ihm trotzdem unterschreiben, dass ich gegen seinen Rat auf eigene Verantwortung gehe, da er sich einfach absichern müsse. Kein Problem, das kenne ich ja schon & sollte sich in der Nacht etwas verschlimmern, kann ich ja immer noch erneut in die Uniklinik fahren.

3 comments

  1. Sternchen für deine unglaubliche Tapferkeit. So viel schon durchgemacht und trotzdem wird nach wie vor eure Kraft gebraucht. Ruhe und einfach mal nur entspannter Alltag wäre so wichtig für euch alle zum Auftanken… Und trotz allem zeigt ihr immense Stärke! Ich denke jeden Tag an euch und sende euch Energie. Unser Kerze brennt für euch, ein bisschen Licht und Wärme und dazu Gebet. Ihr Lieben, ihr schafft das! Und danke, dass du uns teilhaben lässt! Deine Offenheit macht vielen Mut und Hoffnung! Eine Helden-Elfen-Familie durch und durch <3

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