Gedanken einer Mutter.

Während deine Schwester bei der Ergotherapie ist, nutze ich das schöne Herbstwetter und mache einen Spaziergang mit dir.
Wir laufen einen wunderschönen Weg inmitten bunter Bäume, mit ihren orangenen und gelben Blättern. Du freust dich darüber, geschoben zu werden und ich genieße den Moment der Ruhe, in wunderbar kalter Oktoberluft.
Schneidende Kälte, das Gefühl von kühlender Luft in meiner Lunge; eine wahre Wohltat für mich.

Am Ende des Weges st0ßen wir auf einen kleinen, wunderschönen, friedlichen Waldfriedhof. Ein kleines Mäuerchen trennt die Gräber direkt vom Wald, überall liegen bunte Blätter und laden uns dazu ein, über die kleine Fläche zu laufen.
Mit einem Lächeln im Herzen stelle ich fest, dass nirgends ein Kind begraben liegt. So unschuldig; einzig  und allein durch Menschen belegt, die ihr Leben schon gelebt haben und nicht aus dem Leben gerissen wurden, bevor es überhaupt begonnen hatte.

Und dann sehe ich ihn. Den Platz, der so perfekt wäre, für den Fall der Fälle, wenn wir dich ziehen lassen müssten. Natürlich müssen wir es nicht. Du lebst, kämpfst und bist das tapferste Kind, das ich kenne. Und doch sind sie da, diese fiesen, kleinen, stechenden Gedanken. Das „und was wenn doch?“. Die mit Traurigkeit vermischte Angst im Hintergrund, gut versteckt hinter all der Freude und doch irgendwie da.
In diesem Moment überrollt es mich, wie ich dort mit dir im Kinderwagen an der Stelle stehe, die so perfekt wäre… für den Fall…

Du beschwerst dich, weil wir uns nicht mehr bewegen und reißt mich aus meinen trübsinnigen Gedanken. Recht hast du. Also laufen wir gemeinsam durch die letzten Reihen, dieser friedlichen Ruhestätte. Am Ende kommen wir ganz bewusst noch mal an dieser… an „deiner“ Stelle vorbei und ein Lächeln macht sich in meinem Herzen breit. Du bist hier. Hier bei mir, direkt vor meinen Augen und lachst mich an.

Schnell machen wir uns auf den Rückweg, über den magischen Weg, der uns zu deiner Schwester führt. Auf der Hälfte halten wir an, ein Gefühl, einfach so aus dem nichts. Zu unserer rechten ein Mariendenkmahl und auf der linken Seite ein Baum, der mir besonders ins Auge fällt… verwunschen, knollig… fast märchenhaft.
Daneben ein mit Efeu bewachsener Baum und kleinen Kostbarkeiten. Vorsichtig komme ich ihm näher, verlasse den festen Weg und sehe 2 wundervolle Baumperlen, die ich kurz darauf in meine rechte Tasche gleiten lasse.

„Das ist er“, denke ich und fühle den Frieden, der sich in mir breit macht.
Der Platz, an dem Du, unser Sonnenschein, für immer schlafen wirst.

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Gedanken einer Mama, mit einem schwer kranken kind.

Die große Frage nach der Liebe

Der Kommentar der lieben nynoonana unter meinem letzten Beitrag über die Liebe hat mich zum  Nachdenken animiert und darauf gebracht, dass Liebe nicht gleich Liebe ist.
Es kam schon häufiger vor, dass mir gesagt wurde, aus meinem Handeln oder meinen Worten spricht sehr viel Liebe. Liebe die ich nicht fühlen, nachvollziehen, verstehen und empfinden kann. Doch wie fühlt sich Liebe überhaupt an? Ich habe es direkt mehrere Personen gefragt und sehr unterschiedliche Antworten erhalten. Doch in einem Punkt waren sich alle einig, man kann sie nicht beschreiben, die Liebe, man muss sie empfinden.

Empfinden, ein großes Wort.

Doch wenn niemand festlegen kann, wie sich die Liebe anfühlt, was man empfindet und wie es grundsätzlich ist… ja woher weiß man denn dann, dass das was man empfindet auch wirklich Liebe ist? „Man weiß es einfach„, bekam ich zur Antwort. Woher weiß ich denn dann, dass ER der Richtige ist und kein anderer? Dass ich mich nicht täusche und der Richtige erst noch kommen würde? Ein Schweizer Theologe (Hans Urs von Balthasar) sagte  „dazu“ einst :

Wir warten unser Leben lang auf den außergewöhnlichen Menschen, statt die gewöhnlichen um uns her in solche zu verwandeln.

Daraus schließe ich, dass wir Menschen viel zu viel Zeit mit der Suche nach dem Partner für´s Leben verbringen. Denn wenn ich mir die Zahl der Bevölkerung so ansehe, kann es nicht für jeden Topf den richtigen Deckel geben. Es sind Zufälle, wirklich große Zufälle, dass man sich auf dieser großen weiten Welt trifft und dann auch noch das selbe füreinander empfindet. Dass sich zwei völlig fremde Menschen begegnen und beschließen ihre Zukunft gemeinsam zu verbringen, zu einer Einheit werden und ein gemeinsames Ziel vor Augen haben. Für mich schon immer ein unvorstellbarer und nicht nachvollziehbarer Gedanke, vor allem wenn man bedenkt, dass das Wort, bzw. Gefühl das die beiden verbindet die Liebe ist.

„Die ist das Geheimnis der Liebe, dass sie solche verbinde, deren jedes für sich sein könnte und doch nichts ist oder sein könnte ohne den Anderen.“

Jeder könnte alleine sein, in der Liebe aber doch nicht ohne den Anderen. Dieses Zitat von Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling macht das Gefühl für mich schon ein klein wenig verständlicher. Ich habe kein kribbeln im Bauch, keine besondere „Liebes“-Sympahtie gegenüber dem Helden und auch sonst keine liebesähnlichen Symptome, doch ich möchte nicht ohne ihn sein – er gehört zu mir. Nicht das Gefühl der Liebe verbindet mich mit ihm, sondern die Gewissheit, dass wir zusammengehören, wie der Sonnenschein zum Regenbogen. Es ist nichts „besonderes“, da wir einfach eine Einheit sind, sich nichts speziell herauskristallisiert und die Sicherheit besteht, dass er bleibt. Er hat einen ganz selbstverständlichen Platz in meinem Leben, so dass ich automatisch alles mit ihm plane und ihn nicht erst noch dazu zählen muss. Ich weiß, dass er an meiner Seite ist und denke gar nicht weiter darüber nach, dass er es mal nicht sein könnte. Wenn ich so darüber nachdenke, ist es das größte Kompliment, das ich einer Person machen kann – so selbstverständlich zu mir gehören, dass es einfach überhaupt nicht anders sein kann.

Doch ist Liebe dann überhaupt ein Gefühl? Was ist der Unterschied, zwischen der gefühlten und der nicht emotionalen Liebe?
Das Gefühl Liebe kann man, wie jedes andere Gefühl auch, nicht messen. Es gibt keine Messgeräte und jeder hat seine eigene Skala, wenn er angibt wie sehr er liebt. Sie lässt sich nicht vergleichen, da es stets ein subjektives Empfinden ist und Gefühle häufig täuschen können. Nicht jeder der meint verliebt zu sein, ist es letztendlich auch. Häufig ist es „nur“ eine Euphorie gemischt mit einer Menge Adrenalin, das Gefühl begehrt zu sein und schon gaukelt uns unsere Seele etwas vor. Vielleicht fühle ich sie deshalb nicht, die Liebe, weil sie zu unsicher und nicht greifbar ist.
Möglicherweise liebe ich aber auch und weiß es nicht, weil Liebe undefinierbar ist. Vielleicht ist es Liebe zu wissen, dass der andere zu einem gehört, vielleicht auch nicht.

Ich für meinen Teil möchte nicht ohne meinen Helden sein, auch wenn ich das Gefühl Liebe nicht spüre. Für mich gibt es objektive Gründe, weshalb wir zusammen gehören und eine Einheit bilden. Mancher mag es Liebe nennen, ein anderer Sicherheit oder die Geborgenheit bei Anwesenheit einer anderen Person.
Jahrelang habe ich darunter gelitten, wollte die selbe Liebe empfinden wie SO viele andere Mädchen auch. Ich dachte immer Liebe müsse und könne langlebig sein, man liebt den Anderen auch nach unzähligen von Jahren noch, wenn man den richtigen Partner an seiner Seite hat. Doch meine Erfahrung und mein Leben haben mir gezeigt, das die gefühlte Liebe schnelllebig und wandernd ist. Tritt das Gefühl bei der einen Person nicht mehr auf, erscheint es wieder bei der Nächsten. Dieses Gefühl gibt keine Sicherheit, ist nicht die Grundlage für eine glückliche gemeinsame Zukunft, in vielen Fällen allerdings der erste Stein der Basis.

Es ist meine Art zu lieben, dafür zu sorgen, dass es anderen Menschen gut geht. Auf die kleinen Kleinigkeiten zu achten, die im Alltag viel zu häufig vergessen werden und andere Menschen ein Strahlen in die Augen zu zaubern. Das ist meine Art, anderen zu zeigen wie wertvoll sie für mich sind, auch wenn ich es selbst nicht direkt empfinden kann. Der eine nennt es Liebe, ich nenne es „Lena´s Art zu lieben“.

Tieropfer – ein grausames No-Go?

So oder so ähnlich lautete der Inhalt einer Mail an unseren Pfarrer. Denn wenn Gott Tieropfer verlangte, um den Menschen von seiner Schuld zu befreien, kann er ja nicht so unfehlbar sein. Dachte ich zumindest.

Meine Geschichte beginnt mit einer christlichen Erziehung, von der ich jahrelang nichts wissen wollte. Es ist sehr viel vorgefallen, passiert und an diesen Gott konnte und wollte ich nicht glauben. 1,5 Jahre lang, war ich mit Leib und Seele Buddhistin. Diese Glaubensrichtung hat mir so unglaublich viel Kraft gegeben und mich durch eine der schwersten Zeiten meines Lebens getragen. Ich dachte ich würde an den mächtigen Wellen des Schmerzes zerbrechen und suchte einen Hoffnungsschimmer, an den ich mich klammern konnte. Auch heute sind die buddhistischen Grundgedanken noch meine Lebensweise. Für mich ist der Buddhismus allerdings schon lange kein Glaube mehr, sondern eher eine Art sein Leben zu gestalten. Eine Lebenseinstellung also.

Doch wie kommt ein Buddhist nun zu einem Pfarrer? Ganz einfach, nachdem mein Opa gestorben ist, habe ich allen Mut zusammen genommen und unserem Pfarrer geschrieben. Ich war so verzweifelt, alleine und hilflos. Ich wollte mit jemandem sprechen, der nicht zur Berufsgruppe Arzt oder Therapeut gehört. Einem Menschen, der mich persönlich kennt und bei dem nicht diese therapeutische Distanz besteht. Er antwortete mir auch sehr lieb und nannte mir einige Bibelstellen. Immer mal wieder schrieb ich ihm und dann bestand eine gewisse Zeit wieder kein Kontakt. Doch irgendwie war er immer da und greifbar. Allein die Art wie er sich mir gegenüber verhielt, bewirkte in mir etwas, dass mich das Thema Gott einfach nicht mehr los ließ. Christ werden und sein? Nein! Gedanken darüber machen, zweifeln, unsicher sein? JA!
Mein buddhistischer (zu dem Zeitpunkt noch) Glaube, verlor immer mehr an Glanz und ich spürte nach und nach, dass es nicht alles für mich ist und sein kann. Doch was mir fehlt, wusste ich nicht und kann es auch heute noch nicht wirklich sagen. Doch eines ist sicher, ich glaube daran, dass es einen Gott gibt.

Nachdem ich meine Herzensfrau kennenlernte und sie nach und nach zu einer lieben und wichtigen Freundin wurde, kamen auch wir beide immer wieder auf dieses Thema zu sprechen. Wir begaben uns gemeinsam auf den Weg und es fühlte sich schön an, nicht alleine mit seinen Gedanken zu sein. Regelmäßig tauschten wir unsere Andachten aus und irgendwie war & ist das Thema immer präsent.

Christ bin ich noch nicht, doch dass es mich nicht mehr los lässt zeigt, dass es mir nicht egal ist und ich es nicht mehr ignorieren kann.
Also habe ich mich gestern mit unserem Pfarrer getroffen, denn Tieropfer sind ein Punkt, den ich nicht einfach so hinnehmen kann. Wie kann ich einem Gott glauben, der in meinen Augen so grausames verlangt? Wie kann ich es ignorieren, akzeptieren und damit womöglich auch noch gutheißen? Schwierige Fragen und ein heißes Thema, doch ich gehöre nicht zu den Hardcoreveganern und bin auch sonst ein sehr toleranter Mensch. Ich akzeptieren jeden, der Fleich isst und sagt, dass er es gerne mag. Denn wir haben einen freien Willen bekommen und ich finde, man sollte jeden so leben lassen, wie es für ihn richtig ist. Abgesehen von Straftaten und vorsätzlichen Verletzungen natürlich, aber das ist eine andere Geschichte.

Wir hatten ein sehr nettes Gespräch und es fühlt sich doch tatsächlich schon nicht mehr so grausam an. Denn was ich nicht wusste war, dass die Tiere in den seltensten Fällen einfach „nur“ geopfert wurden. Nachdem die Schuld der Menschen auf die Tiere übertragen wurde, wurden sie zwar Gott als Opfer gebracht, doch anschließend auch gegessen. Tiere die so oder so irgendwann geschlachtet worden wären also. Ob ich es nun gut heiße Tiere zu essen oder nicht, steht hier nicht zur Debatte, doch entgegen meiner Meinung, mussten die Tiere nicht direkt für die Schuld des Menschen sterben. Das eine wurde sozusagen lediglich mit dem anderen verbunden. So habe ich es nun zumindest verstanden.
Es war wohl auch eine Art Hilfe für die Menschen, mit ihrer eigenen Schuld umzugehen. So hatten sie das Gefühl, davon befreit werden zu können und sind wir mal ehrlich, die Abzocke mit dem Ablasshandel damals war auch nicht besser.

Auch die Geschichte im 2. Mose 12 , in der alle Erstgeborenen getötet wurden und nur die verschont blieben, die das Blut eines Lammes an die Türpfosten gestrichen hatten, finde ich schlimm. Doch wenn man die Geschichte genau liest, fällt einem auf, dass es an genau Bedingungen geknüpft war und das Tier auch hier nicht unnötig sterben musste. Nein, es sollte komplett verspeißt werden.
Dass nun sämtliche Erstgeborene getötet wurden, ist wieder eine andere Sache, doch darum geht es mir gerade auch nicht.

Mittlerweile gibt es keine rituellen Tieropfer mehr, da Gott selbst durch seinen Sohn auf die Erde kam und für all unsere Schuld gestorben ist.
Auch wenn ich nicht daran glauben kann, dass mir sämtliche Schuld tatsächlich vergeben ist und ich nicht im Fegefeuer schmoren muss.

Ich weiß nicht wo ich stehe, denn ich bin weiterhin auf der Suche, doch ich gehe meinen Weg. Die Zeit wird zeigen, wohin er mich führen wird, doch ich bin ganz zuversichtlich, dass es für mich richtig sein wird.

Danke für das schöne Gespräch mit Dir, lieber O.
Und an alle anderen, esst weiterhin Fleisch wenn es für Euch richtig ist, doch esst es mit Bedacht. Denn jedes Tier hat es verdient dafür geschätzt zu werden, dass es uns Menschen mit Nahrung versorgt 🙂

Gedankenkarussel

3 Uhr morgens und ich komme gerade von der Nachtwache bei meiner Oma. Ja, sie lebt noch und nein, besser geht es ihr leider nicht.
Seit ihrem Schlaganfall hatte sie noch einen weiteren und es ging stetig abwärts. Mehrmals gab es die Meldung, dass es ihr nun wieder richtig schlecht geht & jedes mal verabschiedete ich mich erneut von ihr.

Gestern Abend war einer dieser Abende, an denen es wieder sehr sehr schlecht aussah. Mittags hatte sie einen hochroten Kopf, seitdem ging es zunehmend abwärts, Blutdruck nicht mehr messbar, weil das Herz zu schwach ist. Als ich gegen 22 Uhr zu ihr kam war sie kaltschweißig, atmete doppelt so schnell wie ich und hatte einen sehr schnellen und erschreckend schwachen Herzschlag. In den letzten Tagen erbrach sie oft, somit wurde ihre Nahrungszufuhr nun komplett eingestellt und einzig der noch vorhandene Schluckreflex sorgt dafür, dass sie 1 – 1,5 Becher Tee am Tag gelöffelt bekommt. Mehr möchte sie nicht und verweigert es indem sie ihre Lippen fest zusammenkneift.

Wenn ich sehe wie schwer ihre letzten Schritte vom Leben in den Tod sind, bekomme ich noch mehr Angst davor. Sie quält sich nun seit Wochen mit starken Schmerzen, einem sehr schwachen Herzen, schwerer Atmung und einem offenen Steißbein.
Als mein Opa im Februar letzten Jahres von uns ging, hatte er auch einen schweren, im Vergleich zu ihr aber sehr kurzen Kampf.
Ich sehe seine weit aufgerissenen Augen heute noch vor mir. Dieser entsetzte panische Blick, diese Leere und das schwindende Leben.
Ich könnte weinen wenn ich darüber nachdenke wie schlimm es gewesen sein muss zu merken, dass er gerade stirbt… dass er keine Luft mehr bekommt und dass seine Enkelin verzweifelt versucht ihn zu reanimieren um ihn weiter am Leben zu halten.
Manchmal denke ich mir, dass ich es ihm dadurch nur erschwert habe. Ich habe so lange reanimiert, bis die Sanitäter kamen und es übernommen haben. Er hatte schon keinen eigenen Herzschlag mehr und wurde trotzdem noch so unglaublich lange gequält. Und auf der anderen Seite werfe ich mir vor, dass ich zu spät damit begonnen habe und ihn früher vielleicht hätte retten können. Ich hatte doch erst einen Erste Hilfe Kurs belegt und schrie trotzdem panisch ins Telefon „Wie??? Schatz sag mir wiiiiiiiie?“. Ja mein Mann ist Sanitäter und machte sich auch direkt auf den Weg nach Hause… doch aus 35 km Entfernung konnte er mir kaum helfen. Deshalb rief ich erneut bei der Leitstelle an, wo der Mann am Telefon mir Schritt für Schritt erklärte was ich machen musste. Mir fiel es währenddessen auch selbst wieder ein, dennoch hatte ich solche Angst etwas falsch zu machen.
Und ich höre noch heute meine Oma panisch rufen „Er stirbt. Er stirbt. Ich weiß es. Blumenelfe er stirbt“. Ich wollte es ermöglichen, ihr diesen Schmerz zu ersparen. Ich wollte meinem Opa helfen nicht zu sterben. Ich wollte ihm diese Qual und Angst ersparen. Doch gegen den Tod war ich machtlos.

Ich bin überzeugt davon, dass der Todestag schon am Tag der Geburt festgelegt ist. Nur die Umstände wie wir sterben, sind individuell auf die jeweilige Situation an diesem Tag angepasst. Diese Denkweise hat meiner Oma sehr geholfen.

Heute bin ich froh, dass ich so lange bei meiner Oma war. Einmal natürlich um ihr beizustehen und sie zu begleiten und weil es mich selbst von lähmenden Gedanken abgelenkt hat, die ich nicht denken wollte.
Zu Hause hätten sich meine Gedanken ungesteuert immer und immer weiter im Kreis gedreht. Gedanken, die schon seit Tagen in meinem Kopf umherschwirren und sich einfach nicht vertreiben lassen. Wäre es jetzt nicht schon so „spät“ würde ich später ein wenig früher aufstehen, um in Ruhe etwas Yoga machen zu können… doch ich befürchte, dass mich die Gedanken selbst dabei verfolgen würden.

Nun trinke ich noch eben meinen Schlaftee aus, da es für meine Medikamente mal wieder zu spät ist & hoffe, dass ich wenigstens noch kurz und traumlos vor mich hin schlummern kann 🙂

Vom positiven Nebeneffekt

Der positive Nebeneffekt einer schlechten Zeit ist, dass es besser werden kann & man Kleinigkeiten mehr zu schätzen lernt.
Diesen Satz hatte ich gerade ganz spontan im Kopf, als ich an meinen Psychologen denken musste. Wenn ich mir vorstelle, wie er sich freuen würde diesen Satz von mir zu lesen. Er ist so ein lieber Mensch, der sich einfach über jede noch so kleine Besserung freut. Wenn ich stolz auf mich bin, etwas an mir mag, mir etwas gefällt, schöne Dinge aufzähle die ich nicht ändern möchte & natürlich, wenn ich das Positive im Negativen sehe.

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Welch hohen Stellenwert hat das Aussehen in unserer Gesellschaft?!

Da ich mal wieder eine Aussage im Fernseh gehört habe, dieses mal in Sex and the City, wurde ich erneut sehr nachdenklich.

Welch hohen Stellenwert hat das Aussehen in unserer Gesellschaft?

Ich würde sagen, dass er sehr hoch ist. Wahrscheinlich höher denn je!
Ist es nicht so, dass viel Menschen sehr oberflächlich denken & so oder so der erste Eindruck zählt?
Natürlich ist der erste Eindruck wichtig, denn darauf baut man seine erste Meinung über den Menschen auf.
Doch leider ist der erste Eindruck auch oft einfach nur falsch.

Ich bin schon vielen Menschen begegnet, bei denen ich mich dabei ertappt habe, dass ich mir anhand des Erscheinungsbild eine Meinung erlaubt habe. Doch ungefähr genauso oft musste ich feststellen, dass mein erster Eindruck überhaupt nicht auf die Person passte.
Aber ist es nicht so, dass viele Menschen überhaupt keine zweite Chance mehr geben?
Ist es nicht so, dass man in unserer heutigen Gesallschaft sehr schnell abgestempelt wird, weil man „anders“ ist?

Ich habe dieses Phänomen schon oft beobachtet und gehöre glücklicherweiße zu der Sorte Mensch, die oft einen ersten guten Eindruck hinterlässt.
Vor allem als ich noch meine alte Vor-Schwangerschaftsfigur hatte, kam ich so ziemlich überall gut an.
Damals habe ich auch oft festgestellt, dass man es auf der einen Seite wirklich einfacher hat, wenn man gut aussieht.
Auf der anderen Seite wird man leider auch oft angemacht oder dergleichen.
Doch einer hübschen Frau wird früher geholfen, als einer nicht so hübschen.
Einer hübschen Frau, wird öfter die Tür aufgehalten, als einer, die vielleicht nicht ganz so hübsch ist.

Natürlich macht auch die Ausstrahlung einen Punkt dessen aus, wie man bei anderen ankommt.
Man kann noch so gut aussehen, einen noch so tollen Körper haben, doch wenn man nur böse schaut, wird man selbst dann nicht so gut behandelt wie die nicht so hübsche lächelende Frau neben einem.
Allerdings ist die Ausstrahlung doch auch ein oberflächlicher Punkt, oder nicht?

Vielleicht steckt gerade hinter der Frau mit der Brille und den schiefen Zähnen eine herzensgute Seele & hinter der schlanken wohlgeformten Frau mit dem perfekten Gesicht ein wahnsinniges Biest.
Zu diesem Punkt habe ich auch ein paar Erfarungen gemacht & kam zu dem Schluss, dass die nicht so perfekten Menschen meistens wesentlich freundlicher zu anderen sind. Die Frauen mit Wow-Effekt hingegen reagierten sehr oft kalt, herzlos und arrogant.
Es lässt sich nur spekulieren, ob das auch wieder ein falscher erster Eindruck ist, oder die Menschen wirklich so sind.
Vielleicht halten sie einfach zu viel von sich, oder es ist einfach nur ein gekonnter Selbstschutz, den ich selbst schon vermehrt verwendet habe.
Denn macht Frau einen auf arrogant, wird sie seltener von lästigen Männern angesprochen, als anders.
Oder es liegt daran, dass Frau gerne andere abwertet, die ihr oberflächlich gesehen unterlegen sind?
Vielleicht sind sie aber auch einfach nur verbissen und unglücklich, dass sie immer gut aussehen müssen um ihren Stellenwert nicht zu verlieren?!

Es ist eben leider wirklich so, dass man gut aussehen muss um leichter etwas zu erreichen.
Traurige armselige Welt.