Vertrauen in die eigene Kraft 



Ich schaffe das nicht… ich kann einfach nicht…. das ist zu viel… zu schwer… und ich bin doch so schwach„, schluchzte die bitterlich weinende Person mir gegenüber. Ich spüre das dunkle Schwarz das sie umgibt und kann ihre Überforderung förmlich nachempfinden.

Diese Person könntest Du sein, oder Du oder Du. Jeder von uns kennt diese Momente der puren Verzweiflung, wenn eine Aufgabe einem unbezwingbaren Berg gleicht. Für den einen mag es sich dabei um einen Anruf handeln und für Dich ist es vielleicht die bevorstehende Prüfung. Oft sind es Kleinigkeiten die dafür sorgen, dass Aufgaben unlösbar wirken und die Frage ist, wie Du damit umgehst.

Häufig habe ich mich davor gedrückt, indem ich mich versteckt habe und den schwierigen Situation damit einfach aus dem Weg gegangen bin. Nicht selten hat diese Methode gut funktioniert, doch erstens ist es nicht immer möglich, zweitens auch nicht ideal. Weglaufen war noch nie gut und beschert einem oft noch viel größere Folgeprobleme, als man eh schon hat.

Doch wie geht man sonst am Besten damit um, wenn einem alles über den Kopf zu wachsen droht? 

Ich stecke gerade in zwei verschiedenen Situationen dieser Art und möchte immer wieder sagen, dass ich einfach nicht kann und es nicht überstehen werde. Doch das ist Unsinn, denn auch wenn es sich unmöglich anfühlt, hat mir die Erfahrung doch gezeigt, dass die Zeiten irgendwann zu Ende gehen und ich dabei eben doch nicht umgekommen bin. Den perfekten Weg gibt es nicht und grundsätzlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie es für den jeweiligen Moment richtig ist. Ich wünschte ich könnte mir nun DIESE EINE Universallösung aus den Ärmel schütteln und Dir vorlegen, ein Weg der immer  funktioniert und das Problem löst, doch das kann leider niemand.

Früher… das heißt noch vor einem Jahr, habe ich gerne die Wirkung von Medikamenten ausgenutzt, um alle Schwierigkeiten effektiv von mir zu schieben. Ein unkomplizierter Weg, der sicher auch oft gut funktioniert, aber ist es nicht viel schöner andere Methoden zu finden, um der Überforderung zu entfliehen? Aus eigener Kraft das Dunkle zu besiegen und sich nicht von kleinen Pillen abhängig zu machen. 

Meistens hilft es schon sehr gut, wenn man sich seine eigenen kleinen Ruheoasen einrichtet, in die man sich zurück ziehen kann. Das kann ein realer Ort ganz in der Nähe sein, doch auch mit Hilfe der Vorstellungskraft, lässt es sich gut arbeiten.
Suche Dir für Dich dieses innere Bild, das vollkommene Ruhe ausstrahlt und bilde Dir daraus Deinen ganz persönlichen Ort der inneren Ruhe. Reise immer wieder an diesen Platz und mit der Zeit wird es einfacher werden, Dich dabei auch zu entspannen.
Für mich ist das zum Beispiel eine Art chinesischer Garten. Ein Weg aus kleinen weißen Steinen führt zu einem kleinen runden Steinpavilion, in der Mitte steht eine Bank und das Gebilde ist von Rosen und Kirschblüten umrankt. In meiner Vorstellung laufe ich diesen Weg entlang und spüre wie die Last mit jedem Schritt kleiner wird und wenn ich an meinem Ziel angekommen bin, fühle ich mich sicher und geborgen. Achte auf Deine Atmung und wenn Du schon Erfahrung mit anderen Entspannungstechniken gemacht hast, kannst Du einfach Teile davon verwenden. Meine Sorgen lasse ich beim Ausatmen mit Hilfe von platzenden Seifenblasen ziehen und beim Einatmen nehme ich die positive Energie die ich mir wünsche in mir auf. 
Doch verzweifle nicht, wenn Du keinen Erfolg dabei hast, denn nicht jeder reagiert gleich darauf.

Es ist wichtig, sich auch im hektischen Alltag immer wieder kleine Auszeiten zu nehmen, um nicht vollkommen im Stress unter zu gehen. Sei es ein kleiner Spaziergang am Abend, ein Wochenende bei Freunden, ruhige Minuten um kurz in einem Buch zu blättern, oder eine warme Dusche.
Nicht selten fehlt in Momenten der seelischen Überforderung die Kraft für all diese Kleinigkeiten, doch wenn man sich aufrafft, wird man dafür belohnt.

Wie oft liege ich in solchen Momenten kraftlos und am Ende meiner Kräfte unter meiner Bettdecke und ertrage nicht ein einziges Geräusch. Ich möchte weinen, doch es geht einfach nicht und der Gedanke etwas positives für mich zu tun ist wie ein schlechter Witz. Doch im Endeffekt tut es einfach gut. Danach hat sich nicht alles einfach so in Luft aufgelöst und oft bin ich noch kraftloser als zuvor, doch das Gefühl ändert sich. In die vollkommende emotionale Überlastung kommt ein klein wenig Entspannung und die Gewissheit mir selbst nicht vollkommen ausgeliefert zu sein.

Wir neigen dazu, uns weniger zuzutrauen, als wir eigentlich leisten können. Wir unterschätzen gerne die Kraft, die in uns brodelt und nur darauf wartet eingesetzt zu werden. Es ist ein übermächtiges Gefühl, sich bewusst zu machen, was wirklich in uns steckt und welche Kräfte wir mobilisieren können, um zu überleben.
Ich sage nicht, dass es Dir gut dabei geht, doch ganz tief in Dir schlummert die Fähigkeit auch schwierige Situationen zu meisten und zu überstehen. Unsere Seele hat so viele Möglichkeiten sich selbst zu schützen und auch wenn Du das in diesen schrecklichen Momenten nicht sehen kannst & einfach nur aufgeben möchtest… bleibe stark und vertraue auf Dich selbst, Deine innere Kraft und Selbstheilungsmechanismen.

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