Sentimentale Weihnachtszeit

Mein Held hat nun schon eine komplette Woche an der Hochschule hinter sich und ich war im hinteren Teil unserer Wohnung gefangen. Tag für Tag war meine Oma von morgens um 9 bis abends 21 Uhr hier, um mir ein wenig unter die Arme zu greifen. Ursprünglich wollte sie nur die Fenster des Wintergartens für mich putzen, doch daraus wurde letztendlich eine Grundreinigung der kompletten Küche, des Gäste-WC´s und so mancher Schränke. Ich weiß, dass sie es super lieb und gut gemeint hat, ständig zu hören, dass man dies und das doch eh nicht selbst kann ist trotzdem nicht sehr produktiv. Ich kenne meine Einschränkungen gut und muss nicht immer und immer wieder daran erinnert werden. Letztendlich hatte sie allerdings recht, denn alleine das Putzen der Wohnzimmerfenster hat mich heute so fertig gemacht, dass ich zu nichts anderem mehr in der Lage war. Glück für klein Bambi, denn so hat sie besonders viel von mir 😀

Nun sitze ich also in einer super gründlich doppel-frühjahrsputzmäßig grundgereinigten Küche und sehe, was morgen noch alles aufgeräumt werden muss. Überlege, wie ich meiner Oma meine Dankbarkeit zeigen kann, ohne ihr etwas zu schenken, das sie eh nicht annehmen wird. Wenn es nach ihr ginge, würde ich mich einfach nur darüber freuen und sie so glücklich machen, doch das ist mir nicht genug. Immerhin habe ich mich die komplette Woche kaum in meiner Küche blicken lassen und sie weiß noch nicht mal wieso… direkter Menschenkontakt und die Anwesenheit von Menschen in unserer Wohnung ist mir einfach viel zu viel. Ganz egal, ob es nun Familie ist, Freunde oder Bekannte.

Mittwoch oder Donnerstag war ich noch mit meinem Erzeuger, der langsam scheinbar sentimental wird und der Quatschmachertante einkaufen. Anfangs hatte ich große Angst davor, denn wenn wir aufeinander treffen geht es selten gut aus, doch es war meine einzige Möglichkeit Lebensmittel besorgen zu können. Super ätzend, wenn man keinen Führerschein mehr hat und auf dem Land festsitzt :-/
Er hatte allerdings durch meine Mum erfahren, dass wir unser Geld immer noch nicht vollständig ausbezahlt bekommen haben, wir den Auspuff für 100 Euro ersetzten mussten und nicht wissen wie wir über den Monat kommen sollen. Jeden Monat geht an dem ollen Auto ein anderes Teil kaputt und jedes Mal kostet es es uns auf´s neue eine dreistellige Summe.
Auf jeden Fall meinte er bei lidl ganz plötzlich, dass ich ruhig mehr Getränke kaufen soll, er bezahlt heute eh alles. Wie ungläubig ich geschaut haben muss, könnt Ihr Euch vielleicht vorstellen. Ich meine wir haben eigentlich nicht mal wirklich großartigen Kontakt und mein Held hat zwar einen Nebenjob zwar bei ihm, muss aber auch wirklich sehr viel für sein Geld machen.
Etwas unangenehm war es mir schon, doch da wir diesen Monat jeden Cent 3x umdrehen müssen kam es letztendlich gerade zum rechten Zeitpunkt. Anschließend hat er meine Schwester und mich noch zum Essen eingeladen und zum Schluss standen wir bei diesem wunderschön beleuchteten Baum und haben seine Größe bewundert. Auch heute bin ich noch hin und weg und kann es nicht glauben… einfach so etwas bekommen? Abgesehen von meiner Oma und das geben & nehmen mit einer Mutter kenne ich das überhaupt nicht, ganz im Gegenteil.
Müssen wir doch nun auch noch wegen Frau Schwiegermutter zum Anwalt, weil sie ihren Sohn erneut über den Tisch ziehen und abzocken will. Nein mein Liebe, dieses mal kommst Du damit nicht durch!

Wie Ihr seht ist hier momentan nicht wenig los und die ganze Anwaltsgeschichte hat alle minimal aufkeimende Weihnachtsstimmung an der Wurzel vernichtet :-/

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