Was für ein Tag!

Welche Mama kennt es nicht, das vollkommen überdrehte, freche Kind, das wie von einer Sekunde auf die Andere erschöpft ist und krank wird? Im einen Moment wünscht man sich noch, dass das Kind endlich müde wird und mit dem nächsten Atemzug hustet es, bekommt Fieber und ist plötzlich super anhänglich.
Ich gebe zu, dass es ein wenig überspitzt dargestellt ist, doch ich denke Du weißt genau was ich meine.

Gestern war einer dieser Tage und ich sage Dir, Bambina hat mir meine emotionalen und körperlichen Grenzen deutlich klar gemacht. Alles begann damit, dass sie sich im Bad auszog und mein lila Frosch Putzmittel als Bodylotion benutzte, während ich etwas holte. Woher sie die Flasche hatte, war mir zu diesem Zeitpunkt noch unklar, doch das war erst mal unwichtig. Immerhin war mein Kind schön „eingeseift“ und musste meiner Meinung nach dringend in die Badewanne. Ich habe sicher schon mal erwähnt, dass sie liebend gerne badet und auch ganz gerne mal dafür sorgt extra dreckig zu werden, wenn sie nicht in die Wanne darf. Vergnügt quietschte sie vor sich hin, spritzte ihr Badewasser gegen die Wand und beschloss irgendwann, fertig zu sein. Doch rausheben durfte ich sie erst, als sie auch das letzte Badespielzeug in den dafür vorgesehen Behälter verstaut hatte – tolles Kind *.*
Ich bin durch und durch vernarrt in dieses Kind, doch es dauerte nicht lange, bis sie mir erneut zeigte, dass es Spaß macht verbotene Dinge zu machen. Plötzlich stand sie mit meinen Pastellkreiden vor mir und ließ erst mal die Hälfte fallen. Knacks… gebrochen. Im ersten Moment dachte ich noch, ich hätte vergessen die Kindersicherung zu schließen und sammelte die Stückchen ein, um sie wieder aufzuräumen. Dieses mal schloss ich die Sicherung ganz bewusst und war wirklich froh, dass ich so immerhin ein paar Dinge vor meinem Kletter-ich-komme-überall-hin-Kind retten konnte. Doch keine 2 Minuten später hielt sie mir die Kreide erneut unter die Nase und ich begann an mir zu zweifeln. Hatte ich vielleicht nicht weit genug gedreht? Habe ich die Sicherung geschlossen, ohne die Kreide in den Schubkasten zu legen? Habe ich sie ÜBERHAUPT geschlossen? All die vielen Zweifel verschwanden in dem Augenblick, in dem mir mein kleines Minimonsterchen demonstrierte, wie schön sie die Sicherung schon ganz alleine öffnen und schließen kann. So kam sie also auch an das Putzmittel… nun war mir alles klar!
Inzwischen fand sie es ganz toll, die Kreide auf dem Boden zu verteilen und so ziemlich alles andere damit anzumalen, ganz besonders meine Yoga-Matte. Angespannt nahm ich ihr die Farben erneut weg, „sortierte“ meine sonst sehr penible Reihenfolge einfach irgendwie ein und verstaute den Karton erneut im Schrank. Gerade als ich die Sicherung unnötiger weise verschließen wollte, begann mein Kind bitterlich zu weinen und streckte mir ein Stück grau entgegen, das dringend noch in den Karton muss. Gesagt getan, Mama und Kind glücklich… oder auch nicht.

Obwohl ich wusste, dass sie am Abend schlecht schlafen würde, freute ich mich zu sehen, dass sie müde wurde. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg ins Bett, wobei ich ihr mehrmals versichern musste, dass wir nicht schlafen werden. Gut, dann eben Bilderbücher, Spielsachen, oder MASCARA aus dem Spiegelschrank. Frag mich nicht, woher sie die schon wieder hatte, doch da sie ein Höckerchen hat… sie ist eben ein Mädchen, das sich deutlich häufiger schminken möchte, als die Mama.
Es begann eine wilde Verfolgungsjagd durchs Bett… wer würde wohl gewinnen? Na? Klein Bambi natürlich! Sie hatte ihren Spaß und ich war überall schwarz im Gesicht^^
Während ich mich ein wenig mit meiner Besten unterhielt, versuchte sie mich weiter zu jagen und war nur am Unsinn machen. Irgendwann fragte sie meine Beste, ob sie denn auch Mascara möchte? Oder die Herzdame? Der Papa? Lena? Keiner wollte und das Mädchen das wollte, durfte nicht. Rabenmutter ich. Irgendwann beruhigte sie sich, schaute ein paar Videos von sich selbst auf meinem Handy und schlief plötzlich ein. 3 Stunden Mittagsschlaf, bei einem Kind, das normalerweise locker 13 Stunden am Stück topfit ist – ich konnte es kaum glauben und kuschelte mich erst mal an sie. Du glaubst nicht, welch unbezahlbarer Engel sie ist, wenn sie so ruhig schläft… verliebt <3

Auch nach dieser langen Zeit, ließ sie sich super schwer wecken, wollte nur auf meinem Arm bleiben und hustete scheinbar um ihr Leben. Armes Kind, nun geht das schon wieder los 🙁 Leider musste ich einkaufen und hatte kaum noch Zeit, also musste das „todkranke“ Kind mit und fand es dann doch ganz toll. Bällebad, andere Kinder, eine Modelleisenbahn… der Himmel für viele kleine Kinder. Da sie gut abgelenkt und super brav war, konnte ich sogar ein paar große Schnäppchen im Bastelgeschäft machen. Nichts geht über ein entspanntes einkaufen, mit einem sonst sehr aktiven und wilden Kind.
Leider merkten wir erst zu Hause, dass sie keine Mütze mehr auf hatte und ich wurde leicht panisch. Ausgerechnet ihre absolute Lieblingsmütze, die sie gerade erst zu Weihnachten bekommen hatte. Großes Drama, wenn sie mal einen Tag nicht aufzufinden ist und nun war sie vollkommen verschwunden. Nicht auszudenken…
Kurz vor Ladenschluss fuhren mein Held und ich noch mal zu den einzelnen Geschäften, doch wie es zu erwarten war, hat niemand die pinke Mütze abgegeben. Enttäuscht kamen wir nach Hause und hofften inständig, dass Bambinchen ihre Mütze nicht wieder im Haus tragen wollte. Gestern hatten wir Glück, doch wie wir ihr beibringen, dass sie weg ist, wissen wir noch nicht. Vielleicht versuchen wir auch einfach eine neue, identische Mütze zu kaufen und ersparen uns somit eine Menge strapazierte Nerven.

Da mein Held wie immer viel lernen musste und Bambina ihm weder krank noch gesund die nötige Ruhe lässt, waren wir den Abend bei meiner Familie. Die Kleine war bei ihrer Oma, während ich meiner Schwester bei einem Referat geholfen und mich seit langem mal wieder „intelligent“ gefühlt habe. Entgegen aller Erwartungen schlief klein Bambi gegen 23.30 Uhr vollkommen erschöpft ein und so hatte ich trotz dem langen Mittagsschlaf eine ruhige Nacht 🙂

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