Sonntagmorgen in Deutschland

10.30 Uhr an einem Sonntagmorgen und ich genieße bei einer Tasse Caro die Ruhe in der Wohnung.
Mir ist bewusst, dass das Bambikind nicht so lange schlafen sollte, weil sie sonst heute Abend noch schlechter schläft als sonst. Aber was solls, ich greife nicht gerne in ihren natürlichen Rythmus ein und haaaach, die himmlische Ruhe!

Wenn ich aus dem Fenster sehe, entdecke ich den ersten Baum mit roten Blättern. Endlich bekommen die Bäume ein paar Farbkleckse verpasst und machen den Herbst zu dem, was er ist.
Jeden Moment rechne ich mit einem Tapsen im Flur, anschließend rennenden Kinderschritten im Eingangsbereich und einem verschlafenen „Mamaaaaaaa?“.

Den Helden lasse ich noch ein wenig schlafen, bis 11.30 Uhr vielleicht, denn der Arme hat es schon wieder an den Bandscheiben 🙁
Hoffentlich kein neuer Vorfall, dann doch lieber wieder eine Entzündung in der Wirbelsäule.
Es ist nicht schön und wahnsinnig anstrengend für mich, doch einen Vorteil hat es trotzdem. In diesen Zeiten wird mir nach und nach bewusst, dass nicht nur ich froh sein kann ihn zu haben, sondern es auch andersherum ist. Er ist wesentlich mehr für mich da & ich brauche um einiges häufiger seine Hilfe, doch in den letzten Tagen kann er weniger als ich. Wir gehören also doch einfach zusammen!

Bei einem vertraulichen Gespräch mit unserem Pfarrer, haben wir auch kurz über die Liebe gesprochen. Denn ich kann mich mit dem Wort & Ausdruck „Liebe“ nicht anfreunden. Liebe ist ein Gefühl, doch wie ist dieses Gefühl?
Jeder nimmt Liebe anders wahr, keiner kann es wirklich beschreiben, es ist einfach dieses Gefühl. Doch wenn man dieses Gefühl in sich nicht spüren kann? Wenn man sich nicht vorstellen kann, wie sich Liebe anfühlt?
Dann wird es schwierig, denn Liebe ist nicht belegbar & somit gibt es auch keine Handfesten Beweise dafür, dass man Liebe empfindet. Ein Gefühl das ich nicht kenne, kann ich nicht benennen, doch wie dann?
Der Held und ich gehören einfach zusammen, ich brauche ihn & er braucht mich. Wir planen unsere Zukunft und es sieht auch kein bisschen danach aus, dass wir uns in nächster Zeit trennen. In dem letzten Jahr haben wir gemeinsam so viel überstanden und es hat uns unheimlich zusammengeschweißt. Doch dieses Gefühl „Liebe“ existiert in mir nicht. Nicht mehr!
Nicht weil sich unsere Beziehung so verändert hat und die anfängliche Verliebtheit weg ist, nein weil ich das Gefühl der Liebe nicht kenne und ich sehr viel erlebt habe, das diese Gefühle in mir ausgeschaltet haben muss.

Nun hat mich der Pfarrer, den ich seit 10 Jahren kenne & in den letzten Monaten sehr ins Herz geschlossen habe darauf hingewießen, dass die Liebe im Griechischen drei Bedeutungen hat. Eros, Philia & Agape.
Das macht es etwas einfacher, denn im griechischen ist die Liebe erklärt und hängt nicht unbedingt mit dem mir unbekannten Gefühl zusammen. Unsere Liebe ist also eine Mischung aus Philia & Agape denke ich. Mit der Liebe an sich werde ich wohl nicht mehr warm werden, doch ich bin zufrieden! 🙂

Wen die Bedeutungen interessieren, kann sie hier nachlesen.

4 Kommentare

  1. Wow… 10.30 Uhr! Ich habe Hoffnung, aber ist natürlich auch blöd, wenn sie dann Abends nicht schläft.
    Bei euch färben sich jetzt erst die Blätter? Bei uns ist es schon ne ganze Weile bunt und sie fallen langsam aus.
    Wirst du irgendwann über das Erlebte/ deine Geschichte schreiben? Tut mir Leid, falls ich neugierig bin. 🙂

    1. Bei uns kamen die bunten Blätter erst jetzt & leider sind die meisten Bäume einfach braun anstatt bunt geworden 🙁

      Meine Geschichte habe ich bereits unter „Glückskind“ aufgeschrieben. Hast Du die Passwörter nicht sogar?
      Wenn nicht… soll ich sie Dir an die hier angegebene Mailadresse schicken?

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