#WestFam2017, oder auch nicht.

22. September 2017 – 1 Tag bis zur #Westfam2017

Eigentlich wäre ich nun entweder schon im Auto auf dem Weg nach Münster, oder wäre noch auf einem Geburtstag, um mich dann morgen ganz ganz früh den Weg zu machen. Oder besser gesagt wird, denn das Ganze war als Ausflug für die komplette Familie gedacht.
Bambina wäre zum Teil in der Kinderbetreuung und bei meiner Tante gewesen, während ich die für mich interessanten Sessions besucht hätte und den Rest der Zeit bei meiner Mama am Stand meinen Schmuck präsentiert hätte.
Nein, du hast dich nicht verlesen. Ganz im Gegenteil. Seit kurzem verkaufe ich Schmuck für einen guten Zweck, sowie als kleines Nebeneinkommen für uns.
Hach wie perfekt es gewesen wäre… Blogger treffen, die ich virtuell schon lange kenne, mit meiner Herzdame Sessions besuchen und im gleichen Zug auch noch meiner Hauptzielgruppe den Schmuck in real, Farbe und zum Anfassen vorstellen.
Alles… der komplette Monat war dafür ausgelegt. Sauerstoff war bestellt, ich habe in Hoffnung auf Bestellungen oder Kooperationen Schmuck bestellt, geplant, umgeplant, mich nicht weiter darum gekümmert im September noch auf anderem Wege etwas zu verkaufen und war dennoch in guter Hoffnung auf den diesmonatigen Bonus.

Hätte hätte Fahrradkette.

Doch stattdessen bin ich mit dem Elfen mal wieder in der Klinik, wie sollte es auch anders sein.
In der Nacht von Montag auf Dienstag beschloss sein Körper von jetzt auf gleich sehr sehr krank zu werden, so dass er Dienstag Mittag direkt die Intensivstation bezog. Haarscharf schlitterte er an einem Tubus mit Sedierung vorbei und schockte uns sehr. Inzwischen durften wir zwar auf Normalstation umziehen, doch es geht ihm weiterhin alles andere als gut.
Bye, bye #WestFam… bye, bye große Chance. Hallo unnötige Kosten, Krankenhaubetten und Pflegepersonal.

Auf die Gefahr hin, dass es sich vollkommen falsch liest… unsere Kinder gehen immer immer i m m e r vor!
Keine Sekunde zögerte ich, nicht einen Moment bereue ich es. Dennoch stimmt es mich traurig. Es war mehr als „nur“ ein Bloggerkongress, mehr als „nur“ eine berufliche Chance, es ist eher etwas ganz persönliches.

  • Ich hätte meine Angst überwunden und hätte ein Event mit vielen fremden Menschen besucht. So wie ich bin.
  • wir freuten uns schon sehr auf die Tage bei meiner Herzdame und ich hätte nach über 1 Jahr endlich mein Patenkind zum ersten mal gesehen
  • außerdem hätte ich meine langjährige Bloggerkollegin Mamamulle kennengelernt

Manchmal ist es einfach frustrierend, so gar nichts planen zu können. Eigentlich war mir irgendwie, irgendwo in mir schon klar, dass es wieder nicht klappen wird und doch habe ich alle Hoffnung in dieses Wochenende gesetzt. Vielleicht ist es dieses mal anders, dachte ich und wurde eines besseren belehrt. Für die kommende Zeit heißt das also, dass ich lieber nichts mehr plane und spontan die guten Tage nutze, um nicht wieder und wieder alles absagen zu müssen.
Wie sagte der Stationsarzt in einem anderen Zusammenhang so schön „Ihr Kind hat einfach eine schwerst kranke Lunge, da steckt man so ganz und gar nicht drin.“
Egal wie gut es im einen Moment scheint, in 5 Minuten kann es schon ganz anders aussehen, denn seine Lunge ist krank. Sehr sehr krank. Vor einigen Jahren noch, hatten Kinder wie er überhaupt keine Chance.
Wir müssen uns „einfach“ bewusst machen, dass die Zeit dir wir mit ihm haben wertvoller ist, als unsere eigenen Wünsche, denn im schlimmsten Fall bringt sie uns niemand zurück.

Errechneter Geburtstermin

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Nachtrag 14.12.2015

Heute ist ein ganz besonderer Tag, denn heute wäre Dein errechneter Geburtstermin gewesen.
Der Tag, an dem Du laut Rechnung zur Welt kommen würdest & der, ab dem gerechnet wird. Korrigiert befinden wir uns also seit heute nicht mehr in der Schwangerschaft, sondern ganz offiziell im Leben außerhalb der Gebärmutter. Frisch geschlüpft und doch gleichzeitig schon 3 Monate alt… Wochen und Tage, in denen Du viel durchlebt hast & eine Zeit, in der wir Dich besser kennenlernen durften, als es schwanger je möglich gewesen wäre. Du bist nicht mehr „das Baby“, sondern unser Junge. Wir müssen uns auch nicht mehr an Dich gewöhnen, denn Du hast unsere Herzen schon lange im Sturm erobert. So sehr, dass ich am Abend im Bett liege und wehmütig mit großem Vermissungsschmerz an Dich denke.

Vielleicht wärst Du nun schon geboren, oder wir würden noch sehnsüchtig auf Deine Ankunft warten. Möglicherweise wärst Du auch wie gehofft spontan auf natürlichem Weg zur Welt gekommen und nicht per Kaiserschnitt mit Vollnarkose. Doch was wäre wenn, vielleicht und haste nicht gesehen. Du bist hier und das ist das einzige das zählt.

Kaum zu glauben ist der Gedanke, dass Du mit Deiner aktuellen Größe noch in mir schwimmen solltest. So ein kleiner, fertiger und vollkommen perfekter Mensch in meinem Bauch, der nur darauf wartet, voll Elan ins Leben zu starten. Durch Dich wurde mir bewusst, dass ich es nicht zu schätzen wusste, Deine Schwester in der 40. SSW geboren zu haben. Gleichzeitig hast Du uns gezeigt, dass ihr kleinen Würmchen schon früh wie ganz normale, etwas zu kleine Babys ausseht und trotzdem noch Eure Zeit braucht, um zu reifen. Anhand Deiner Enstehung & Entwicklung konnte ich verstehen, wie aus Zellen Leben und daraus ein richtiges Menschenkind wird. Ein lebendes, fühlendes, starkes Lebewesen!

Wenn ich Dich in meinen Armen halte und sehe, was aus Dir geworden ist, kann ich nicht begreifen, wie von einem Schwangerschaftsabbruch die Rede sein konnte. Niemand wusste, ob und wie Du Dich entwickelst, doch aus einem eventuellen Abbruch wurde so ein bezaubernder Zwerg, dass ich um so glücklicher darüber bin, an Dich geglaubt zu haben. Ich wusste, dass wir all das schaffen würden und habe nicht daran gezweifelt Dich zur Welt zu bringen, ganz egal wie es gekommen wäre.
Du hast bewiesen, dass ich mich auf mein Gefühl verlassen kann, dass Du stark bist und um jeden Preis leben möchtest. Du weißt nicht wie froh ich bin, dass ich recht behalten und Dich nun bei uns habe. Die Klinikzeit, die Wochen der Trennung, der emotionale Stress – all das ist so nebensächlich, denn Du darfst leben!

Heute sehe ich Dich an und bewundere das 2210 g Baby, das sich aus den 640 g Haut & Knochen entwickelt hat. 45 cm Mensch, fast so viel wie klein Bambi bei ihrer Geburt. Ob Du bei einer normalen Schwangerschaft wohl größer als sie gewesen wärst? Und schwerer? Vielleicht sogar als Weihnachtskind?
Wie Du Dich wohl entwickeln wirst? Zum Musterschüler, oder Grobian? Kommst Du mehr nach mir, oder nach dem Papa?

Hach, wie lange haben wir auf diesen Tag gewartet. Darauf & auf die Gewissheit, dass Du ein Leben das gelebt werden will vor Dir haben wirst.

*Meilensteine*

Die beste Zeit des Jahres

Seit genau 14 Tagen, liegt unser Elfenbaby nun schon isoliert, vor 7 Tagen hat mein Held seine letzte Klausur geschrieben & heute die schriftliche Prüfung für den Ausbilderschein. Montag in einer Woche muss er zwischen seinem Urlaub noch genau 3 Tage arbeiten und hat dann endlich endlich frei – den kompletten restlichen Dezember um genau zu sein.
Ich bin froh, dass er dann wieder Luft hat und mir ein wenig den Rücken stärken kann. Hinter uns stand er die ganze Zeit, doch durch die Klausurphase war er so im Stress, dass er für überhaupt nichts Zeit hatte.
Die letzte Hochschulphase hat genau an dem Tag begonnen an dem ich stationär aufgenommen wurde & von der Ambulanz direkt in den Kreißsaal kam. Zwei Tage später erblickte unser Elf schon das Licht der Welt und stellte alles auf den Kopf. Zeit zum lernen? Null! Fehltage in der Hochschule? Unzählbar. Ständig war etwas anderes und so hatte er am Ende ordentlich viel nachzuholen.

Bis letzten Samstag hatte er seinen kleinen Jungen genau einmal auf dem Arm und ihn in den letzten Wochen max. 5-10 Minuten am Tag gesehen… wenn überhaupt. Ich musste das meiste also alleine tragen und wäre ohne meine Familie, die mich gefahren oder Bambina genommen hat aufgeschmissen gewesen. Nun kann hoffentlich etwas Ruhe einkehren und ich spüre deutlich, wie sich mein Körper nach etwas Entlastung sehnt. Auch wenn die kommende freie Zeit zum Großteil dafür draufgehen wird, die klassische Singlewohnung wieder familientauglich zu machen. Doch allein das Gefühl, Arztgespräche nicht mehr ausschließlich alleine führen zu müssen, Entscheidungen gemeinsam zu treffen und gemeinsam zu essen, erleichtert ungemein. Plötzlich ist man wieder Paar, Eltern und Familie, ohne wenn und aber.

Ich freue mich auf die kommende Zeit – Umbau eines Bettchens zum Beistellbettchen, aufstellen des Wickelregals, das nach der „auf dem Wickelplatz wickeln“-Zeit als weiteres Bücherregal dienen wird, nähen der Stoffwindeln, das Binden der Tragetücher üben, Kleidung waschen und in den Schrank sortieren, die Wohnung und das Leben ausmisten, tägliches kuscheln mit unserem Elfen und letztendlich der Tag der Entlassung.
Momentan steht der Kurs also ganz hoch auf Baby und Familie, denn endlich können wir davon ausgehen, dass unser kleiner Schatz all die ganzen Dinge auch benutzen wird. So doof die Kliniksituation und die Belastung auch ist, gerade durchleben wir die beste Zeit des Jahres 2015. Wir haben unser Baby, er lebt und entwickelt sich und nach all den langen Monaten, müssen wir endlich keine akute Angst mehr haben, dass uns dieses Glück genommen wird. Wir sind Zweifacheltern, mit allem was dazu gehört <3