Was bedeutet es, dieses „Kindern etwas bieten“? 

Vor einigen Wochen sagte eine langjährige Freundin, dass sie es doof findet jung Kinder zu bekommen, man könne ihnen ja immerhin gar nichts bieten. Meinen Blick dazu könnt ihr euch denken, so als junge Mutter. 
Sie sprach weiter „Ich will mit meinen Kindern ja auch mal ins Phantasialand“ – Phantasialand bedeutet für sie also „Was bieten“. Dazu sei gesagt, dass auch wir ins Phantasialand gehen 😉 

 Was heisst es nun also, seinen Kindern was bieten zu können? Müssen die Kinder in Markensachen rum laufen, immer das teuerste vom teuersten haben? Jedes Jahr einen Urlaub im 5* Hotel? Ein Zimmer voller Hightechspielzeug und zu Weihnachten mit 5 nen iPad? Was bedeutet es?

Geht es tatsächlich um materielles? Oder darum, dass das Kind einen Englisch- und Chinesischkurs bestenfalls noch im Kindergarten absolviert? Geht es dabei lediglich um materielle und finanzielle Aspekte?
Ich bin mit 17 schwanger geworden, mit 18 Mama. Ich habe nie vom Staat gelebt und nicht meine Eltern haben mein Kind groß gezogen, sondern ich alleine! Konnte ich meiner Tochter somit überhaupt was bieten? Meiner Meinung nach- Ja! Sie hat nie zu hören bekommen „das können wir uns nicht leisten“, wir haben Ausflüge gemacht, sind geflogen, sie hatte immer qualitativ hochwertiges Essen, Kleidung und Spielzeug! Aber woran es ihr am wenigsten fehlte waren Liebe, Respekt, Akzeptanz und Aufmerksamkeit!
Denn das ist es, was ich meinen Kindern in erster Linie bieten möchte! Ein Kind braucht keinen Reichtum, klar wenn er da ist, dann erleichtert es einiges, doch das macht keinen guten Menschen! In erster Linie müssen wir darauf schauen, was unsere Kinder später für Menschen sein sollen, und das ist nicht messbar am Aussehen und Statussymbolen! Ich möchte meinen Kindern etwas bieten und ich habe ihnen immer etwas geboten. immer nur das Beste!
Eine Kindheit. Eine Bäumekletternde, wasserschlachtkämpfende, matschige, lustige, erfüllende Kindheit!

Liebe pacman_rockt ich danke Dir sehr für Deine Worte, denn genau SO sehe ich es auch.

Wir hatten Zeiten, in denen es bei uns durch 460 € ALG1 so eng war, dass wir uns nur Kartoffelpüree aus der Tüte leisten konnten. 10 Portionen fur 1€ und mehr Geld hatte ich auch nicht zur Verfügung. Dennoch ging es klein Bambi gut und sie hat nicht mal mitbekommen, dass fianziell so gar nichts drin war. Wie auch? Einem Kind ist es nicht wichtig, ob genug Geld auf dem Konto ist, wie alt seine Mama in der Schwangerschaft war und ob sie eine abgeschlossene Ausbildung hat.

Vor kurzem hatte ich ein kurzes Gespräch mit einer (inzwischen) ehemaligen Bekannten, die meinte, dass sie es nicht verstehen könne, dass die Krankenkasse unseren Kinderwunsch unterstützt. Bei Paaren über 30 wäre das ja okay, aber in unserem Alter? Immerhin muss man ja auch reif genug für Kinder sein, weshalb Kinderwunsch und Familienplanung vom Alter abhängig zu machen sind.

Für mich als junge Mama ist das vollkommener Unsinn, denn seit wann sagt die Zahl des Alters etwas darüber aus, ob und wie reif man ist? Versteht mich nicht falsch, ich halte auch nichts von (jungen) Paaren, für die ein Baby ein tolles Püppchen ist, das mit dem Gedanken geplant wird, dass der Staat oder Mum & Dad es schon finanzieren und sich zur Not auch darum kümmern werden, wenn es nervt. Doch eine Grenze zu setzen, ab wann der Kinderwunsch okay ist, halte ich schlichtweg für falsch. 

Ich bin eine junge, chronisch kranke Mama ohne abgeschlossene Ausbildung. Ja, das macht mich angreifbar und nein, wir werden unsere weitere Familienplanung dennoch nicht daran orientieren. Denn was ich unseren Kindern bieten, beibringen und vorleben kann, ist so viel mehr wert, als das Papier eines Zertifikates.

Von mir lernen sie, wie man nach dem Fall wieder aufsteht und weiter macht. Die bezaubernden Kleinigkeiten des Alltags zu sehen und in sich aufzunehmen. Dass sie auch das schlimmste Ereignis überstehen werden & wieder nach vorne sehen können und was es heißt bedingungslos geliebt zu werden.

Sie werden eine Mama haben, die in guten und schlechten Zeiten an ihrer Seite ist, ihre Wertvorstellung und vieles ihrer eigenen Lebenserfahrung weiter gibt. Eine Mama, die zu Hause mit dem Essen auf sie wartet, bei den Hausaufgaben hilft und auch den ersten Liebeskummer tröstet, falls es gewünscht sein sollte.

Ich möchte ihnen eine Kindheit voll kostbarer Momenten bieten, auf die sie in ihrem späteren Leben zurück greifen können. Eine Zeit, in der sie Tag für Tag etwas neues lernen und erwartungsvoll in jeden neuen Morgen starten. Eine glückliche Kindheit voll Liebe und Geborgenheit.

6 comments

  1. Ist Kinder bekommen nicht das natürlichste und schönste auf der Welt? Das ist es! Wer sich dafür früh entscheidet macht es richtig, auch aus medizinischer Sicht. Danke für den Post. Grüße.

  2. Leider verwechseln viele Eltern eine erfüllte und schöne Kindheit mit materiellen Dingen. Die Kinder brauchen Liebe, sie brauchen Zeit und Verständnis. Leider kapieren das viele nicht. Teure Spielsachen sind total unwichtig.
    LG, Emma

  3. Sehr richtig und wundervoll geschrieben! Mama sein ist der größte Reichtum und hat zum Glück nicht mit materiellem Reichtum zu tun. Ich bin genauso stolz auf meine drei Wunder. War eine recht junge und jetzt eine ältere Mama. Die Gefühle sind gleich. Die Liebe, die Sorge, die Freude, die immer wieder mal blanken Nerven, die Dankbarkeit die drei aufwachsen sehen zu dürfen ❤️❤️❤️

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