[unerfüllter KiWu] Blutung auslösen und die doofe Warteschleife

Ein Hallo an all die Kinderwunschpaare da draußen 🙂

Ich verrate Dir nun etwas, denn es ist komplizierter diese Kinderwunschreihe zu schreiben, als ich es mir vorgestellt hatte. Immer wieder fällt mir bei der Planung meiner Beiträge auf, dass ich das ein oder andere Detail schon vollkommen vergessen habe und mich teilweise erst noch mal erkundigen muss, ob das was ich im Kopf habe auch tatsächlich stimmt. Manches liegt einfach schon sehr lange zurück und so bin ich etwas erleichtert, dass ich Dir heute von etwas erzählen kann, das noch gar nicht so lange her ist.

Wenn Dein Partner und Du ganz am Anfang Eures Kinderwunsches steht, hast Du Dich eventuell schon gefragt, wie und wann Du denn mit der Stimulation beginnen sollst, wenn Du so normal gar keine, oder nur selten und unregelmäßig Deine Periode hast. Solltest Du in einigermaßen absehbaren Zeiträumen Deine nächste Regel bekommen, würde ich persönlich keine Blutung auslösen, da jedes Hormon einfach in den Körper eingreift. Immer wieder ist es jedoch so, dass Frau einfach keine Zyklen hat, oder ganz unregelmäßig alle paar Monate mal blutet – dann kann es sehr sinnvoll sein, die Blutung künstlich auszulösen.
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die ich zwar sicherlich nicht alle kenne, doch ich berichte ja auch nur von meinen eigenen Erfahrungen.

Duphaston
Ich beginne direkt mit dem Medikament, das ich persönlich am besten vertragen habe und das in 2 von 3 Fällen tatsächlich auch zu einer Blutung geführt hat.
Der Wirkstoff Dydrogesteron ist ein Gestagen und dem köpereigenen Progesteron (Gelbkörperhormon) sehr ähnlich, wodurch sich zuerst Gebärmutterschleimhaut aufbaut, oder aufrecht erhalten wird. Nach ca. 10 Tagen setzt man das Medikament ab und es kommt durch das nun fehlende Progesteron zu einer Hormonentzugsblutung, bei der der erste Tag als Zyklustag 1 gezählt wird.

Nebenwirkungen hatte ich nicht wirklich, abgesehen von der letzten und auch erfolglosen Einnahme, bei der meine depressive Stimmung deutlich verstärkt wurde.

Chlormadinon
Ebenfalls ein Gestagen, das die gleiche Wirkungsweise hat wie Duphaston.
Ja nach Arzt nimmt man sie 5 – 12 Tage und erzielt dann durch absetzen die oben genannte Entzugsblutung

Einnahmehinweise meines Arztes aus dem Jahr 2010

Utrogest & Ethinylestradiol
Meine ersten beiden Blutungen habe ich mit einer Östrogen-Gestagen Kombination ausgelöst, was ich im Nachhinein allerdings nicht wieder tun würde. Die Nebenwirkungen waren einfach schlimm und es gibt so viele einfachere Möglichkeiten.
12 Tage lang musste ich 200 mg Progesteron oral einnehmen, zusätzlich an den ersten 3 Tagen 50 ug Etinylestradiol (Estrogen/Östrogen) und an den weiteren 9 Tagen je 25 ug. Den genauen Hintergrund kenne ich nicht, doch da Östrogen-Gestagen-Kombinationen auch zur Verhütung eingesetzt werden, vermute ich, dass es für 12 Tage die Pille imitieren sollte. Nebenbei bauen beide Hormone die Gebärmutterschleimhaut auf und führen somit zum gewünschten Erfolg.
Funktioniert hat es zwar, doch mein Kreislauf war bei beiden Einnahmezyklen vollkommen im Keller und mein Blutdruck lag gerne mal bei 70/35…

Pille
Sehr beliebt scheint auch der Einsatz einer Pille für 1 Monat zu sein, was ich persönlich fragwürdig finde, da die Pille bei derartigen Kurzzeiteinnahmen erst mal alles durcheinander würfelt und anschließend direkt wieder abgesetzt wird, ohne dass sich der Körper darauf einstellen konnte. Noch dazu haben diverse Pillen bei mir häufig erst gar keine Blutung ausgelöst 😉
Daher würde ich persönlich der Auslösung durch eine Pille nicht zustimmen und sie im Fall der Fälle zumindest für (lange) 3 Monate nehmen.
(Die Pille eine gewisse Zeit lang zur Regulation des Zyklus einzusetzen ist wiederum etwas vollkommen anderes & hat mit diesem Thema nichts zu tun)

Puuuh, das war nun ganz schön viel Medizin & Hormonkram… ich weiß nicht, wie genau es Dir in dieser Situation geht, doch ich habe zwei verschiedene Gefühle kennengelernt. Je nach Zyklus und tiefe des akuten Kinderwunsches, fühlte sich die Zeit des Auslösens und stimulierens endlos an… die Warteschleife dann noch länger und überhaupt zog sich alles wie ein zäher Kaugummi in die Länge. In anderen Zyklen war ich richtig beschwingt endlich/wieder etwas aktiv für den Wunsch zu tun und die Zeit bis zum Eisprung verflog wie im Flug. Davor der ein oder andere Ultraschall, gefolgt von der Auslösespritze und der Euphorie, dass nun in ca. 36 Stunden der Eisprung stattfinden wird und man auch wirklich die richtige Menge Sex haben möchte, um DEN Treffer dabei zu haben. Doch dann ging der Höhenflug abwärts, denn die Warteschleife von 14 Tagen ab Eisprung wollte einfach nie nie nie vergehen. Immer wieder musste ich daran denken und konnte es kaum erwarten, endlich testen zu können. ES+8 begann meistens die schlimmste Zeit, denn ich stand soooo kurz davor eventuell einen postiven Test in den Händen zu halten und doch vergingen genau diese Tage am langsamsten von allen.

Aus Erfahrung gebe ich Dir nun also den gut gemeinten Rat, Dir eine Beschäftigung zu suchen, anstatt immer und immer wieder darüber nachzudenken, ob es nun geklappt hat oder nicht. Am besten ist es, wenn Du es schaffst, das Warten in Deinen Alltag zu integrieren und so normal wie möglich weiter lebst. Das ungeduldige hibbeln verkürzt die Zeit nicht – 14 Tage sind 14 Tage und doch kommen sie einem SO viel länger vor, wenn man sich ständig damit beschäftigt.
Nutze die Zeit, die Du jetzt noch hast und lese ein gutes Buch, male, singe, tanze, boxe, oder was auch immer Dein Hobby sein mag – LEBE! Für Dich, Deine Beziehung und eine entspannte Atmosphäre für Euer eventuell gerade entstehendes Wunder 🙂

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* ich berichte über meine eigenen Erfahrungen und ohne jegliche medizinische Ausbildung.
Für den fachlichen Wahrheitsgehalt übernehme ich keine Haftung

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