[Frühchenzauber] spontane Zwillingsgeburt

Frühchen SSW34 35.SSW Fuß Inkubator


Schwangerschaftswoche – 34+0
Gewicht – Philipp: 2225 g, Benedikt: 2030 g
Größe/KU – Philipp: 45 cm/30cm, Benedikt: 44 cm/30,5cm
Geschlecht – Zwillingsjungs

Magst du den Grund für die Frühgeburt verraten? 
Den kennen wir selbst nicht.
Wir vermuten, dass die beiden einfach gewachsen sind, als wären sie alleine im Bauch. 
Wären sie bis 38+0 ausgetragen worden, hätten sie ca. 3500 g erreicht und das hätte meine Gebärmutter wohl nicht mitgemacht.
Was mir immer im Kopf bleibt: Ich habe am Tag des Wehenbeginns sehr viel gemacht. Wäschekörbe herum getragen, Dampfnudeln gebacken uvm. Deswegen suche ich auch immer noch die „Schuld“ bei mir.

Hattest du einen Kaiserschnitt, oder kam dein Kind spontan zur Welt?
Meine Jungs kamen spontan auf die Welt.
Unsere Entbindungsklinik strebt eine spontane Geburt bereits ab SSW 32+0 an. 

Frühchen SSW34 35.SSW Zwillinge kuscheln

Wann konntest du deine Frühchen zum ersten mal sehen?
Etwa 4 Stunden nach der Geburt, da ich anschließend noch eine Not-OP inkl. Vollnarkose hatte.

Wie ging es den kleinen Kämpferbabys? 
Philipp konnte selbstständig atmen und war soweit stabil.
Benedikt tat sich jedoch schwer und es sah so aus, als japste er nach Luft.
Die Ärzte waren aber soweit zufrieden.

War Beatmung notwendig?
Ja, Benedikt hatte Unterstützung CPAP.

Frühchen, Frühgeburt SSW34

Und wie ging es dir mit der gesamten Situation? 
Ganz ehrlich: Es war mein schlimmster Albtraum.
Schon in der Schwangerschaft, entschied ich mich trotz der Zwillingsschwangerschaft für eine spontane Geburt, weil ich meine Babys gleich bei mir haben wollte. Ich wollte nicht, dass ich im OP bleiben muss während des Nähens.
Und wie kam es? Philipp wurde geboren und sofort weggebracht.
Benedikt durfte ich ein paar wenige Sekunden auf dem Bauch haben. Ein Gefühl, dass ich nie mehr im Leben vergessen werde.

Als ich sie dann das erste mal berühren durfte, hatte ich schreckliche Angst etwas „kaputt“ zu machen. 

Das wirklich aller aller Schlimmste für mich war, dass mir andere Frauen sagten, wann ich mein Kind halten darf. Zwei Tage nach der Geburt hieß es, dass ich Philipp das erste mal halten darf.
Ich sollte um 11:00 h auf der Neo sein. Man kann sich vorstellen wie aufgeregt ich war und gegen 11:30 h sagte die Schwester dann, dass es Philipp nicht so gut gehe und es heute wohl nichts mehr wird. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen.
Spät am Nachmittag dann, durfte ich Benedikt im Arm haben. Ein wahnsinnig berauschendes Gefühl!

Was hat dir am meisten geholfen und was hättest du dir von deinen Mitmenschen gewünscht?
Das Interesse an den Kleinen war wahnsinnig groß.
Alle wollten Bilder sehen und niemand hat sich „erschreckt“ oder war unangenehm berührt, dass sie voller Kabel waren.
Wir waren wahnsinnig stolz, so wie alle anderen Eltern eben auch! Das war toll!

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Was ist deine prägendste Erinnerung aus der Frühchenzeit? 
Nach 2 Tagen pumpen, pumpen, pumpen hatte ich endlich 1 ml Kolostrum (pro Pumpsitzung) zusammen und die Schwester tunkte ein Wattestäbchen hinein und gab es Benedikt zum nuckeln, als er sondiert wurde.
Sein Gesicht war dabei so friedlich und entspannt. Endlich konnte ich etwas für sie tun.
Später dann, als ich sie zum ersten mal beide halten durfte.

Wie geht es deinen Frühstartern heute? 
Es geht beiden sehr gut. Man sieht ihnen nicht mehr an, dass sie zu früh geboren wurden.

Möchtest du uns noch etwas von euch und eurem Weg erzählen?
Ja, ich möchte sagen, dass alle (Frühchen-)Eltern sofort kämpfen müssen. Zu Beginn habe ich vieles einfach so akzeptiert wie es war. Mir fehlte einfach die Kraft Dinge anzusprechen. z.B. durfte ich kein einziges Mal känguruhen. Das Hängt mir heute noch nach.

Daher:
Seid stark – für eure Kinder – aber auch für euch selbst!

Geschrieben von Ellryanna






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