[Frühchenzauber] RSV

Frühchen, Frühgeburt, Sonde
geschrieben von Mela

Schwangerschaftswoche – 34+0
Gewicht – 2560 g
Größe/KU – 44 cm, KU 32.2 cm
Geschlecht – männlich 

Mein Name ist Mela, ich bin 26 Jahre alt und Mama einer wundervollen Tochter, sowie unserem  kleinen Igeljungen, der seine Familie schon wesentlich früher kennen lernen wollte. 

Magst du den Grund für die Frühgeburt verraten? 
Ich hatte einen vorzeitigen Blasensprung nachts um halb eins.
Die Langzeitblutwerte haben einen leicht erhöhten Entzündungswert ergeben, weshalb uns dann geraten wurde einzuleiten; um zu vermeiden, dass die Infektion auf den Kleinen übergeht.

Hattest du einen Kaiserschnitt, oder kam dein Kind spontan zur Welt? 
Der kleine Mann kam kurze Zeit nachdem ich mit der Tablette eingeleitet wurde, spontan zur Welt.

Wann konntest du dein Frühchen zum ersten mal sehen? 
Da er sofort geschrien hat und auf den ersten Blick top fit ausgesehen hatte, haben sie ihn mir sofort gegeben und ich durfte ein paar Minuten mit ihm schmusen. Das war aber nicht sonderlich lang.
Er wurde dann neben mir soweit versorgt, dass er stabil war und ich durfte ihn dann nochmal knappe 10 Minuten halten, bevor sie ihn mitgenommen haben. Nachdem ich dann mein Zimmer auf der Wochenbettstation bezogen hatte und endlich aufstehen durfte, kam auch schon unsere Große und wir sind gemeinsam ca. 4 Stunden nach der Entbindung auf die Neo gegangen.

Wie ging es dem kleinem Kämpferbaby? 
Dem kleinen Mann ging es zum Glück sehr gut, bis auf eine sehr ausgeprägte Trinkschwäche und einem erhöhten Billi, der aber nie die Grenze überschritten hatte. Auf der Station haben ihn immer alle das Vorzeigefrühchen genannt.

Und wie ging es dir mit der gesamten Situation? 
Auch nach 15 Wochen, kann ich nicht wirklich beschreiben, wie es mir ging.
Als die Blase geplatzt war, ging das Gedankenkarrussel los und ich habe z.B. gleich mit dem Gedanken, dieses Kind zu stillen, abgeschlossen. Man hört ja immer nur, was Frühchen sowieso alles noch nicht können.
In den Rhythmus der Schwestern reinzukommen, ist mir die ersten Tage ziemlich schwer gefallen. Ich hatte ja trotz allem eine Geburt hinter mir und hätte Erholung gebraucht, stattdessen musste die Milch zum Laufen gebracht werden und die Uhr schrieb mir plötzlich vor, wie wo wann was.
Nachdem ich dann endlich ein Zimmer mit meinem Kind zusammen beziehen konnte, wurde es leichter.
Eine der Schwestern ist mir besonders ans Herz gewachsen und das hat es viel leichter gemacht. 
Generell war es aber für mich schwer zu ertragen, dass mein Mutterinstinkt total untergebuttert wurde von Statistiken und Berechnungen.

Was hat dir am meisten geholfen und was hättest du dir von deinen Mitmenschen gewünscht?
Ich bin ein recht rationaler Mensch und kenne mich ein bisschen aus in Richtung Medizin. Ich wollte immer alles haargenau wissen und einfach aufgeklärt sein. So fiel es mir leichter zu akzeptieren, dass manche Dinge sind, wie sie sind und Zeit brauchen. 

Gewünscht hätte ich mir Interesse.
Nachdem es dem Knirps wirklich gut ging, wäre der ein oder andere Besuch schön gewesen. Es kann ziemlich langweilig sein, wenn man den Großteil des Tages mit im Krankenhaus ist. Auch wünsche ich mir bis heute Verständnis. Vor allem dafür, dass ich dieses Kind nicht gerne aus den Händen gebe und dass es mir unglaublich schwer fällt ihn los zu lassen. Verständnis dafür, dass die ganze Sache mit mir etwas angerichtet hat, für das sich aber keiner interessiert.

Was ist deine prägendste Erinnerung aus der Frühchenzeit? 
Da gibt es zwei. Einmal die andere liebe Schwester, die mich bestärkt hat, trotz aller Verbote von den anderen Schwestern, mein Kind zu stillen, da es ihm mit der Flasche so unglaublich schwer gefallen ist zu trinken.
Und der Tag, an dem mich der behandelnde Arzt gefragt hat, wie es mir geht und ich so überfordert mit dieser Frage war, dass mir die Tränen kamen. Das war das einzige Mal, dass sich jemand für meine Person interessiert hatte.

Wie geht es deinem Frühstarter heute? 
Zwergnase ist total neugierig und liebt es mit uns über seine vielen Laute, die er von sich gibt zu kommunizieren. 
Wir kämpfen aber trotzdem, nämlich gegen den Husten.
Der RSV hat leider eine Bronchiolitis, 4 Wochen nach seiner Geburt, ausgelöst, weshalb wir nochmal 10 Tage auf der normalen Station waren. Das Ganze zieht nun einen langen Rattenschwanz nach sich.

Wardein anderes Kind ebenfalls ein Frühchen?
Nein, die große Schwester war reif geboren und kam bei 39+5 zur Welt.

Möchtest du uns noch etwas von euch und eurem Weg erzählen?
Ich weiß, unsere Geschichte ist keine von den ganz krassen Geschichten. Und ich bin da auch heilfroh drum. Aber der Schein trügt und Aussagen oder Kommentare, die man abgibt, sollte man wirklich ganz genau durchdacht sein.


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