Meine Stillgeschichte

Stillen, ein Thema das oft emotionsgeschwängert diskutiert wird, dabei ist es doch so etwas schönes, natürliches und „einfaches“.
Keine Flaschen, kein Pulver, kein Wasser das mitgenommen werden muss… einfach Brust raus und fertig.

Ich selbst habe bei 2 Kindern insgesamt nur wenige Male gestillt und war sonst Flaschenmama.
Mit der Flasche kann man genauso viel Bindung aufbauen und Mamas die nicht stillen lieben ihre Kinder kein bisschen weniger, ganz klar!
Doch heute geht es explizit ums stillen.

Stillen ist Liebe. Flasche geben auch.

Für mich als sexuell traumatisierte Frau war stillen sehr lange ein heikles Thema.
Bei Bambina fehlte zum einen eine einfühlsame Beratung und zum anderen hatte ich starke Schmerzen, die mich unterbewusst stark triggerten.
Die Hebammen & Schwestern waren leider auch keine Hilfe mit dem Druck, den sie auf mich ausübten. Eine Stillberatung gab es nicht.
Immerhin könne es ja nicht sein, dass ich abpumpe und stillen „nicht gehe“ aka zu schmerzhaft sei.
Einmal wurde dem Helden sogar in der Nacht die abgepumpte Milch aus dem Kühlschrank verwehrt, mit der Begründung zu Hause müsse ich ja schließlich auch nachts aufstehen und wenn ich schon nicht stille, solle ich wenigstens selbst füttern ????
Bambina bekam trotzdem 4 Monate lang Muttermilch, wobei ich schnell kaum noch Milch hatte und stundenlang pumpte um 1 Mahlzeit am Tag voll zu bekommen.
Meine bezaubernde Hebamme half mir dann letztendlich liebevoll dabei, mich nicht als schrecklichste Mutter zu fühlen, wenn ich abstille.
Ich konnte nicht mehr… wirklich nicht. Enormer Schlafmangel, ein Kind das irgendwie fast immer schrie, stundenlang pumpen, Flaschen und Pumpsets reinigen… abstillen war im Nachhinein betrachtet die absolut richtige Entscheidung.

Beim Elfen hatte ich schon einen anderen Bezug dazu und ich litt fast darunter, es lange nicht mal versuchen zu dürfen. Ich diskutierte, bekam durch, ihn anlegen zu dürfen, wenn er am High Flow ist und verlangte es dann auch direkt, als es so weit war. Meine Beste leitete mich über Whatsapp an, da ich aufgrund meiner Erfahrung niemanden dabei haben wollte und siehe da, ich hatte mein Baby an der Brust ????
Anfangs war es ganz komisch für mich, doch schnell begann ich es zu lieben ????
Diese besondere Nähe, der sanfte Sog und die ryhtmische Bewegung des minikleinen Elfenmundes… nach den ersten blöden Gefühlen, der künstlichen Befruchtung und der zu frühen Geburt auch der befriedigende Gedanke, dass mein Körper mein Kind ganz alleine ernähren kann.

Muttermilch abpumpen statt stillen.

Leider waren wir in einer sehr stillunfreundlichen Klinik und es glich fast einem Kampf, stillen zu wollen.
So wirklich viel trank er auch nicht an der Brust, aber es wurde besser. Besonders mit Stillhütchen klappte es immer toller. Bis ich Stillverbot bekam!
Obwohl klar war, dass wir noch eine Weile in der Klinik sind und ich max. 1x/Tag stillte, wollten sie unbedingt die Sonde los werden und legten sie nicht mehr neu, als er sie sich selbst zog.
Leider schaffte er auch vorher seine Mengen schon kaum und tat sich natürlich auch weiterhin schwer damit.
Nachts trank er einfach nicht, weshalb er auf „ad lib“ gesetzt wurde und somit theoretisch trinken hätte dürfen, was und wann er mochte. In der Praxis hieß es dann aber leider das stillen würde ihn zu sehr anstrengen, weshalb ich es  ab sofort nicht mehr versuchen durfte.
Wir diskutierten mit den Schwestern und letztendlich mit der Stationsärztin. Ich versuchte klarzustellen, dass der kleine Mann zu Hause mehr Stress haben würde, als in der Klinik und fragte wie sie sich das denn vorstellen, wenn ihrer Ansicht nach 1 Stillversuch zu erschöpfend für ihn sei.
Doch keine Chance… die Sonde blieb raus, ich durfte ihn nicht mehr stillen und litt stumm vor mich hin.

Liebe. Nähe. Saugen. Zufriedenes Baby.

Manchmal, dauerte es am Abend noch 1,5 Stunden bis zur nächsten Mahlzeit und da seine Menge stark begrnezt war, durfte er trotz ad lib noch nichts haben…die Gefahr war zu groß, dass er doch alles trinken und so keine Milch mehr über bleiben würde. Das Kind in meinem Arm weinte, suchte und schlief immer nur kurz ein, um gleich darauf wieder wach zu werden.
Ich hörte also auf mein Mamagefühl und lies ihn einfach noch ein wenig heimlich stillen.
Die Eltern des Frühchens, das gemeinsam mit dem Elfen isoliert war, hielten jedes mal Wache und unsterstützten mich somit dabei ????
Schnell beruhigte sich unser Löwenmäulchen und schlummerte selig an meiner Brust ein.
Viel getrunken hat er beim stillen eh nie und so musste ich mir auch keine Sorgen darum machen, dass er zu viel Flüssigkeit zu sich nehmen würde.

Als er nach knapp 4,5 Monaten endlich entlassen wurde, hatte ich ihn noch 1… 2… mal an der Brust und dann wusste er nichts mehr anzufangen damit.
Leider bewahrheitete sich auch mein Gefühl, dass er das Trinken im Alltag zu Hause nicht mehr schaffen würde und er bekam nach kurzer Zeit die Sonde zurück, die uns bis heute erhalten blieb.
So knapp wie er seine Mengen nur schaffte… wäre es im Grunde auch kein Drama gewesen ihm die Sonde noch ein wenig zu lassen, mal abgesehen davon, dass wir sie ja eh nicht mehr los wurden.

Eine Zeit lang machte es mich wirklich traurig und es schmerzte sehr, dass unsere Stillbeziehung so gestört wurde und manchmal denke ich noch heute wehmütig zurück. Doch beim nächsten Kind… da wird es klappen <3

Wie das Drama weiter ging, das leider nicht mit der Entlassung aufhörte könnt ihr hier lesen.

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