[Blogparade] Rituale aus der eigenen Kindheit

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Die in Frankreich lebende Tanja fragt nach Ritualen der eigenen Kindheit, die man nun als Eltern bei seinen Kinder übernommen hat.
Ich bin ohne großartige Rituale aufgewachsen und konnte mir wohl u.a. deshalb sehr lange nicht vorstellen, dass sie Kindern Sicherheit vermitteln. Da ich aber wie  viele andere mit Unsicherheiten nicht besonders gut umgehen kann, wünsche ich mir für unsere Tochter, dass sie sich sicher und geborgen fühlt.

Das einzige „Ritual“ an das ich mich erinnern kann, ist das Tischgebet vor dem Mittagessen und bis zu einem gewissen Zeitpunkt ein Abendgebet, wenn wir schon im Bett lagen. Für mich war es einfach ganz normal, nichts besonderes eben. Doch auch wir beten mit klein Bambi bevor wir essen, wenn sie schlafen geht & in Zukunft auch als Start in den Tag. Heute ist es mir sehr wichtig, für sie als ein Ritual und für mich ist es Überzeugung.
Wenn wir uns an den gedeckten Tisch setzen, würfelt Bambina mit unserem Holzwürfel ein Gebet, welches ich dann vorlese – ganz besonders gerne mag sie das mit dem Apfel und den Luftballons 🙂
Nach dem „Amen“ fassen wir uns an den Händen und sagen „Fröhlich sei´s beim Mittag/Abendessen, guten Appetit!“, beide Handlungen fordert unser Mädchen auch ein, wenn wir sie aus Zeit- oder anderen Gründen mal „vergessen“.

Am Abend putzt mein Held mit ihr Zähne und zieht ihr einen Schlafanzug an, wobei sie das Meiste inzwischen vollkommen alleine macht. Anschließend kommt sie zu mir ins Schlafzimmer, sucht sich ein Buch aus und kuschelt sich ganz eng an mich. Im gedimmten Licht der kleinen Nachttischlampe lese ich ihr noch ca. 15-20 Minuten ihre Wunschgeschichte/n vor, bevor wir ihr Maus-Nachtlicht an machen & das Licht löschen. In meinen Armen liegend sagt sie mir, dass ich sie fragen soll, was sie heute gemacht hat und dann erzählt sie all das, das ihr wichtig erscheint. Wenn sie damit fertig ist, singen wir unser Abendgebet und kuscheln uns in eine bequeme Einschlafposition. Momentan schlafe ich häufig gemeinsam mit ihr ein und schlafe die halbe Nacht mit ihr in meinen Armen.
Ich genieße es sehr klein Bambi ins Bett zu bringen und spüre deutlich, dass sie dieses feste Ritual braucht. Versuche ich die Geschichte auszulassen, weil es schon spät ist und ich sehr müde bin, kann ich mir sicher sein, dass sie weint anstatt zu schlafen. Unser Abendritual gibt ihr die Sicherheit zu wissen was kommt und mir die Gewissheit, dass sie schnell einschlafen wird. So weiß sie ganz genau, dass nach der Geschichte dass Licht aus geht, sie aber in meinen Armen liegen bleiben darf und wir uns noch unterhalten. Sie muss keine Angst davor haben, dass ich sie alleine lasse, da es fest dazu gehört neben mir ins Land der Träume einzutauchen. Lassen wir nun einen Teil davon aus, ist es nicht wie immer und unser Kind kann nicht sicher wissen, wie es weiter gehen wird. Ich könnte z.B. das Zimmer ver- & sie ihren Tränen und der Angst überlassen.

Ich möchte, dass meine Kinder eine angstfreie und geborgene Kindheit erleben dürfen und wenn diese kleinen Rituale dazu beitragen, führe ich sie sehr gerne in unserem Alltag fort 🙂

7 Kommentare

  1. Wir haben als Kinder auch so einen gebetswürfel gehabt und eine gebetsbox- eine Schachtel, wo es für jeden anlass, ein gebet gab (Jahreszeiten, Ostern, weihnachten, geburtstag, Mahlzeiten, trauer, Freude…) wir haben uns richtig gestritten, wer ein gebet aussuchen darf und es lesen darf! Rituale sind wichtig und schön und geben dem Kind, wie du sagst, sicherheit. Ich versuch das hier jetzt auch durchzu führen!
    liegrü und schönes wochenende ,

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