Zweitmeinung #2

Zweitmeinung Enttäuschung Hoffnung

 

Anfang November waren wir notfallmäßig mit dem Elfen in der Ambulanz. Die offene Wunder auf seinem Nasenrücken ging nicht nur fast bis zum Knochen, sondern war superinfiziert.
Zufällig war auch unser Lungenarzt da und wurde dazu gerufen. Ich erzählte ihm, dass wir immer noch nichts von der Klinik gehört haben, obwohl wir nun schon mehrfach nachgehakt hatten. Er wunderte sich sehr darüber, versprach bei den dortigen Kollegen nachzufragen und anzumerken, dass sie sich doch bitte bei mir melden.

Beatmungseinstellung?!

Keine 24 Stunden später rief mich Dr. R. an und teilte mir mit, dass er einen Stapel Unterlagen von uns erhalten hatte. Er erklärte mir, dass es nötig wäre den Elfen stationär aufzunehmen, was uns zuvor schon vollkommen klar war. Während eines ambulanten zwei Stunden Termins ist es schlicht unmöglich, großartig was über ein Kind sagen zu können.
Dr. R. nannte zu diesem Zeitpunkt schon das Wort „Beatmungseinstellung“ und sprach von 1 – 2 Tagen. Vollkommen unpassend für unsere Situation, doch aufgrund der vergangenen Wochen ging ich davon aus, dass er sich die Unterlagen noch nicht mal angesehen hatte. Ein Standardanruf eben.
Immerhin stand im Anmeldeformular auch ganz genau, aus welchen Gründen wir die 300 Kilometer auf uns nehmen wollten.

Und wieder begann das Warten. Er wollte es ans Patientenmanagment weiter geben und ich sollte in Kürze einen weiteren Anruf erhalten. 1 bis 1,5 Wochen später rief mich eine nette Dame an und teilte mir zwei Monate nach verschicken der Anmeldung unseren Termin zur (haltet euch fest) tadaaaaaa Beatmungseinstellung mit. 1 – 2 Nächte sollten wir einplanen. Aufnahme war für den 13.12.2017 geplant.
Ich fragte ob sie sich sicher sei, da wir wirklich überhaupt nicht zur Beatmungseinstellung kommen wollten. Sie bestätigte mir noch mal, dass die Ärzte genau das weitergegeben hatten.
Da sie sich die Unterlagen aber für gewöhnlich durchlesen, müssten sie den echten Grund der Aufnahme aber eigentlich wissen.
Mein Misstrauen war allerdings nicht verschwunden und so fragte unser Lungenarzt noch mal nach. Er erhielt die Antwort, dass ihnen natürlich klar sei, dass wir zur Zweitmeinung und nicht zur Einstellug kommen.
Nun gut, ein komisches Gefühl blieb trotzdem. Auch wenn Fr. Dr. Wunderbar versicherte kurz vor Aufnahme noch mal telefonisch das genaue Anliegen mit den dortigen Ärzten zu besprechen. 

Was soll schon schief gehen?

Es kam wie es kommen musste; unser Elfenkind war im Dezember natürlich krank, weshalb ich den Termin verschieden musste. Als Alternative bekam ich den 28.12. angeboten, da wir weiterhin für diese 1 – 2 Nächte eingeplant waren.
In weiser Voraussicht lehnte ich die Aufnahme vor Silvester ab.
Für den Fall, dass wir doch länger bleiben müssen, wollte ich den Jahreswechsel nich in der Klinik verbringen und überhaupt ist das meistens Urlaubszeit, in der nicht viel läuft.
Der nächste Termin war der 3.1.18 dem ich dann auch direkt zustimmte. Noch ein knapper Monat, der unseren Ärzten eigentlich zu lang war… aber krank sollten wir zu diesem (!) Zeitpunkt nicht kommen.
Unsere Kinderärztin versuchte wie versprochen vor ihrem Urlaub noch jemanden zu erreichen, hatte aber leider keinen Erfolg. Ein mulmiges Gefühl machte sich breit, welches ich zu ignorieren versuchte. Bestimmt machte ich mir nur zu viele Gedanken… immerhin gehen wir zu DEN Spezialisten schlechthin. Was soll also schon großartig schief laufen? 

Krank. Steroide. Unwetter…

Anfang Januar und der Elf ist ordentlich krank… 6 Liter Sauerstoff unter Beatmung, sehr sehr viel Sekret und eine grauselige Atmung.
Am 2.1. der Anruf, dass die Aufnahme nicht sicher ist und wir erst am nächsten Morgen erfahren werden, ob wir tatsächlich losfahren können. Bei dieser Gelegenheit sprach ich direkt an, dass der Elf schon wieder krank ist und dieses mal so richtig. Ob es da wirklich so sinnvoll sei zu kommen?
Dieses mal hieß es, dass es gut wäre, wenn es ihm gerade nicht so gut geht. So lernen die Ärzte ihn direkt richtig kennen, zumal es mit zum Beschwerdebild gehört.

Nach einem Anruf bei unserem Lungenarzt fuhren wir in die Ambulanz wo er 6 mg Prednisolon gespritzt bekam um ihn für sie Fahrt aufzupäppeln und die Ermutigung doch bitte trotzdem zu fahren.
Am nächsten Morgen war es dann so weit, die Station hatte ein Zimmer für uns und wir machten uns auf den Weg.
Ein großes Unwetter begleitete uns, das uns zum Teil zu 30 km/h auf der Autobahn zwang. Im Radio kam eine Meldung nach der anderen – umgestürzte Bäume, abgedeckte Häuser, die Warnung vorsichtig zu fahren oder am Besten zu Hause zu bleiben.
Wir brauchten also deutlich länger als eingeplant und kamen abgekämpft bei der Klinik an. 

 

Weitere Teile:

Zweitmeinung #1

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