Wenn die weltbesten Kinder sich streiten

Vor kurzem war meine Herzdame mit ihrem Herzbuben zu Besuch und Bambina hatte sich genauso sehr auf die beiden gefreut wie ich. Doch war hier so „harmonisch“ wirkt, war eine Zufallsaufnahme aus dem richtigen Winkel im richtigen Moment. In Wahrheit hatten die beiden sich den kompletten Tag und auch am nächsten Morgen so sehr in den Haaren, dass wir keinen Spaß hatten und die Herzensdame schon sehr früh am Morgen nach Hause fahren musste.
Als wir das letzte Mal bei unserer Herzensfamilie waren, hatte der Herzbube Bambina´s Wauwi genommen, ohne zu wissen, dass sie darauf unglaublich empfindlich reagiert. Woher sollte er das auch wissen, ist er doch selbst noch ein Kind und fast 1 Jahr jünger als unser Mädchen. Doch für Bambina war das so schlimm, dass sie ihren geliebten Hund tagelang nirgends liegen ließ und in ständig mit sich herum trug. Scheinbar steckte genau das noch tief in ihr, denn der Herzbube durfte tatsächlich nichts anfassen. Kaum wollte er mit etwas spielen, nahm sie es ihm ab und machte deutlich, dass es ihres ist und es es gefälligst nicht zu nehmen hat. Das ging eine ganze Weile gut, bis der Herzbube plötzlich in Bambina´s Arm biss und feststellte, dass er ihr weh tun muss, wenn sie auf Rückzug gehen soll. Bambina wurde daraufhin noch radikaler und der Herzbube durfte erst Recht nichts mehr.

Sie musste damit klarkommen, dass ihr Papa plötzlich den ganzen Tag nicht zu Hause ist und er hatte eine wirklich lange Fahrt hinter sich, also vollkommen verständliche Reaktionen von beiden Kindern, doch für uns Mütter war es wirklich anstrengend. Irgendwann wechselten wir von der Küche ins Wohnzimmer, um die beiden dort spielen zu lassen. Da wir dort eine BIG Rutsche stehen haben, der Herzbube sich das allerdings noch nicht so richtig getraut hatte, stand Bambina hinter ihm, da sie natürlich immer genau dann rutschen wollte, wenn er auf der Rutsche stand. Es kam wie es kommen musste und der Herzbube fing an nach Bambina zu schlagen, oder sie zu kneifen. Unser Mädchen nutzte das aus, um ihn zu verpetzen und ihm direkt mehr Schmerzen in die Schuhe zu schieben, als er tatsächlich verursacht hatte.

Ich war den ganzen Nachmittag kurz vorm weinen, weil ich die ganze Situation so unglaublich schrecklich fand. Die Reaktionen des Herzbuben konnte ich genauso verstehen wie klein Bambi, doch meinem Mamaherz tat das gehauen werden meines Mädchens doch ganz schön weh. Es ging so weit, dass sie den Herzbuben so mehr oder weniger aus der Wohnung warf.
Wir wollten gemeinsam wegfahren, um die Situation zu entschärfen und als sie sah, dass der Herzbube seine Jacke angezogen bekam verabschiedete sie sich freudig von ihm und rief „Tschüüüüüüüüß Herzbube!“. Die Situation war so genial, dass wir zwei Mamas grinsen mussten 😀

Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, wie erleichtert ich war, dass die Situation unserer Kinder unsere Freundschaft nicht ein kleines bisschen belastet hat. Wenn ich mir die ganzen Mamakriege und Schuldzuweisungen ansehe, weil das eigene Kind natürlich immer unschuldig ist, ist es nicht selbstverständlich. Jeder möchte sein Kind schützen und es ist toll, wenn eine Mama voll und ganz hinter ihrem Sprössling steht, doch ich finde es wundervoll, dass wir das distanzieren konnten und nicht auf uns bezogen haben. Es wäre wirklich mehr als schade und traurig, wenn eine gute Freundschaft unter so etwas leiden würde. Ich bin mir sicher, dass die beiden Kleinen sich beim nächsten Mal auch wieder gut verstehen werden, denn kaum waren die beiden weg, fragte Bambina ständig nach ihrem Herzbuben 🙂


Als sie ihre Spielsachen allerdings wieder für sich alleine hatte, mussten sie erst mal ordentlich bespielt werden. Ist doch klar, oder?

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