freie Schulen, alternative Schulen, Bildung
10. Dezember 2018
Ein Beitrag zum besinnlichen Adventskalender von frei_und_geborgen

Als ich mein erstes Praktikum an einer Schule
für Kinder mit Hör- und Sprachbehinderung gemacht habe,
war ich sofort begeistert.
Ich spürte diese Ruhe und Zeit,
die die Kinder hier zum lernen hatten.
Die kleinen Klassen von höchstens zehn Kindern.
Der achtsame Umgang mit den Schülern.
Engagierte Lehrer.
Ich fand mich in einer Schule wieder, die es schaffte,
eine liebevolle, anregende Lernumgebung bereit zu stellen.
Die auf Stärken und Schwächen eingehen können.
Der individuelle Blick auf die Kinder gefiel mir sehr
und das ganzheitliche Lernen und Betrachten des Menschen machte Sinn für mich.

Wertschätze Gedanken.

Damals war mir sofort klar,
dass ich auch einmal Sonderpädagogin werden möchte.
Und ich habe es nicht bereut. Auch 10 Jahre später nicht.
Diese Art über Menschen nachzudenken, wie es in der Sonderpädagogik passiert,
entspricht meinem Menschenbild.
Individualisiert.
Ganzheitlich.
Wertschätzend.
Kompetenzorientiert.
Mit Liebe.

Oft habe ich erlebt, wie aufgewühlte Seelen hier zur Ruhe kommen.
Ankommen. Durchatmen. Die Welt ist schnell und laut.
Manchmal braucht es einen kleinen Rahmen um da hinein zu wachsen.

Seit ich selbst Kinder habe, denke ich öfter über unser System nach.
Werde kritischer.  Hänge ich ja jetzt nochmal ganz anders mit drin.
Und spätestens seit ich selbst Kinder habe bin ich der Meinung,
dass es jedem Kind in der Schule so ergehen sollte.
Dass jedes Kind einen Ort braucht, an dem es zur Ruhe findet.
Einen Ort der Wertschätzung und der Beziehung.
Einen sicheren Ort, an dem Platz und Zeit ist,
sich auch um das soziale Zusammenleben zu kümmern.
Gemeinsam konfliktkompetent zu werden.
Wo man nicht auf sich allein  gestellt ist.
Wo nicht der Stärkere gewinnt.
Wo Lehrer nicht ausgebrannt sind.
Und Schüler sich entfalten können.

Ein Anfang.

Das ist mein Antrieb.
Auf diese Suche bin ich gegangen
und auf das Konzept freier Schulen gestoßen. 
Eine mögliche Lösung.
Nicht für jeden. Ich weiß.
Nicht immer in der Nähe.
Nicht immer bezahlbar.

Und das muss sich langfristig ändern. Das ist mir bewusst.
Aber es ist ein Anfang. Ein Anfang vom Umdenken. Vom neu denken.
Eine Bildungsrevolution ist flächendeckend notwendig.
Und Schritte dahin werden getan. Viele weitere Schritte müssen folgen.

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