[unerfüllter KiWU] Clomifen & Letrozol

Nachdem Du wegen Eures Kinderwunsches bei Deinem Arzt warst, hast Du nun eventuell schon ein 1-3 monatiges Zyklusmonitoring hinter Dir, bei dem genau beobachtet wurde, wie sich Deine Eierstöcke und die Hormone verändern. Vielleicht wurde dabei festgestellt, dass überhaupt kein Eisprung stattgefunden hat, die Follikel, in denen sich die Eizellen befinden nicht ausreichend gewachsen sind, oder Du polyzystische Ovarien hast (dazu später mehr). Möglich ist auch, dass Dein Arzt einfach der Meinung ist, dass hormonelle Unterstützung nicht schaden könnte und hat Dir wahrscheinlich zu Clomifen geraten.
Manche Ärzte kontrollieren Deinen Zyklus erst gar nicht und beginnen direkt mit der Hormonstimulation, was leider viel zu oft vorkommt.
Ich kann verstehen, dass Du Dich darüber freust, nicht erst noch Zeit für Beobachtungszyklen zu vergeuden, doch es ist gut möglich, dass genau das Dir im Endeffekt viel Zeit und Nerven spart, da Du direkt richtig behandelt werden kannst. Mein Rat ist, Dich richtig untersuchen zu lassen!

Vielleicht versucht Ihr es schon eine ganze Weile und jetzt geht es endlich so RICHTIG los. Ich kenne dieses Glücksgefühl und die damit verbundene Hoffnung sehr gut. Man wartet und wartet, wird Monat für Monat enttäuscht und plötzlich soll es da etwas geben, dass dabei helfen kann den größten Wunsch zu erfüllen. Unglaublich, oder?
Doch es ist tatsächlich wahr, mit der Packung Clomifen/Letrozol hältst Du eine Chance in Deinen Händen bald positiv zu testen und darfst Dich wirklich und ganz ehrlich darüber freuen. Versuche Dir keinen Kopf darum zu machen, dass es scheinbar nicht ganz natürlich klappt und so schwer es auch ist, versteife Dich nicht zu sehr darauf – weder Du noch Dein Partner. Zu schnell wird es dann zu einer „Last“ – Sex nach Terminkalender, nur um eine Befruchtung zu erzielen und Ihr als Paar bleibt auf der Strecke. Macht es Euch schön, versucht die Zyklen in den Alltag zu integrieren und lasst Euch nicht davon bestimmen 🙂

Clomifen regt sozusagen die Ausschüttung der Gonatropinen FSH & LH im Gehirn an und sorgt damit im besten Fall dafür, dass die Eibläschen in Deinen Eierstöcken schön heranreifen, um anschließend springen zu können. Wenn trotzdem kein Eibläschen springt, kann im Folgezyklus zusätzlich hcg zum Auslösen des Eisprungs gespritzt werden.
Die Standardeinnahme des Medikament liegt bei den meisten Frauen mit PCO bei 100 mg/Tag für fünf auf einander folgende Tage. Ob Dein Arzt Dir nun sagt, dass Du sie von ZT 3-7 einnehmen sollst, oder von Tag 5-9 spielt dabei überhaupt keine Rolle. Sinn4voll ist es, erst mal mit 50 mg zu beginnen und dann zu schauen, ob die Dosis nicht vielleicht schon reicht.
Ich weiß, dass es Fälle gibt, in denen Clomifen über 10 Tage gegeben wird, doch darüber kann ich nichts sagen, da ich selbst nur davon gelesen habe.

Ca. 3 Tage nach der letzten Tablette sollte ein Ultraschall stattfinden, bei dem geschaut wird, wie groß Deine Follikel schon sind. Wird mit hcg ausgelöst, muss man meistens in den folgenden Tagen erneut zum Arzt, da die notwendige Größe häufig noch nicht erreicht ist. Perfekt wären 20 mm, doch schon ab 18 mm bezeichnet man ein Eibläschen als sprungreif, da die Chance sehr hoch ist, dass es auch tatsächlich springen wird. Ungefähr 36 Stunden nach der Auslösespritze sollte dann der Eisprung stattfinden und für diesen Zeitraum solltet Ihr natürlich auch Geschlechtsverkehr einplanen. Doch Vorsicht, weniger ist oft mehr, da es nicht auf die Häufigkeit, sondern die Qualität der männlichen Samen ankommt – viele raten deshalb zu jedem 2. Tag.
Wird nicht ausgelöst, springt das Ei im Schnitt innerhalb der nächsten 7 Tage und manche Ärzte kontrollieren sogar, ob tatsächlich ein Eisprung stattgefunden hat.
Die Ultraschalluntersuchungen sind allerdings nicht nur wegen der Größe wichtig, sondern auch unbedingt notwendig, um auszuschließen, dass sich mehr als 1 oder maximal 2 sprungreife Follikel gebildet haben. Ich keine eine Frau, die bei 25 mg Clomifen 5-6 Follikel hatte und somit kaum einen Zyklus wirklich nutzen konnte.

Da Clomifen nicht selten dazu führt, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nicht ordentlich aufbaut, greifen einige Ärzte zur (besseren) Alternative Letrozol. Da ich das Medikament leider nicht vertragen habe, mussten wir den Zyklus am dritten Tag der Einnahme beenden, wodurch ich keinerlei Erfahrungen damit habe.
Clomifen habe ich dagegen immer sehr gut, hier und da mal ein paar Kopfschmerzen und ansonsten ging es mir darunter wie immer. Nur die Gebärmutterschleimhaut, die wollte einfach nicht so wie sie sollte.

Die Wirkungsweise von Clomifen und Letrozol werden bei Medscape sehr gut verglichen und wer es gerne in einem kurzen Artikel auf Laiendeutsch zusammengefasst lesen möchte, wird beim Deutschen Ärzteblatt fündig.

Ich hoffe ich kann Dir hiermit ein klein wenig weiter helfen und solltest Du noch Fragen haben, kannst Du mir gerne einen Kommentar hinterlassen, oder über das Kontaktformular schreiben 🙂

Im nächsten Teil meiner Kinderwunschreihe geht es um folgendes Thema:
Blutung/Eisprung auslösen & die Zeit bis zum NichtMensTag

lena

* ich berichte über meine eigenen Erfahrungen und ohne jegliche medizinische Ausbildung.
Für den fachlichen Wahrheitsgehalt übernehme ich keine Haftung

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