[unerfüllter Kiwu] Erster Termin in der Kinderwunschpraxis

Nachdem uns klar wurde, dass wir mit Clomifen nicht weiter kommen und nur unnötig Zeit und Nerven vergeuden, habe ich einen Termin in einer Kinderwunschpraxis vereinbart.
Die Wahl fiel auf eine eigenständige Praxis und nicht auf der Kinderwunschzentrum der Uniklinik, da wir schon eine Tochter haben und im Grunde wissen, woran es liegt. Ich mochte es, dass dort alles so unkompliziert ablief und wir nicht noch Zeit mit einem weiteren Monitoring „verschwenden“ mussten. Doch für alle anderen Fälle rate ich persönlich zu einer Uniklinik, denn ich habe leider schon sehr oft mitbekommen, dass es gerade in externen Kinderwunschpraxen hauptsächlich um den Gewinn geht. Fehlende Untersuchungen, wodurch keine idealen Bedingungen entstehen und letztendlich hat man seine Nerven unnötig strapaziert und ein ganzes Stückchen Geld verloren, obwohl es eventuell gar nicht hätte klappen können. Ist bei Dir also noch nicht geklärt warum es nicht klappt, opfere lieber noch ein wenig Zeit für eine ordentliche Diagnostik, als ins Dunkle hinein mit den Behandlungen zu beginnen.
Die Praxis in der wir waren, hat einen sehr sehr guten Ruf und ich habe mich auch immer rund um wohl gefühlt, doch auch mir selbst ist aufgefallen, dass eigentlich zu wenig untersucht wurde. Natürlich war ein Grund bekannt, doch es könnten auch andere Gründe vorliegen, was aber eben gar nicht erst zur Sprache kam und somit auch nicht abgeklärt wurde. Dafür konnten wir direkt starten und da wir vor dem ersten Termin schon wussten, was wir gerne hätten, war das für uns auch okay so.

Nach der Vereinbarung des Termins, bekamen wir 2 Fragebögen und eine Wegbeschreibung gemeinsam mit der Terminbestätigung zugeschickt. Leider habe ich damals keine Kopie davon gemacht, doch es ging hauptsächlich darum, wie lange man schon versucht schwanger zu werden, was bisher versucht & untersucht wurde, ob man schon Kinder (mit dem selben Partner) hat, wie diese entstanden sind und die gesundheitliche Vorgeschichte. Außerdem scheint es wichtig zu sein, ob es andere kinderlose Frauen in der Familie gibt, dort Krankheiten vorhanden sind, welche Medikamente man nimmt und wie der eigene Zyklus so ist.
Ich war damals ein wenig überwältigt von der Anzahl der Fragen und wusste manchmal auch nicht so genau, wie ich antworten soll. Eine Woche vor Termin sollten die Fragebögen wieder in der Praxis vorliegen und letztendlich war alles gar kein Problem, da wir die wichtigsten Dinge dann eh noch mal mit dem Arzt besprochen haben.

Zuerst mussten wir etwas auf den Termin warten, hatten aber dennoch Glück, da kurz zuvor jemand abgesagt hatte und wir den freien Platz bekommen haben. Die Wartezeit kann gut und gerne mehrere Monate betragen, weil die Praxen einfach ziemlich voll sind und eine Kinderwunschbehandlung keine Sache von 5 Minuten ist. Kommt der Tag dann aber immer näher, wird es plötzlich aufregend. Ich ging alles immer wieder im Kopf durch, überlegte mir Fragen und hatte Angst etwas wichtiges zu vergessen, immerhin ging es ja darum unseren großen Wunsch nach einem zweiten Kind zu erfüllen und nicht um die Abklärung von Kopfschmerzen.
Am Abend zuvor war ich richtig nervös und kurz vor dem Termin versuchte ich zur Ruhe zu kommen, um einen klaren Kopf zu haben. Denn was kann schon schlimmes passieren? Abgesehen davon, dass man aus diversen Gründen eventuell nicht behandelt wird, könnte höchstens noch der Arzt doof sein, woraufhin wir dann eh gewechselt hätten. Gerade in diesem Bereich ist es wichtig sich wohl zu fühlen und nicht jeden Termin mit einem unguten Gefühl wahrzunehmen.

In der Praxis angekommen, meldeten wir uns an und sollten noch kurz im Wartezimmer Platz nehmen. Kurz darauf durfte mein Held auch schon zum Spermiogramm und ich wurde in ein kleines Zimmerchen mit Computer gebracht. Dort wurde ein Foto von meinem Gesicht gemacht, das direkt mit meiner Akte verknüpft war, so dass auch wirklich niemand kommen und behaupten konnte er/sie wäre ich. Anschließend musste ich noch ein paar Fragen beantworten und etwas unterschreiben, das besagte, dass die Beratung in unserem Wunsch geschieht.
Im Wartezimmer traf ich dann wieder auf meinen Mann und während das Spermiogramm ausgewertet wurde, machte der Arzt schon mal einen Ultraschall der Eierstöcke und Gebärmutter, wobei er feststellte, dass ich doch sicher schon mal ein PCOS diagnostiziert bekommen hätte. Er fragte, wie unsere Tochter entstanden sei und welche Hormone jetzt beim zweiten Kinderwunsch schon gegeben wurden. Dann sollten wir noch mal auf dem Flur Platz nehmen und als die Ergebnisse des Spermiogramms da waren, wurden wir zum eigentlichen Gespräch ins Sprechzimmer gerufen.

Der Arzt war sehr freundlich und freute sich sichtlich darüber, so junge Patienten wie uns zu haben. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie erleichtert ich war, denn ich hatte damit gerechnet, dass wir uns eher erklären müssen, weshalb wir in unserem Alter denn so unbedingt ein zweites Kind möchten und uns nicht einfach noch etwas Zeit lassen.
Wir sprachen über meinen noch nie vorhanden gewesenen Zyklus, wann und wie lange ich die Pille genommen habe, im wievielten Hormonzyklus Bambina entstanden ist und wie genau das alles ablief. Er klärte uns über die Fruchtbarkeit meines Helden auf, welche Möglichkeiten und Hormone uns zur Verfügung standen und was er empfehlen würde. Unsere Meinung hatte einen genauso großen Einfluss auf den weiteren Verlauf und so wurde nicht FÜR sondern MIT uns entschieden, wie es weiter geht. Das war besonders mir sehr wichtig, da ich mich nicht gerne ausschließlich auf Ärzte verlasse und vor allem beim Thema Kinderwunsch ein eindeutiges Mitspracherecht haben möchte.
Letztendlich einigten wir uns darauf, dass wir es erst mal mit Inseminationen versuchen würden, da unsere damalige Krankenkasse künstliche Befruchtungen bei Paaren unter 25 finanziell nicht unterstützte und wir noch 15 Monate warten mussten, bis wir die KV wechseln konnten. Außerdem wollte ich meinem Körper gerne noch die Chance geben, auf eine etwas natürlichere Art ein Kind entstehen zu lassen und nicht gleich mit einer Befruchtung außerhalb des Körpers beginnen.

Mir wurde gerade ein Rezept für Progestan (Gelbkörperhormon), Duphaston (Blutung auslösen) & Brevactid (Eisprung auslösen) ausgestellt und so konnte ich auch direkt mit der Stimulation beginnen. Bist Du erst mal als Patient in der Kinderwunschpraxis/klinik aufgenommen und unter Hormonen, wartest Du auch nicht mehr unnötig auf Deine Termine, sondern bekommst eigentlich immer zeitnah einen zu Deinem Zyklus passenden zugeteilt.
Wenn Du an diesem Punkt angekommen bist, kannst Du nur noch abwarten, regelmäßig Deine Medikamente nehmen und Deine Lebensweise so umstellen, dass Du die besten Vorraussetzungen für eine Schwangerschaft hast 🙂

Viel Erfolg auf Deinem Weg und bei der Entscheidung für Deinen Kinderwunscharzt <3

IMG_0135* ich berichte über meine eigenen Erfahrungen und ohne jegliche medizinische Ausbildung.
Für den fachlichen Wahrheitsgehalt übernehme ich keine Haftung

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