[Frühchenzauber] Reanimation

Früchten, 35. SSW, SSW 34, Tubus

Schwangerschaftswoche – 34+4
Gewicht – 3100 Gramm
Größe – 50 cm
Geschlecht – männlich 

Magst du den Grund für die Frühgeburt verraten? 
Ich hatte am Abend einen vorzeitigen Blasensprung; meine Gebärmutter wurde mehrmals operiert und konnte die Schwangerschaft wohl nicht mehr tragen. Dazu kam, dass mein Sohn seit 3 Wochen mit dem Kopf nach unten lag und nicht grade leicht war.
Vielleicht war auch ich schuld weil ich am Tag zuvor viel gelaufen bin, aber darüber zu grübeln macht wohl keinen Sinn mehr.

Hattest du einen Kaiserschnitt, oder kam dein Kind spontan zur Welt?
Spontan und natürlich. 

Wann konntest du dein Frühchen zum ersten mal sehen?
ca 8 Std nach der Geburt

Frühchen, SSW 34, 35. SSW, Reanimation, Phototherapie

Wie ging es dem kleinem Kämpferbaby? 
Er hatte einen CPAP, Quetschungen im Gesicht da sich mein Muttermund nicht richtig öffnete und einige Absacker, aber ansonsten waren die Werte ganz gut.
Nach einer Woche ging leider einiges schief. Er musste 40 Minuten lang reanimiert werden und hatte danach schlimme Probleme; eine Zyste im Hirn, eine Koordinationsstörung und Epilepsie.
Warum das alles passiert ist wissen wir nicht genau. Wir haben viele verschiedenen Aussagen bekommen und lassen dies noch prüfen.

Und wie ging es dir mit der gesamten Situation? 
Ich habe mich sehr hilflos gefühlt…nach einigen Tagen war ich psychisch so gefangen mit meinen Herzschmerz, dass ich mir für alles die Schuld gegeben habe. Ich habe viel gebetet und habe jeden Tag meinem Kind gut zugeredet, das hat mich etwas beruhigt und mir Mut gemacht.
Was mir auch sehr zu schaffen machte, waren die Geburtsverletzungen. Ich saß tagelang auf einem harten Plastikstuhl, so dass sich die Verletzungen im Intimbereich entzündet haben. Nach all dem Stress hörte mein Wochenfluss auf und es kam ein faustgroßes Blutgerinsel aus meiner Gebärmutter.
Mein Körper zeigte mir deutlich, dass er am Limit ist, aber ich wollte mir keine Zeit für mich nehmen, solange es meinem Sohn so schlecht ging. Das hat mir sehr belastet.

Frühchen, SSW 34, 35. SSW, Reanimation

Was hat dir am meisten geholfen und was hättest du dir von deinen Mitmenschen gewünscht?
Vor der Reanimation war alles super, meine Familie hat uns graturliert und eine Windeltorte gebastelt. Wir haben uns jeden Tag in einer ,,Whatsappfamiliengruppe,, ausgetauscht und Bilder geteilt.
Nach der Reanimation war ich psychisch sehr angeschlagen und wenn ich ehrlich bin hat mir nichts so wirklich geholfen. Ich war so dermaßen in meinen Gefühlen gefangen, dass ich mein Umfeld kaum noch wahrgenommen habe, obwohl meine ganze Familie weiterhin jeden Tag für mich da war.
Sie haben nach meinem Wunsch alle Babyartikel vorerst weg geräumt und meinen Mann und mich rundum versorgt. Das war alles was ich damals wollte.
Auf das gute Zureden, dass alles gut wird, konnte ich mich nicht einlassen. Ich habe mit dem schlimmsten gerechnet und wollte somit auch von dem Thema Baby und Familie erstmal nichts hören.

Was ist deine prägendste Erinnerung aus der Frühchenzeit? 
Es gibt sehr viele Momente die mich geprägt haben. Der schlimmste Moment war der Anruf mit der Aussage, dass es meinen Kind nicht gut geht und er 40 Minuten lang reanimiert wurde.
Der schönste Moment war, als mein Sohn nach tagelangen ,,schlafen legen,, mitgeatmet hat. Eine kleine Lunge blinkte auf der VN500 auf und ich habe mich gefühlt, als könnten wir ab jetzt alles schaffen; so war es dann auch!

Frühchen, SSW 34, 35. SSW, Reanimation

Wie geht es deinem Frühstarter heute? 
Valentin ist ein sehr aufgeschlossenes, fröhliches Kind.
Er krabbelt und zieht sich überall hoch. An Möbeln und mit seinem Laufwagen kann er einige Meter laufen. Aktuell ist er nicht entwicklungsverzögert, sein rechtes Bein hat aber Probleme. Wir sind anfallsfrei und medikamentenfrei.
Ich nehme ihn als völlig normal wahr und auch unser Umfeld sagt, dass man ihm seinen schlimmen Start nicht anmerkt. Dafür sind wir mehr als dankbar.

Möchtest du uns noch etwas von euch und eurem Weg erzählen?
Na dann erzähl ich doch ein bißchen mehr 😀
Für mich ist mein Sohn ein wahrgewordenes Wunder, da ich die Diagnose ,,unfruchtbar,, seit geraumer Zeit mit mir trage. Dann die lange Reanimation die er so gut weg gesteckt hat, die Zyste die einfach so weg ging und nun sein Wille alles zu lernen!
Wir sind sehr froh unseren Sohn bei uns zu haben, auch wenn einiges sehr hart war und wir sehr viel zu verarbeiten haben!
Wir haben gelernt Geduld zu haben und unseren Kind zu vertrauen ♡
Wir sind als Familie sehr glücklich und schmieden immer mehr Pläne für die Zukunft. 

Zum Schluss möchte ich mich noch fürs lesen bedanken und wünsche euch allen nur das Beste für euch und eure Familien♡

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